Purkersdorf Forum Archiv 2006
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Schlagitweit ® sagt am 02.04.2006 22:11:Nächster Beitrag

Amtsblatt - ein parteipolitisches Kampfblatt?


Ich habe für die letzten Purkersdorfer Informationen einen kurzen Beitrag verfasst, der u.a. von der Beunruhigung von AnrainerInnen wegen des Kahlschlags an den Abhängen des Schöffelsteins im Gemeindewald berichtete.
Der Oberförster Ing. Redl hat dazu eine Sachverhaltsdarstellung an die Gemeinde geschrieben - handschriftlich, von der mir eine Kopie vorliegt. Darin begründet er die Schlägerung mit „waldbaulichen Gründen“ und erläutert die umweltschonende Durchführung der Schlägerung. Ich halte es für einen Fortschritt in der politischen Kultur, wenn die Verantwortlichen ihr Tun gegenüber einer beunruhigten Bevölkerung erklären. Die Stellungnahme überzeugte mich so weit. Im letzten Satz beteuert Hr. Ing. Redl, dass er keine Beunruhigung der Bevölkerung feststellen konnte. Kann durchaus sein, heißt aber sicher nicht, dass es sie nicht gab. Er hätte sich durch einen schlichten Anruf davon überzeugen können.
Im Amtsblatt ist nun diese Sachverhaltsdarstellung abgedruckt – allerdings erweitert um 1. eine kurze Polemik gegen die Purkersdorfer Informationen, die sich im Originalbrief nicht findet und 2. einen Vorspann, der meinen Beitrag „in einer Purkersdorfer Zeitung“ als Falschinformation hinstellt und der Unwahrheit bezichtigt.
Jetzt hinterlässt der Artikel im Amtsblatt den Eindruck, dass Ing. Richard Redl für den gesamten Beitrag verantwortlich zeichnet, ihm wird damit die polemische Einleitung unterstellt, und seine ursprünglich sachliche Stellungnahme kriegt damit einen Anti-LIB&G-Drall. Für die Parteinahme im Vorspann zeichnet niemand verantwortlich, der Parteienkämpfer versteckt sich hinter Ing. Redl.
Die zentrale Frage in meinem ursprünglichen Beitrag (und der kurze Beitrag besteht ja fast nur aus Fragen!) ist aber dennoch nicht beantwortet. Sie betrifft nämlich die politische Verantwortung. Zitat Purkersdorfer Informationen: „Es bleibt der bittere Beigeschmack, dass vor solchen Eingriffen weder die Stadträtin für Umwelt, noch der Umweltausschuss des Gemeinderates beschäftigt wird. Gilt Wald in Purkersdorf ausschließlich als Wirtschaftsfaktor?“
Diese Frage ist nach wie vor offen. Und die Gemeinde kann diese Frage nicht durch eine Stellungnahme des Gemeindeförsters beantworten lassen.
Und übrig bleibt die schale Erkenntnis, dass das Amtsblatt zwar aus Steuergeldern finanziert wird, aber von anonymen RedakteurInnen als parteipolitische Kampfpostille missbraucht wird.
GR Christian Schlagitweit

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