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Netzwerk Newsletter 2004-01-11

Purkersdorf

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Netzwerk Wienerwald

NETZWERK WIENERWALD NEWSLETTER 2004-01-11

Überblick:


1. Tagesordnung Netzwerk Treffen, 2004-01-13

Netzwerk Wienerwald Treffen
13. Jänner 2004, 19:00 Uhr, Stadtheuriger Ullmann, Purkersdorf, Wiener Straße 12 (Unterer Hauptpatz)

Tagesordnungspunkte:

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2. Managementpläne Natura 2000

Im letzten Newsletter erschien Dr. Dieter Armerdings Zusammenfassung eines Gesprächs mit Frau DI Elisabeth Scholz vom Büro Knoll (für jene, welche die Nachricht nicht gespeichert haben, nachzulesen unter: http://netzwerk.puon.at/netzwerk/newsl/2003-12-14.php#1).

Herr DI Thomas Knoll hat dazu das folgende Mail geschickt:

>>>>>>Liebe Kollegen !

Anbei nur kursorisch einige Anmerkungen zum leichteren Verständnis: (T.K.)<<<

Die zu den Managementplänen (MP) gehörenden Karten, die nach wie vor auf der Website der NÖ Landesregierung einzusehen sind - man kann sie auch kaufen - sind schon wesentlich verbessert worden und exakt bis zu einem Maßstab von 1:5000 (als Satellitenbilder). Sie werden auch sehr hilfreich für andere Arbeiten sein. Es ist aber trotzdem schwer nachzuvollziehen, welche Gebiete für die MP tatsächlich evaluiert wurden, zumal auch offensichtlich nicht alle FFH-Flächen untersucht wurden, sondern nur jeweils ein Teil.

>>>>>>Es wurden alle Flächen bei der Ausweisung kartiert, eine Evaluierung ist erst nach einer längeren Ausweisungsperiode vorgesehen. (T.K.)<<<

Es wäre eigentlich zu erwarten gewesen, dass eine Liste aller FFH-Lebensraumtypen plus der Lebensräume der Arten gemäß Anhang II publiziert wird, mit genauen Koordinaten, Größenangaben und sonstigen Details. Konsequenterweise sind Beschreibungen, Ziele und Maßnahmen recht pauschal gehalten. Zum Beispiel machen Glatthaferwiesen und Trespenrasen den größten Teil der zu erhaltenden Wiesenflächen aus. Tatsächlich findet man aber alle möglichen Ausprägungen dieser Wiesentypen ebenso wie Übergänge von einem in den anderen, die gemäß einer Düngungsskala von ungedüngt (so gut wie nicht vorhanden) bis überdüngt (der größere Teil) auch einen zugehörenden Grad an Schutzwürdigkeit repräsentieren. Konkret wäre dann wohl nur ein kleiner Teil der ausgewiesenen Wiesen wirklich schutzwürdig. Ausschlaggebend für die Entscheidung der Schutzwürdigkeit einer Wiese wäre das Vorkommen von "Rote Liste" - Arten. Die wurden allerdings zur Begutachtung nur beschränkt oder gar nicht einbezogen.

>>>>>>Richtig: "Rote Liste" - Arten spielen bei der Ausweisung von Natura 2000 keine Rolle, das System ist ein anderes. (T.K.)<<<

Es ist sicher als positiv zu bewerten, dass als Pflegemaßnahmen für die meisten Wiesenflächen Pufferzonen vorgeschlagen wurden, die Aushagerung der Wiesen und entsprechend ein Düngeverbot

>>>>>>Verbote sind insbesondere bei der Umsetzung von Natura 2000 im Bereich der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung nicht vorgesehen (Entschädigungsfrage !). Vielmehr sollen die geeigneten Pflegemaßnahmen durch freiwillige Instrumente des Vertragsnaturschutzes erzielt werden. (T.K.)<<<

oder die Düngereduktion, sowie regelmäßiges Schwenden u.a. Wenn man also davon ausgeht, dass diese Maßnahmen für alle Wiesen angewandt würden, ob sie nun wirklich aus Gründen des Artenschutzes noch schutzwürdig sind oder nicht, dann würde man wohl auch die wichtigen Wiesen mit erfassen. Wenn man dann auch noch den ersten Mahdtermin für einen großen Teil der Wiesen so spät legt, dass die Frühblüher eine Chance haben Samen zu bilden, dann würde dies sicher dem Artenschutz sehr dienlich sein. Trotzdem ist es schwierig festzustellen, ob wirklich alle wichtigen Wiesen der Thermenregion Wienerwald in die MP einbezogen wurden, bzw. auf der entsprechenden Liste der FFH-Lebensräume enthalten sind, weil immer noch nur die Ersteller dieser Listen Einblick in die Daten haben.

>>>>>>Dies ist eine technische Frage. Inhaltlich können wir gerne alle Anfragen beantworten. (T.K.)<<<

Für die Lebensräume der prioritären Tierarten gilt wohl ähnliches wie für die Pflanzen. Z.B. würden die vorgeschlagenen Maßnahmen zur Erhaltung der Lebensräume einer begrenzten Selektion von Schmetterlingsarten auch das Überleben einer Vielzahl anderer Artgenosssen fördern. So putzig die Ziesel mit ihrem Hauptvorkommen auf der Perchtoldsdorfer Heide sind, sie verdanken die Üppigkeit ihrer Population den ständigen Fütterungen durch die Besucher. Das Ganze hat Zoo-Charakter. Wenn man wirklich etwas für die Ziesel im Wienerwald tun will, sollte man einen größeren Teil der Population woanders hin umsiedeln, wo die Lebensbedingungen wirklich artgerecht sind. Das mit den Bibern im Wienerwald ist wohl immer noch ein schlechter Witz. Die Verantwortlichen für diesen Unfug - das ist sicher nicht das Büro Knoll - sollten sich einmal wirklich natürliche, artgerechte und funktionierende Lebensräume des Bibers anderswo in der Welt ansehen. Die vorgeschlagenen Erhaltungsmaßnahmen treffen dann auch eher für die Augebiete zu, sind aber irrelevant für den Wienerwald. Wenn man sich die Maßnahmen für den günstigsten Erhaltungszustand der Waldgesellschaften ansieht, fragt man sich, wieso hier - anders als im Biosphärenpark - die Möglichkeit ignoriert wurde, Nichtbewirtschaftung vorzuschlagen, z.B. in Form von mehr Naturwaldreservaten.

>>>>>>Nichtbewirtschaftung ist wie beim Biosphärenpark eine Frage der Bezahlung. Da im Bereich Natura 2000 bisher der Forstbereich fördertechnisch fast nicht vorkommt, sind Wünsche nach Nichtbewirtschaftung illusorisch. Daher freuen

wir uns ja auch, wenn gerade in diesem Bereich der Biosphärenpark etwas zusammenbringt. (T.K.)<<<

Die endgültige Fassung der MP wird wohl erst im Jahr 2004 fertig sein.

>>>>>>Stimmt, wobei der Begriff "endgülig" falsch ist, da diese Infomappen laufend adaptiert werden sollen. (T.K.)<<<

>>>>>>....... (T.K.)<<<: Anmerkungen von DI Thomas Knoll

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3. Österreich-Konvent

Umweltdachverband an Österreich-Konvent: Umweltschutz als Verpflichtung in Verfassung verankern, Naturschutz muss Bundeskompetenz werden!

Der Umweltdachverband formuliert Anforderungen und Zielsetzungen für eine neue Österreichische Bundesverfassung. Nachzulesen unter: http://www.umweltdachverband.at/service/index.htm , Medieninformationen anklicken und dann die Meldung vom 15.12.2003 (Nähere Informationen ...).

Anmerkungen und Anregungen von Dr. Peter Fritz (Gemeindeautonomie und Finanzausgleich Neu, siehe: http://netzwerk.puon.at/netzwerk/newsl/2003-11-03.php#2) sind offenbar nicht aufgegriffen worden.

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4. "Jeder 5. Bauer hat bereits aufgehört!"

Schlagzeile in der NÖN, BEZIRK BADEN
NÖN ONLINE, Baden, 2004-01-05

Der Obmann der Bezirksbauernkammer Baden, Josef Raith, im Interview mit der NÖN über die Ängste, Sorgen und Probleme unserer Landwirte:

2003 war ein Horror-Jahr für unsere Landwirte. Der extrem trockene Sommer führte zu enormen Verlusten. Wenn die Ernte im heurigen Jahr ähnlich schlecht ausfällt, wird es ganz katastrophal. Als Landwirt muss man Idealist sein, sonst wirft man das Handtuch.

Es hat Ernteausfälle bis zu 50 Prozent gegeben. Viele Bauern müssen Futter zukaufen. Je nach Größe des Betriebes müssen dafür bis zu 10.000 Euro ausgegeben werden. Das Einkommen ist katastrophal. Natürlich gab es günstige Kredite für Landwirte, die unter der Dürre litten, aber zurückzahlen müssen sie das Geld trotzdem. Von den 1.300 landwirtschaftlichen Betrieben im Bezirk, werden schon jetzt rund 60 Prozent im Nebenerwerb geführt. In den letzten zehn Jahren hat jeder fünfte Landwirt aufgehört.

Wenn es so weitergeht, ist zu erwarten, dass vor allem im Wienerwald die Wiesen nicht mehr gepflegt werden können.

Mit der GAP-Reform wird das Prämiensystem umgestellt. Es wird in Zukunft nicht mehr Prämien für einzelne Bereiche geben, sondern eine Prämie für den gesamten Betrieb. Es ist zu erwarten, dass die Bauern in Zukunft weniger bekommen. Hilfe bräuchten wir auch bei den Preisen - vor allem für Milch und Getreide. Derzeit bekommen wird Landwirte für einen Liter Milch 30 bis 33 Cent, in Zukunft müsste das deutlich mehr sein, so um die 20 Prozent.

Für eine gewisse Gruppe ist ein verstärkter Ab-Hof-Verkauf für die Bauern sicher eine Zukunftsperspektive, vielleicht für jeden Fünften, aber sicher nicht für alle, weil dafür hohe Investitionen notwendig sind.

Es kommen viele Neuerungen auf uns zu. Eine davon ist das neue Tierschutzgesetz, das derzeit in der Begutachtung ist. Wenn das so kommt, wie derzeit vorgesehen, müssen viele Bauern zusperren - weil vorgesehen ist, dass Kühe nicht mehr im Stall angehängt werden dürfen, sie einen entsprechenden Auslauf haben müssen. Das heißt, dass so mancher Betrieb ausbauen muss - und das werden viele nicht schaffen. Weil ihnen entweder der dafür notwendige Platz fehlt, oder das Geld, oder beides.

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5. Großes Vertrauen in die Bundesforste

Absolute Mehrheit sieht Bundesforste als beste Naturflächen-Betreuer

Eine jüngste Umfrage des Instituts Fessel-GfK bestätigt einmal mehr die herausragende Bedeutung der Österreichischen Bundesforste als Naturbetreuer. 52% der Befragten nannten die ÖBf AG als "am besten geeignet zur Bewirtschaftung des Staatswaldes".

Die gesamte Pressemitteilung ist auf der Homepage der Österreichischen Bundesforste abrufbar: http://www.bundesforste.at/dbpresscornerausgabe/detailansicht.php?ID=101

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6. Gedankensplitter

Individualverkehr im Wiener Umland:

Die Motorisierung im Raum Wien hat dramatisch zugenommen. In Klosterneuburg, Purkersdorf, Mödling und Schwechat kommen 570 Fahrzeuge auf 1000 Einwohner.

Im Bundesländervergleich verbrauchen die Niederösterreicher den meisten Treibstoff. Das ist das Ergebnis einer Studie des VCÖ die den Spritverbrauch der Bundesländer erhoben hat. Während die Wiener nur 283 Liter Treibstoff pro Jahr für ihr Auto verbrauchen, sind die Niederösterreicher mit 537 Litern die Meistverbraucher.

Die Gründe dafür sieht Christian Gratzer vom Verkehrsclub VCÖ nicht nur in der Größe des Bundeslandes: "Niederösterreich hat einfach nach wie vor einige weiße Flecken auf der Landkarte, was den öffentlichen Verkehr angeht, es fehlt an guten Bus- und Bahnverbindungen vor allem im Waldviertel aber auch in Teilen von Wein- und Mostviertel."

Weitere Ursachen sieht der Verkehrsclub aber auch in der wachsenden Besiedelung des ländlichen Raumes. Hier seien vor allem die Raumplaner gefragt.

Weltkulturerbe Wien, 1.Bezirk:

"Bestenfalls kleinlaut war die Feier, die Wien im Oktober anlässlich der Eintragung in die Liste des Weltkulturerbes ausgerichtet hat. Dass die Urkunde nicht mit Pauken und Trompeten übergeben wurde, war Ausdruck von Unbehagen und Misstrauen: Unbehagen auf Seiten der Stadt, die angesichts der Wien-Mitte-Querelen anscheinend überrascht zur Kenntnis nehmen musste, dass mit dieser von ihr selbst angestrebten Würde doch auch eine gewisse Erhaltungsbürde verbunden ist; Misstrauen bei der Unesco, die skeptisch ist, ob Wien diesen Verpflichtungen auch entsprechend nachkommen wird."

Aus dem Standard-Artikel "Dicke Rampe, armes Erbe" von Andreas Lehne (Kunsthistoriker, lehrt an der TU und an der Universität für angewandte Kunst in Wien) anlässliche der Einweihung des "Soravia-Wings" vor der Albertina, 2003-12-13/14.

Definition von "nachhaltig":

"Was wir nachhaltig nutzen, können wir vererben."
Gefunden auf einem Werbeplakat der "Biosphärenreservate in Deutschland"!


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Letzte Änderung: 2004-01-12 - Stichwort - Sitemap