Purkersdorf Forum Archiv 2007
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Schlagitweit ® sagt am 30.12.2006 20:54 zu Hans-Jürgen Gaugl ?:Erster Beitrag

Re: Feihlerhöhe - Sittenbild der Drüberfahrer ...


Danke für den Ruf nach einem Statement von mir zu diesem Thema. In aller Kürze (war auch in der letzten Gemeinderatssitzung von mir zu hören und in NÖN, Echo, ... bereits zu lesen):
Die Feihlerhöhe hat einen besonderen Stellenwert in Purkersdorf - man braucht einfach nur das Purkersdorflied singen, wenn man sich dessen nicht mehr ganz so sicher ist. Von einigen sogenannten "Alt"- PurkersdorferInnen habe ich tolle Geschichten darüber gehört, welche Erlebnisse sie mit diesem grünen Flecken im Herzen Purkersdorfs verbindet.
Aber auch heute noch ist die Feihlerhöhe geradezu ein Magnet für erholungsbedürftige Insider, auch wenn es immer schwieriger wird.
Derzeit steht die Feihlerhöhe im Privatbesitz. Zwar wird es geduldet, dass wir PurkersdorferInnen uns auf der Feihlerhöhe "herumtreiben" dürfen, doch wäre es toll, könnte man das nicht nur für die Zukunft auch garantieren sondern sogar noch mehr daraus machen: gepflegte Wege, ein paar Bankerln, ... Und dies lässt sich als Eigentümer wesentlich besser sicherstellen beziehungsweise durchsetzen!
DAS ist der Grund, warum ich den Rückkauf der Feihlerhöhe befürworte!
Denn: was ist denn die Alternative? Belassen wir alles so wie es ist, dann wird die Feihlerhöhe irgendwann einmal ihren Stellenwert im Großteil der Bevölkerung verloren haben - denn leider verbindet derzeit kaum ein neuzugezogener mit ihr Besonderes. Irgendwann, wenn dann der Aufschrei nur noch ein überhörbarer wäre, kämen dann wegen der zu erwartenden paar Euro mehr im Gemeindebudget wieder die Ideen der Verbauung wieder auf, und das Zuwarten hätte sich für den derzeitigen Eigentümer hoch rentabel gelohnt.
Dazu sage ich ein klares und deutliches NEIN. Genug Grünraum wurde bereits geopfert in den letzten Jahrzehnten, genug Wiesen, auf denen einst Kinder herumtollten, sind den Baggern wegen ein paar Euros für das Gemeindebudget zum Opfer gefallen.
Und was das Geld anbelangt: wenn man in den letzten beiden Jahren schon Grundstücke um rund 1,5 Millionen Euro (ja: 1 500 000,--!) verkaufen musste, so ist es wohl sicher nicht zuviel verlangt, wenn ein geringer Bruchteil davon in die Hand genommen wird, um aus der Vergangenheit der Feihlerhöhe für die hier lebenden Menschen ein Stück Zukunft werden zu lassen, oder?
Belassen wir daher die Kirche im Dorf: es geht hier um keine Mauscheleien, sondern es geht alleinig darum, dass auch unsere Enkelkinder mit der Feihlerhöhe noch das verbinden sollen können, wenn sie das Purkersdorflied singen, wie es die "Alt"-PurkersdorferInnen tun!
So, das wurde leider wieder - wie schon beürchtet - ein wenig zu lang, aber ich schicke es trotzdem mal ins Netz. Ich wünsche allen LeserInnen nochmals einen guten Rutsch!


Hallo Hans-Jürgen, dieses Statement erinnert mich an deinen Beitrag im Gemeinderat. Schöne Worte, aber konsequent am Thema vorbeigerasselt. Du brauchst sie nicht zu retten, die Feihlerhöhe. Es geht nicht um eine Umwidmung oder eine Rodung. Es handelt sich um Grünland im Biosphärenpark. Da gibt es Gesetze, die selbst die Begehbarkeit regeln. Gehandelt wird hier ein abstrakter Rechtstitel, der niemanden etwas bringt. Lukrativ sind dabei die Beträge, die hier den Eigentümer wechseln sollten: Privatisierung der Einnahmen, Vergesellschaftung der Ausgaben, das ist das neoliberale Programm, kurz: Diebstahl am öffentlichen Eigentum.

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