Purkersdorf Forum Archiv 2002
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Rainer Aigner ® sagt am 17.03.2002 10:08 zu alle Purkersdorfer und speziell den GR für den 20.3.:Nächster Beitrag

Konsequenze BKl II/III für Wr. Straße


Nachstehende Tatsachen sind aufgrund einer mehrstündigen Begehung des auf Bauklasse II/III zu erhöhenden Wiener Straßen Abschnittes von O-Nr 27 bis 79 (Stadtgrenze) aufgefallen:
kurz vorweg die Punkte:
-erhebliche Wertsteigerung der Grundstücke (Rückwidmung unmöglich!) -Baubeginn von Großbauten an „wartenden“ Gründen per sofort -Schallverstärkung der Linzer Straße selbst durch Pendelreflexion, -Schallverstärkung des Straßen- und Bahnlärms für die Pragerg. -erheblich verstärkte Schallreflexion des Bahnlärms in die Wintergasse -Parkplatzprobleme durch Zweitautos -problematische Zu- und Abfahrten zu den neuen Häusern -Folgewirkung für Straßenseite mit geraden Nummern -verheerende Folgen für das Stadtbild
Es sind im Bereich der 50%igen Bebaubarkeit mindestens 2 Grund- stücke die geradezu auf eine Bebauung warten und umgehend mit Bauten wie der bereits an der Stadtgrenze errichtete bebaut werden.
Auf der ganzen Länge sind insgesamt mindestens 6 Grundstücke mit teils nicht mehr bewohntem Altbestand deren Besitzer den Verlockungen er- liegen werden und verkaufen. Bauten in Größe wie der Konsenwidrige wer- den dann dort bis max. 2004 stehen.
Aufgrund der Widmungserhöhung und des ausgesprochen baufreundlichen Charakters der Grundstücke werden die Grundpreise um bis zu 1/3 steigen. Glück, wer sich rechtzeitig eingedeckt hat.
Der Schall der Wienerstraße selbst wird durch die 3 Stock hohen Bauten die vornehmlich der Länge parallel zur Straße gebaut werden zwischen den Bauten auf der gegenüberliegenden Seite (Neubau bei Paula-Villa, Schlachtschiff, Bau linksseitig dem Sanatorium) pendeln. Jedes durch- fahrende Auto wird dann mindestens 3fach zu hören sein.
Der Schall der Bahn wird zwischen den Häusern hindurch in diese „Schallpendelanlage“ eindringen und einen ähnlich unangenehmen Effekt erzielen.
Die Bewohner der Pragergasse werden die Resonanz der Bauten an der Wienfluß-Seite ebenfalls spüren.
Jetzt ist es durch die niedrige Bauweise dem Schall möglich entlang des grünen (weichen, dämpfenden) Wienflußbettes absorbiert zu werden.
Die Bewohner der gegenüberliegenden Wintergasse und deren Neben- gassen bekommen zusätzlich zum schon vorhandenen Bahnlärm eine fast perfekte Bahnlärm-Reflexions-Häuserzeile. Die Wände der dann 3stöckigen Häuser werfen den Bahnlärm „fast perfekt“ in richtiger Höhe zurück. Derzeit nimmt das Wienflußbett und der Bahndamm den re- flektierten Schall auf.
Eine nicht unerhebliche Problematik wird durch die zu erwartenden mindestens 300 Wohnungen in den nächsten 2 Jahren entstehen. Wohin mit den Zweit- und Drittautos? Von den Verkehrsproblemen die die Zu- und Abfahrt aus den Garagen entstehen gar nicht zu reden...
Innerhalb kürzester Zeit wird man dann die Bauklasse der Straßenseite mit den geraden Nummern von derzeit I/II auf II/III oder mehr erhöhen. Mit dem Argument: auf der anderen Straßenseite ist das bereits so. Und dann haben wir die Purkersdorfer Großbautenstraße.
Stadtbild. Allein diese Argument spricht gegen jegliche Widmungs- erhöhung. An Bauten der Größe wie Nr 43 in Reihe aufgestellt sieht man nicht mehr auf die Wintergassenseite, sieht man nicht mehr das Grün oberhalb des Zentrums. Bahnfahrer sehen nur noch eine häßliche Häuserzeile und fahren weiter nach Tullnerbach oder Preßbaum zum Wandern.
Für diese Widmung sprechen nur Gründe der Legalisierung vergangener, übersehener Bausünden die der Gemeinde mehr oder weniger überant- wortet wurden. Wer reißt schon gerne den Mietern das Haus unterm Aller- wertesten weg?
Daher nochmals der Appell an die Vernunft: ------------------------------------------
Einzellösung JA, eventuell noch begrenzt auf 3 – 4 Häuser mit strengen Auflagen. Die Höherwidmung der kompletten Häuserzeile Nr. 27 bis einschließlich 79 wird von der LIB kategorisch abgelehnt und auch nach einem (mittlerweile kaum zu erwartenden) positiven GR-Beschluß beim Land angefochten. Es bleibt uns da keine andere Wahl. Es hängt hier das Wohl von Bürgern und das zukünftige Stadtbild dran.
Große Hoffnung ruht auf der PUL und purkersdorfverbundenen Ge- meinderäten die sich trauen NEIN zu dieser, Purkersdorfs Stadtbild auf ewig verschandelnden, Wohnsilos ermöglichenden Bauklassenerhöhung zu sagen.
Man denke auch an die Bewohner der Wiener Straße. Oder der auch be- troffenen, dann noch mehr mit Bahnlärm konfrontierten Wintergasse. Sind dort keine SPÖ und ÖVP Wähler mehr? Gehören die alle schon zur LIB weil man sich um deren Interessen nichts schert? Hat die LIB ge- meinsam mit der PUL schon die Mehrheit? Wohl kaum.
Daher: Änderung der GR-Vorlage im Sinne der Purkersdorfer Bewohner.
Die Spekulanten und Betonierer sollen sich andere Betätigungsfelder suchen. Unsere schöne Stadt soll bleiben wie sie ist. Es wurde bereits zuviel am Stadtbild ruiniert. Irgendwann muß doch Schluß sein!!!
Rainer Aigner

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