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Auf den Spuren des Juuz


Schweiz

Zum langjährigen Österreichischen Jodeln ghört auch „Außegrasn“ dazua. Und so besuchte ich einen Workshop in Wien, um den Schweizer Juuz zu lernen.
Es ist ein „Naturjodel“ aus dem Appenzell, Toggenburg und auch Muotathal.

Ins Appenzell hat`s mi 2017 verschlagen, gleich über die Vorarlberger Grenze, wo wir 2 Tage lang auf einer Almwanderung mit Übernachtung auf der urigen Käsealm dem Juuz auf der Spur waren. Auch dort wurde das Muotathal als weitere Vertiefung genannt.

Klingt verlockend.
Eine Fahrt ins Blaue, das Muotathal die Motivation und ungefähre Richtungsgebung für 13 Tage Urlaub.

Die Autobahn, Liechtenstein hinter uns lassend, führt uns am Walensee entlang. So blau liegt er unter uns, auf zum Strand in Mühlehorn. Sehr gut beschildert, kostenlos, ein ebener Zugang ins Wasser. Herrlich. Zu fixen Zeiten muss man dem Ausflugsschiff Platz lassen.

Meine Straßenkarte ist Blanko-Wegweiser. Bergstraßen sehen für mich verlockend aus und manche Ortsnamen.
Auf der Strecke zum Vierwaldstätter See fahren wir zum Klöntalersee,
einem Kleinod auf 848 m, jedoch gut besucht. Das Wasser etwas kühler als im Tal.

Bei Glarner Spagetti zu Mittag sehe ich auf der Karte die Passhöhe von 2.000 m auf der vor uns liegenden Strecke: Klausenpass. Ob man dort die Nacht zubringen könnte? -  und erinnere mich an das Hospiz am San Bernardino, wo wir 2018 schliefen, um mit den dort lebenden Bernhardinern auf Wanderung gehen zu können.
Es gibt ein Passhotel mit Matratzenlager. Beides buche ich – perfekt!

Schweiz

Dann der Anstieg auf den Pass, durch Bergriesen in allen Schattierungen, umsäumt von saftigen Almwiesen, umgeben vom Geläute der grasenden Kühe.
In einem Hofladen erstehen wir einen Mutschli.

Das aus dem 19. Jahrhundert stammende Hotel versetzt meinen Mann in Schwindel ob der schiefen Böden und Stiegen und mich in Verzückung. Man setzt den Fuß gerade auf und geht bergab hinauf. Die Zimmer sind im historischen Stil mit Waschschüssel z. B., eingerichtet. Dusche und WC gemeinschaftlich.
Matratzenlager wegen COVID-19 nur durch meinen Mann belegt – wer schläft schon oft allein auf 50m² ?
In der Früh ein tolles Z´Morgebuffet mit Joghurt und verschiedenen Käsen.

Unsere Wanderung führt uns zur Ruosalper Chulm zu einem kleinen Gebirgssee, aber auch in einen Gewitterregen, in welchem wir in einem Beizli Unterstand suchen.

Als wir ob der gebotenen Köstlichkeiten unsere Euro-Münzen zusammensuchen, muss sich die Wirtin alterieren: „Kommen in die Schweiz und haben net amol das richtige Geld dabei!“
Wir teilen uns ein Meringue mit Nidlä – das Teilen ruft Erstaunen hervor – immerhin ist es ein Windgebäck so groß wie ein Handteller, welches mit Schlagobers gefüllt und umhüllt ist.

Wieder trocken im Auto fahren wir weiter ins Tal hinab, nach Flüelen - diesen Namen habe ich schon mal gehört -, am Vierwaldstättersee, wo ich hoffe, wieder schwimmen zu können.
Da es schon 18h ist, wird uns der Eintritt geschenkt und wir sitzen zwischen Palmen in Töpfen und modernen Outdoor-Sitzgruppen am Wasser. Gegenüber die Autobahn. Entspannung pur bis Badeschluss.
Im Flüelerhof nehmen wir Quartier. In der Rezension im Internet ist zu lesen: „... die Schweiz sollte mehr in ihre Hotellerie investieren, auch dieses Hotel zeugt von vergangenen Zeiten...“. Das WC ist hier am Gang.
Zum Vorteil für uns – die Preise halten sich, in einem Land, in welchem das Lohnniveau doppelt so hoch ist wie bei uns, in solchen Beherbergungen in Grenzen.
Das Frühstück nehmen wir an den Tischen der hauseigenen Pizzeria ein.

Turkmenistan In einem Prospekt erfahre ich von den tollen „Aufstiegshilfen“ auf die Berge. Unter anderem von der steilsten Zahnradbahn der Welt auf den Hausberg von Luzern, dem Pilatus, oder von der Spezial-Gondelbahn auf das Stanser Horn in den Urner Alpen, welche ein offenes Oberdeck anbietet.
Als ich im Internet recherchiere, werde ich auf den Titlis ebendort aufmerksam, 3.238 m hoch, auf welchen die Seilbahn „Rotair“ das letzte Teilstück befährt, diese dreht sich 360° um die eigene Achse. Das wäre doch was...

Wir kommen dem Muotathal immer näher. Entlang des Vierwaldstättersees gelangen wir zur Tellsplatte, wo wir die Tellskapelle besuchen.
Mein Vater hat diese 1935 nach einer Reise mit meiner Mutter als Aquarell verewigt. Seitdem hängt dieses Bild gemeinsam mit einem Aquarell des Schloss Chillon am Genfer See in meinem Wohnzimmer.
Es ist so friedlich hier. Der See blau und grün.

Über Schwyz gelangen wir endlich ins Muotathal, vorbei an der Standseilbahn nach Stoos, welches auf 1.305 m Seehöhe liegt. Es ist dies die steilste Standseilbahn der Welt mit 110% Neigung. Die zylindrischen Wagen der Bahn drehen sich innerhalb der Außenkabine zur jeweiligen Neigung. Hochmodern die Technik.
Am Wochenende gibt es dort einen lokalen Markt. Ein erster Termin!

Wir fahren ins Tal weiter hinein. Auf der Karte keine besonderen Angaben. Also sind es die Straßenschilder: Huskyfarm!  Wir machen Halt, es sind ca. 50 Hunde hier untergebracht, welche im wirklich schneereichen Winter ihre Stärken zeigen können bei Schlittenfahrten.
Ich fotografiere auch die typischen Stallgebäudefronten aus Holz.

… Aber wo ist der berühmte Juuz, der unsere Reise initiierte?

Alle Zimmer im Tal sind belegt, wir werden von der Wirtin des Posthotels ins Bisisthal weiter bergan verwiesen, an einen Gasthof an der Bergstraße, Dusche und WC am Gang, aber gutes Frühstück inkludiert. Wir wollen 2 Nächte bleiben.

In der Gaststube tönt aus dem Radio Örgelimusik und dazwischen immer wieder der Juuz. Da ist er also! Ich erkenne ihn gleich wieder und kann auch mitsummen.
Unser Gastwirt stellt ein Radio in mein Zimmer, damit ich dem Lokalsender weiterlosen kann.

Er recherchiert für mich, wo es diesbezügliche Veranstaltungen trotz COVID-19-Beschränkungen gibt.
Tatsächlich findet er ein Jodel-Chilbi am Sonntag in der Nähe von Küssnacht. Das klingt vielversprechend!

Am Samstag hats auf einer Alm im Muotathal Örgelimusik, ab 11h. Jetzt müssen wir noch den Besuch am Bauernmarkt unterbringen...
Wir buchen also eine 3. Nacht, dann können wir am Montag auch gleich dem Schafmarkt direkt vor unserem Quartier beiwohnen ))

Turkmenistan Am Liplisbühel, wohin eine versteckte, oftmals einspurige Straße führt, spielt die 3-köpfige Musi schon gut auf. 2 Örgeli-Spieler und ein Bassgeiger, die typische Formation. Sie haben mehrere Örgeli in verschiedenen Tonarten dabei (so wie unsere Spieler*innen mit der Steirischen Harmonika).
Wir ergattern ohne Reservierung noch 2 Plätze in dem kleinen Außenbereich der Hütte mit Blick aufs Tal.
Wie bei unserer Volks-Tanzmusik wird Schottisch, Polka, Walzer, Landler und mehr gespielt. Auch nach 1,5 h wollen wir gar nicht wieder hinunterfahren. Live ist diese spezielle, oft nach Drehleier klingende Musik wunderbar!
Unsere Tischnachbarn erzählen vom uns schon avisierten Jodel-Chilbi am darauffolgenden Tag und der davor stattfindenden Jodel-Messe auf der Seebodenalp – das können wir uns nicht entgehen lassen! Ich bin vom Glück gesegnet.
Früher Aufstehen ist nun angesagt.

Aber jetzt wartet der Bauernmarkt am Stoos.
Hauptsächlich interessant ist dort die musikalische Umrahmung. Die 3er-Gruppe hat auch den Juuz im Programm, den ich mir extra wünsche!

Als ich am Abend um 20h hungrig nach einer Suppe frage, ist noch eine typische Brotsuppe übrig – dunkelbraun, mit Zwiebel. Lecker!

Am Sonntag geht’s schon um 8h Richtung Küssnacht zur Seebodenalp auf 1.000 m Seehöhe am Rigi, dem zugehörigen Hausberg. Wieder eine oftmals einspurige Bergstraße.
Bei strahlendem Wetter erreichen wir die Alp, Parkplatz gibt’s zuhauf.
Dann nehmen wir an der Jodel-Messe im Freien teil. Die Jodelvereinigung von Arth bringt ihr Liedgut. Alphornbläser umrahmen akustisch, Fahnenschwinger optisch.
Gegen Ende der Messe nimmt ein Alphornbläser ein „Floß“ zur Hand und spricht wie durch ein  Megaphon ein Mariengedicht.

Nach Ende begibt sich ein Großteil der Teilnehmenden im 20 min Marsch zur Ruodisalp, wo das Jodel-Chilbi stattfindet. Mit Bierzelten, Holzbänken und Ausschank wird traditioneller Musi neben dem Alpgasthaus gefrönt.
Es spielt eine 5-köpfige Gruppe Volksmusik mit Örgeli und Knopfharmonika.
Dazwischen immer wieder Jodelvereine. Die Frauen singen an und führen meistens die Melodie, die Männer begleiten vielstimmig.
Die Alphornbläser nehmen nicht nur ihre Hörner in Fis-Dur zur Hand, sondern als Highlight ein Büchl in B-Dur, welches wie ein zusammengefaltetes Horn anmutet.

Schweiz

Abends nehmen wir ein Bad im örtlichen Schwimmbad im Vierwaldstättersee.

Der Schafmarkt im Bisisthal ist nur Ortskundigen bekannt. An der Straße reihen sich die Transporter aneinander, einige sind 2-stöckig. Es regnet zeitweise. Viele urige Typen mit langen Bärten sind zugegen, auch Frauen sind unter den Besitzern.
Die weißen Alpenschafe und schwarzbraunen Bergschafe werden ausgeladen, in einen Pferch getrieben, gewogen, mit Kreide markiert und den Händlern verkauft.
Unser Wirt Guido sagte den einprägsamen Satz: “Es ist schon eigenartig, zuerst ermöglicht man ihnen einen schönen Almsommer, um sie hernach zum Schlachter zu führen...“ Für Tierliebhaber wie uns kein erfreulicher Anblick, viele Tiere scheinen den bevorstehenden Weg zu spüren.

Traditionell gibt es schon ab 8h für die Schwerarbeit ein Essen: Hafenkabis. Lammfleisch mit Kraut lange gekocht, dazu Salzerdäpfel und warme Apfelschnitzen. Ich hatte mich nur für eine Kostprobe angemeldet, da wir ja erst um 8h gefrühstückt hatten.
Der volle Teller um € 25,-- um 10.30 h war dann doch zu üppig, aber, das Fleisch beiseite lassend, köstlich.

Dann heißt es Abschied nehmen vom Muothatal, von viel Urtümlichkeit, um wieder hinauszufahren.
Mir war in den letzten Tagen auch noch eingefallen, ein Notengeschäft  aufzusuchen. Das in Schwyz würde erst um 14h öffnen – aber heute steht Mount Titlis auf dem Programm, Richtung Luzern von Engelberg aus zu erreichen.

Ich muss 3 Seilbahnen nehmen, um die Eisgrotte auf der Spitze zu erreichen. Das Wetter ist gut. Wenig Leute, € 96,-- hin und retour.
Auf dem letzten Teilstück sehe ich den weit zurückgeschmolzenen Gletscher, dessen Eis 5.000 Jahre alt ist.
Oben angekommen gehe ich in die Grotte des Titlisgletschers hinein, 150 m weit, das Eis, in Blau und Rosa gehüllt, ist trocken und glatt. Die Temperatur konstant              – 1,5° C. Die Eisbar wartet auf Öffnung.
Danach überquere ich Europas höchst gelegene Hängebrücke, 100m lang, 500m über den Abgrund gespannt, mit Blick auf einen weiteren Gletscher.
Ein lebensgroßes Pappschild erinnert an die letzten Filmaufnahmen von Bollywood.

Als ich wieder zu Tal schwebe, erinnere ich mich an die Noten... also, nach einem Informationsanruf im Geschäft, doch wieder zurück nach Schwyz.
Bevor wir den Vierwaldstätter See wieder landeinwärts verlassen, fahren wir im Kurort Brunnen an einer wunderschönen Seepromenade, welche von Hotels aus dem 19. Jahrhundert flankiert wird, vorbei und kommen nicht umhin, zu halten und eine heiße Schoggi zu trinken.
Dabei kommen wir auch ein einem Optiker vorbei, welcher auf einem Klappschild mit „Zwöiti Brüllä choschtälos“ wirbt -

Dann endlich, in Schwyz angekommen, in einem Haus aus dem 17. Jahrhundert, bekomme ich Literatur fürs Schwyzer Örgeli, z. B. „Urchige Örgeli Tänzli“ und werde diese auf meiner Steirischen Harmonika ausprobieren.

Um den Seen in westlicher Richtung weiter zu folgen, um den Neuenburgersee und Interlaken, zwischen Brienzer und Thunersee gelegen, zu erreichen, nehmen wir den Sustenpass in Angriff. Dieser ist nur 20km Luftlinie von meinem schönen Ausflugsberg Mount Titlis entfernt, jedoch 1,5 Stunden auf der Straße.
 
Auch dort hat es eine Übernachtungsmöglichkeit, diesmal das Hospiz, 2.265m hoch gelegen, in welchem es auch Einzelzimmer sowie Bettenlager gibt.
Auf einem Tisch kann man diverse Käse, Würste und Süßes aus dem Tal erwerben.
Das Z´Morgebuffet ist üppig.

Leider stört der heranziehende Nebel am Vormittag unsere Bergwanderung, wir machen uns nach kurzem Abwarten im Auto, ein wenig mehr Sicht zu haben, ins Tal auf und können den bekannten „Steingletscher“ in nächster Nähe bei strahlendem Sonnenschein erschauen. Auf unserer Strecke hat es immer wieder Almen, in welchen man deren Köstlichkeiten erstehen kann.

Interlaken, bekannt durch die Schirennveranstaltungen (Wengen), ist ein mondänes Städtchen mit Gebäuden aus dem 19. Jahrhundert.
Gleich die erste Straße erwartet uns mit aneinandergereihten indischen Lokalen mit arabischen Speisekarten.
Der Grund entdeckt sich uns im Casinopark, in welchem die Statue des bedeutenden indischen Bollywood-Regisseurs Yash Chopra seine Verehrer*innen anzieht. Dieser war auch Botschafter Interlakens und hat u.a. auf dem Jungfraujoch gedreht und „den Schnee berührt“.
Für Touristen aus dem Arabischen Raum ist die Schweiz das Paradies auf Erden. CHF 420,-- pro Tag und Person, Übernachtung exklusive, werden durchschnittlich im Urlaub in Interlaken ausgegeben. Hotels und Gastronomie passen sich mit einem Touristenführer für Arabische Gäste an diese wichtige Klientel an. Ein Passus hieraus ist, bei Stau nicht auf den Bahngeleisen zu warten -

Unsere Route führt uns jetzt direkt nach Neuchatel am gleichnamigen See, in die französische Schweiz.
Am Hauptplatz erfrage ich am erstbesten Hotel am Platz, „Hotel du Marché“, mögliche Zimmer. Im 3. Stock werden wir angesiedelt, in einem Haus aus dem Mittelalter. Herrlich! Tagsüber das Summen hunderter Stimmen der schon um 7h zum Kaffee sitzenden Besucher*innen, abends die Rufe und das Gelächter der Nachtschwärmer*innen. Die Lokale im Freien sind zu jeder Tageszeit voll.
Was uns hier allerdings noch alles erwartet, darauf waren wir nicht gefasst:
wir erhalten eine Gratisparkkarte für die blaue Zone sowie einen Touristenpass mit Gratis-Attraktionen in der Region des Neuenburger Jura – und jeden Tag strahlendes Sommerwetter!
Eine 1,5-stündige Seerundfahrt bringt uns ans andere Ufer, nach Cudrefin, wo es Sandstrände gibt.
Nachmittags finden wir uns an einem der unzähligen Schotterstrände ein. Die Luft ist lau, der See spiegelt das Blau des Himmels in allen Schattierungen wider. Und hinter uns, gleich hinter dem Weg, die Weingärten.
Diese Region ist auch der Ursprung eines umstrittenen, in den letzten Jahren wieder in Mode gekommenen Getränkes, - Absinth.
„Die Grüne Fee“, wie sie einst genannt wurde, erlebte einen Aufschwung und eine Neupositionierung unter den Spirituosen. War der Konsum dieses, ursprünglich  Heilmittel, doch bis im Jahr 2005 in der Schweiz verboten!
Wir besuchen das Maison de l´Absinthe in Môtiers und können stilgerecht 3 verschiedenen Abstufungen dieser Wermutart, verdünnt mit Wasser aus dem dazu gehörigen silbrigen Spender, genießen.

Auf der Strecke passieren wir Chaux de Fonds, welches als Uhrenheimat mit seinem schachbrettartigen Gebäudegeflecht aus Jugendstilhäusern beeindruckt. Es ist UNESCO-Welterbe. Eines der größten internationalen Uhrenmuseen bewundern wir ebenfalls.
Wir verlängern um einen Tag, besuchen am Freitag den Markt vor unserem Hotel sowie den Sandstrand in Cudrefin. Bis um 21h lässt sich´s hier schwimmen, ein natürlicher Pool im See.

Jetzt sind wir ja schon 30km vor der Grenze zu Frankreich, die wir passieren wollen. Doch zuvor muss ich unbedingt das Kurbad am Südzipfel des Lac Neuchatel besuchen, Yverdon-les-Bains. Ein verlockender Name.
Eine Bleibe zu finden, so wie in den österreichischen Kurorten, gestaltet sich hier schwierig. Im Umland gibt es einige Zimmer, die uns jedoch wegen Kleinheit nicht zusagen. Um 19h fragen wir im riesigen 3-Sterne-Hotel de la Source. Die Herren in geschniegeltem Schwarz-weiß geben höflichst Auskunft, doch leider sei es „Tout complet“. 
Ich gehe erst mal schwimmen. Obwohl schon 20h, ist der Strand bevölkert wie zur Tageszeit und es wird fleißig gegrillt. 20.30h, entspannt, stellen wir fest, dass auch das Hotel du Theatre nur mehr 1 DZ frei hat, zu einem Preis, welcher heute Abend im Grandhotel verlangt werden würde...
Also, auf dorthin! Ein netter asiatisch-stämmiger Rezeptionist (so wie viele Hotelangestellte hier) begrüßt uns herzlich, weist daraufhin, dass wir den angeschlossenen Thermalbereich am nächsten Tag bis 20h mitbenützen könnten... Er verpasst uns auch ein Upgrade zu einem Deluxezimmer ...und wir genießen schon die Aussicht auf die Pools!
Bis 12h sitzen wir auf unserem Balkon um uns dann in den Thermalbereich zu fläzen. Herrlich! 3 Pools, darunter ein Japanischer mit 40° C Wassertemperatur, ein Garten.

Um 19h, „on the road again“, übermannt uns der Abendhunger, und wir entdecken an der nahen Tankstelle verbilligte mit Köstlichkeiten gefüllte Riesenbaguettes – so lässt es sich auch hier schlemmen! -

Im Abendlicht nehmen wir die Schnellstrecke über die Autobahn, vorbei an etlichen einfachen Pensionen (für die Kurgäste vermutlich) und befinden uns 20 Minuten später über der französischen Grenze mit den Bergen in unserem Gemüt.

 

Legende

außigrasn              über den Tellerrand gucken
Glarner Spagetti    Spagetti mit Käserahm und Ananas
Mutschli                Schweizer Halbhartkäse in Form eines handtellergroßen Laibes
Beizli                     Almhütte
Örgelimusik          diatonische kleine Harmonika
Jodelchilbi             Jodlertreffen mit Kirtag
heiße Schoggi       heiße Schokolade
Tour complet         ausgebucht
on the road again   wieder unterwegs

 

Susanne Wallner
2020


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