SCHÖNERES
PURKERSDORF

NÖN Artikel Februar 2009

 NÖN- Artikel vom 11.Febr.2009
Was man dazu eventuell noch wissen sollte:
Purkersdorf ist 2006 der Stadterneuerung beigetreten, um Projekte zu verwirklichen, die dann vom Land mit 30 – 40% der Kosten gefördert werden. Den Hauptteil muss natürlich die Stadtgemeinde bezahlen und dass sie dafür Geld in die Hand nehmen muss, sollte klar sein. Haben da nicht alle Gemeinderäte für den Beitritt gestimmt? 
Die Stadterneuerung sieht vor, dass die Projekte von der Bevölkerung erarbeitet werden. Als erstes und einziges Projekt hat der Stadtverschönerungsverein im Juni 2007 das Projekt „Schlosspark“ präsentiert. Von allen hochgelobt wurde es von der Stadtgemeinde beim Land NÖ zur Förderung eingereicht.

Bürgermeister hat Stadtverschönerungsverein um Unterstützung gebeten
Bürgermeister Schlögl ist schon 2006 mit der Bitte an uns herangetreten Vorschläge für die Neugestaltung des Schlossparks zu erarbeiten. Da wir die Belebung des Ortskernes für enorm wichtig halten und über ausreichend Kompetenz und Kapazitäten in unserem Verein verfügen, sind wir diesem Wunsch gerne nachgekommen. Nach eingehenden Überlegungen und großem (unentgeltlichem) Arbeitsaufwand haben wir im Juni 2007 unseren Vorschlag präsentiert.
Der Entwurf wurde in der NÖN vom 31.Juli 2007 ausführlich vorgestellt: “Bürgermeister Schlögl, der dem Verschönerungsverein für die Planung sehr dankbar ist: „ Es ist ein hervorragender Entwurf, der alle begeistert“, so Schlögl enthusiastisch.“  
Dass Vertreter der Grünen und der Purkersdorfer Liste nun 1½ Jahren später draufkommen, dass die Kosten zu hoch seien und dem Stadtverschönerungsverein Maßlosigkeit vorwerfen, ist unverständlich, da schließlich unsere Entwürfe samt Kosten vom Gemeinderat abgesegnet und dem Land vorgelegt wurden.  Bürgermeister Schlögl meint jetzt, wir „müssen auch dafür Verständnis zeigen, dass man nicht alles
1 : 1 umsetzen kann“. Das ist ja selbstverständlich aber: Änderungen macht man im Entwurfsstadium und nicht erst - nach jahrelanger Verschleppung - vor Baubeginn. Denn das kostet Zeit, Energie und Geld! Offenbar wollen sich jetzt einige erfolglose Gemeindepolitiker profilieren und machen einen erfolgreichen und in der Bevölkerung gut verankerten Verein öffentlich schlecht, der auf ehrenamtlicher Basis Wichtiges für Purkersdorf leistet.
Enttäuschend ist, dass Bürgermeister Schlögl dem Stadtverschönerungsverein einen offenen  Brief über die Presse vorlegt, statt den politischen Konflikt intern zu lösen und dann noch schreibt, seine Aufgabe sei es Brücken zu schlagen, dann stimmen Wort und Tat nicht zusammen. Er, der uns schließlich um Hilfe gebeten hat, stellt das so dar, als wäre die Schlosspark-Neugestaltung nicht Sache der Stadtgemeinde, sondern des Stadtverschönerungsvereines. Er wollte, dass in Purkersdorf positive Impulse gesetzt werden und hätte sich vielleicht vorher überlegen sollen, ob er dafür die ausreichende Unterstützung innerhalb seiner eigenen und der anderen Parteien hat.
Projektumsetzung ist Sache der Stadtgemeinde
Die Zwischenrufe eines Manfred Cambruzzi von der Purkersdorfer Liste (PUL), von der sich Obmann Liehr übrigens bereits 2005 zurückgezogen hat, sind sowieso mehr als entbehrlich und führen dazu, dass auch die ursprünglich hochmotivierten Mitstreiter des Stadtverschönerungsvereines die Lust verloren haben, sich für Purkersdorf zu engagieren. Liehr hat auch Cambruzzi das Projekt persönlich erklärt. Wenn dieser jetzt glaubt den Stadtverschönerungsverein und seine Mitglieder über die Medien angreifen zu müssen, und den Entwurf als „Wunschkonzert des Verschönerungsvereines“ bezeichnet, dann hat er wohl doch nicht verstanden, dass wir nur Vorschläge eingebracht haben und die Stadtgemeinde die Umsetzung zu verantworten hat. Er ist besser beraten die Sache mit dem Bürgermeister und dem zuständigen Baustadtrat auszutragen. Wir empfehlen ihm dringend sich primär um seine eigenen Wunschkonzerte zu kümmern.“
Führungsspitze zieht sich zurück
Unser Obmann ist mit seinen beiden Stellvertretern DI Peter Mader und Wolfgang Maurer einer Meinung: „Letztendlich kann ich nur sagen, dass es uns reicht. Genug ist genug! Wir haben uns stets für die positive Entwicklung unserer Stadt eingesetzt, aber wir haben keine Lust uns dafür von verschiedenen Leuten der Politik beflegeln zu lassen. Wir haben mit Unterstützung unserer zahlreichen Mitglieder, in den 11 Jahren meiner Tätigkeit als Obmann, viel für Purkersdorf gearbeitet und auch erreicht. Wir machen das schließlich ehrenamtlich und stellen auf Grund der Vorfälle unsere Position zur Verfügung. Ich hoffe, dass sich eine geeignete Nachfolge findet.“
 
Quelle: www.noen.at; 11.2.2009
 
 
Erich Liehr: „Ich ziehe Rücktritt in Erwägung“
PURKERSDORF / Verschönerungsvereinsobmann will jetzt aufhören. VP-Kritik gegen Ortschef. Schlögl verteidigt Handeln.

VON GILA WOHLMANN

 „Genug ist genug, mir reicht‘s!“ Der Obmann des Stadtverschönerungsvereins DI Erich Liehr zieht Konsequenzen.
Nach monatelangem Streit um das Stadterneuerungs-Projekt „Schlosspark“ zieht die Führungsspitze des Stadtverschönerungsvereines ihren Rücktritt in Erwägung.
Hintergrund des seit Monaten schwelenden Konflikts, ist das Einsstiegsprojekt „Revitalisierung Schlosspark“ mit dem sich die Stadtgemeinde Purkersdorf - mit Unterstützung durch den Stadtverschönerungsverein - an der sogenannten Stadterneuerung beteiligt, die vom Land NÖ finanziell gefördert wird. Die monatelange Auseinandersetzung um das Projekt „Schlosspark“ gipfelte in einem offenen Brief von Bürgermeister Schlögl an den Vorstand des Stadtverschönerungsvereines (NÖN/06).

„Diese Vorgangsweise ist mir unverständlich und zeugt von äußerstem Misstrauen. Unter diesen Umständen sehe ich mich nicht mehr in der Lage, die Aufgabe als Obmann des Verschönerungsvereines zu erfüllen, für die auch eine Zusammenarbeit mit der Stadtgemeinde unumgänglich ist. Das sehen auch meine Stellvertreter DI Peter Mader und Wolfgang Maurer so. Ich werde daher eine Vorstandssitzung einberufen, bei der wir unseren Rücktritt erklären“, manifestiert Erich Liehr.

„Eigentlich unglaublich, was sich hier abspielt“
„Eigentlich unglaublich, was sich hier abspielt“, meint hierzu Stadtparteiobfrau-Stellvertreter Florian Liehr (VP) und kritisiert: „Purkersdorfer Bürger arbeiten ehrenamtlich ein großartiges Projekt zur Revitalisierung einer dunklen Ecke im Herzen Purkersdorfs aus und die SPÖ-Stadtregierung zerpflückt und torpediert dieses Projekt gemeinsam mit Anhängsel-Gemeinderat Cambruzzi.“

„Bürgermeister-Brief macht Augenschmerzen“
Auch der offene Brief des SP-Bürgermeisters sei eine Farce und würde den Tatsachen keinesfalls entsprechen.
„Der Brief des Bürgermeisters verursacht beim Leser Augenschmerzen. Er möchte Brücken schlagen? In Wahrheit zerschlägt er jeden Versuch der direkten Bürgerbeteiligung. Der Bürgermeister hat sich bisher einfach nicht um den Schlosspark gekümmert“, grollt Florian Liehr. Das Projekt Schlosspark wurde vom Stadtverschönerungsverein ausgearbeitet und sollte dem Schlosspark ein bürgerfreundliches Ambiente geben, meint Liehr. Dabei legt er noch ein Scherflein nach: „Vielleicht sollte die SPÖ-geführte Stadtregierung einmal in-sich-gehen und überlegen, ob sie überhaupt noch am Stadterneuerungsprozess teilnehmen möchte.“

Purkersdorfs Gemeindeoberhaupt Mag. Karl Schlögl zeigt nur wenig Verständnis für die Vorwürfe der ÖVP: „Ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Das Projekt mit allen Änderungen wurde im Dezember im Gemeinderat mit den Stimmen der SPÖ und der ÖVP beschlossen. 24 Stimmen waren dafür, Cambruzzi, Parzer, Aicher und Schlagitweit dagegen.
Außerdem gab es eine Stimmenthaltung von Marga Schmidl.“ Dabei betont er: „Einen Rücktritt von Erich Liehr und seinen Verschönerungsvereinskollegen würde ich bedauern, denn sie haben gute Arbeit bei diesem Projekt geleistet. Sie müssen aber auch Verständnis zeigen, dass man nicht alles 1:1 umsetzen kann.“

„Alle Änderungen im Bauausschuss besprochen“
Hierzu merkt Purkersdorfs Baustadtrat Viktor Weinzinger an: „Die Grundidee des Projekts bleibt erhalten, lediglich statt einer Pflasterung wird ein verdichtetes Material verwendet. Die Empore mit Wassergraben bleibt im Plan. Ein Schachbrett wurde eingespart, statt 40 werden nur rund 15 Bänke aufgestellt. Alle Änderungen wurden aber im Bauausschuss besprochen.“


Der Stadtverschönerungsverein hat eine lange Tradition und ist seit 1868 für Purkersdorf aktiv. Die ehrenamtlichen Mitglieder des Vorstandes und die zahlreichen unterstützenden Mitglieder treten für die Erhaltung und Förderung der landschaftlichen Schönheit und des Ortsbildes von Purkersdorf ein. In den letzten zehn Jahren hat der Stadtverschönerungsverein zahlreiche Projekte umgesetzt und wertvolle Impulse für die Entwicklung der Wienerwaldstadt gesetzt. Ziel ist es auch, das Interesse der jungen Purkersdorfer zu wecken und sie aktiv in Projekte und Aktivitäten mit einzubinden.
Infos: www.purkersdorf-online.at/http/verschoenerung



Letzte Änderung: 2009-10-24

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