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Netzwerk Newsletter 2003-07-08

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Überblick:


1. ÖBf AG: Von weniger "Holz-Geld" für Grasser bis Dialog über Biosphärenpark

Die Presse, 2003-06-25

Weniger "Holz-Geld" für Grasser

Die Bundesforste verzichten bis 2010 auf härtere Einschnitte. Der Mitarbeiterstand soll nun um 150 - statt wie befürchtet um 400 - Personen reduziert werden.

14,5 Millionen Euro werden die Österreichischen Bundesforste heuer an den Finanzminister Karl-Heinz Grasser abführen (Fruchtgenuss und Dividende). Das sagten die Vorstände Georg Erlacher und Thomas Uher am Dienstag vor Journalisten. Die Zahlung liegt um 1,5 Millionen Euro über der des Vorjahres.

Für Unruhe hatten Meldungen gesorgt, wonach Grasser ein begehrliches Auge auf die Wald-Erträge geworfen hat und für das kommende Jahr 40 Millionen Euro an Sonderdividende fordert. Am Dienstag erklärte Landwirtschaftsminister Josef Pröll, dass "es keine Eingriffe in die Substanz des Unternehmens" geben werde, dass also diese Sonderdividende aus den laufenden Ergebnissen und nicht etwa aus dem Verkauf von Grundstücken erzielt werden müsse. Insofern werden höchstens 20 Millionen Euro in den Staatssäckel fließen. Aus dem Büro des Finanzministers hieß es übrigens am Dienstag zur "Presse", dass es für das kommende Jahr überhaupt keine besonderen Dividendenforderung gebe.

Doch die Sonderdividende ist nicht das einzige, das die Bundesforste und ihre Mitarbeiter bewegt. Die neue Struktur, die dieser Tage beschlossen wurde, könnte 400 der derzeit 1285 Arbeitsplätze kosten, befürchteten Belegschaftsvertreter und drohten mit Streiks. In Wirklichkeit werden aber nur 150 Mitarbeiter die Bundesforste verlassen müssen, und zwar bis 2010 und ohne Kündigungen. Statt bundesweit 25 soll es in Zukunft nur mehr zwölf Forstbetriebe geben, die Zahl der Reviere wird von 150 auf 121 sinken. "Wir wollen vor allem bei der Verwaltung schlanker werden, aber nicht im Wald sparen", sagten die Bundesforste-Vorstände.

Laut dem Strategieprogramm wollen die Forste ihre Umsatzerlöse von derzeit 161,2 Millionen Euro auf rund 230 Millionen Euro im Jahr 2010 steigern, nicht zuletzt über das Anbieten neuer Dienstleistungen (Beratung bei Naturparks und Forstwegen), zudem soll das Geschäft mit Erneuerbaren Energien ausgeweitet werden.


Auf der Homepage der ÖBf AG liest sich das so:
Österreichische Bundesforste AG: erfolgreich - nachhaltig - wachsen

Gelebte Nachhaltigkeit
Die Verantwortung für die Natur spiegelt sich auch in den Naturschutzaktivitäten der Bundesforste wider. Seit 1997 wurden 16 Naturschutzprojekte durchgeführt, darunter die Renaturierung von 25 Mooren gemeinsam mit dem WWF und der Universität Wien, die Sicherung des Schwarzstorch-Bestandes im Wienerwald und die Wiederansiedlung des Edelkrebses im Salzkammergut. Zusätzlich investieren die Bundesforste verstärkt in Naturschutzprogramme und Waldpflege, wofür im letzten Jahr 7,19 Millionen Euro aufgewendet wurden.


Eine etwas andere Sicht der Dinge ist in der aktuellen Ausgabe des fact.um - Die Zeitschrift des Umweltdachverbandes - nachzulesen:

Bundesforste: Wirtschaften auf Kosten der Natur

Neben einigen Versuchen sich ein grünes Image zu verpassen, sind die Bundesforste in den letzten Wochen vor allem wegen einer geplanten Radikalkur zur Restrukturierung des Unternehmens in die Schlagzeilen geraten: 200 bis 400 Mitarbeiter sollen abgebaut, 15 Forstbetriebe aufgelöst werden. Gleichzeitig wird über eine Sonderdividende in Höhe von 40 Millionen Euro an den Finanzminister verhandelt. Wahrscheinliche Folgen: Neuerlicher Wald- und Wiesenverkauf; weitere Verteuerungen für das Naturerlebnis auf Berghütten, Badeplätzen oder beim Mountainbiken; mangelnde Schutzwaldpflege und noch weniger Naturschutz, der nicht vorher von der öffentlichen Hand in Form von Entschädigungen teuer erkauft werden muss. Im Windschatten dieser Diskussionen blieb eine anderer Entwicklung noch weitgehend unbemerkt: Die Bundesforste treiben die wirtschaftliche Intensivnutzung der ihnen anvertrauten Wälder und Berggebiete in Form von neuen Skigebieten und -erschließungen oder Abbauprojekten massiv voran.

Per Gesetz sind die Bundesforste jedoch auch zur ökologischen Substanzerhaltung verpflichtet - immerhin handelt es sich um den Staatswald, den Wald aller ÖsterreicherInnen. Statt ihrer gesetzlichen Verpflichtung nachzukommen, lassen sich die Bundesforste jegliche substanzielle Naturschutzarbeit vom Steuerzahler mittels Subventionen teuer abringen - und versuchen sich in der Öffentlichkeit aber als ambitionierte Naturschützer feiern zu lassen. Bei den Bundesforsten gilt: Naturschutz fängt erst dann an, wenn dieser vom Steuerzahler eigens und extra bezahlt wird. Aktuelles Beispiel ist das Feilschen der Bundesforste um Entschädigungen und Abgeltungen für den geplanten Biosphärenpark Wienerwald.


Apropos "grünes Image":

Kronen Zeitung, 2003-07-01

Der Wienerwald: ein grünes Paradies. Und mit seinen Bächen, Feuchtbiotopen und Quellen ein Wasserlebensraum von unschätzbarem Wert. Jetzt nehmen Bundesforste und Naturschutzbund das Gebiet zwischen Breitenfurt und Pressbaum unter die Lupe. Am 2. Juli läuft ein Projekt an, um den Erhalt von natürlichen Gewässern und Feuchtgebieten zu sichern. Entlang zweier Bäche werden auch Tier- und Pflanzenarten erforscht. "Das Gebiet ist ein wertvoller Schatz, mit dem wir behutsam umgehen müssen", weiß auch Oberförster Karl Hudak aus dem Irenental. Experten werden zunächst damit befasst sein, die Artenvielfalt in ihrer natürlichen Umgebung festzuhalten. Der Naturschutzexperte Georg Erlacher von den Bundesforsten: "Feuersalamander, Wasseramsel, Försche und Eisvogel brauchen ein intaktes Umland, um zu überleben. Wir wollen erforschen, welche Maßnahmen nötig sind, um es zu sichern."


OTS-Aussendung, 2003-07-04

Biosphärenpark Wienerwald: Neue Chancen für Natur, Mensch und Wirtschaft

Bundesforste starten Dialog über Biosphärenpark
Der Wienerwald ist eine der interessantesten und vielfältigsten Kulturlandschaften Europas. 200.000 Menschen leben direkt im Wienerwald, weitere 2 Millionen im Einzugsgebiet. Gleichzeitig ist der Wienerwald natürlicher Lebensraum für eine Vielzahl an Tier- und Pflanzenarten. In den kommenden Jahren soll er zu einem Biosphärenpark werden, in dem Naturschutz mit schonender Bewirtschaftung und Erholungsmöglichkeiten verbunden ist.

Nachhaltige Zukunft für den Wienerwald
Die Österreichischen Bundesforste, die rund ein Drittel des Wienerwaldes bewirtschaften, haben jetzt mit einer hochkarätigen Fachveranstaltung den öffentlichen Dialog über die Zukunft des Wienerwaldes als Biosphärenpark gestartet. Grund für das Engagement des Unternehmens ist die Strategie der Nachhaltigkeit, die "für die Bundesforste die oberste Leitlinie ist", wie Vorstand Georg Erlacher erläutert. "Wir bewirtschaften den Wienerwald seit Jahrzehnten und haben mit unserer Arbeit das Gebiet geprägt. Diese Kernregion wollen die Bundesforste auch in Zukunft aktiv und nachhaltig mitgestalten und weiterentwickeln. Der Biosphärenpark ist ein wichtiges Projekt, das für die gesamte Region neue Perspektiven eröffnet."

Perspektiven für Tourismus und regionale Produktentwicklung
Große Chancen für alle Beteiligten sieht auch Dieter Popp, internationaler Umweltberater und früherer Geschäftsführer des Biosphärenpark Rhön in Deutschland. "Ein Biosphärenpark ist eine Region, in der aufgezeigt wird, wie Menschen die Natur nutzen können ohne sie zu beeinträchtigen. Dieser Ansatz ist zukunftsweisend und bietet tolle neue Perspektiven sowohl im Tourismus als auch in der Landwirtschaft und in der Holzverwertung." Der Wellnesstrend und das Umweltbewusstsein der Menschen seien eine ideale Grundlage für die Entwicklung neuer Angebote und Produkte rund um den Biosphärenpark. Popp verweist dabei auf das Beispiel des Biosphärenpark Rhön, der jährlich 20 Millionen Nächtigungen verzeichnet. Ein anderes Erfolgsbeispiel ist der Biosphärenpark Großes Walsertal in Vorarlberg, wo sich eine Reihe von Unternehmen erfolgreich mit der vielfältigen Verarbeitung von regionaltypischen Holzarten etabliert haben. Gerade für den Wienerwald schätzt der Experte das Potenzial als besonders groß ein, denn: "Der Wienerwald wird einer der ersten Biosphärenparks im städtischen Einzugsbereich sein."

Breite öffentliche Unterstützung gefragt
Grundlage für solche erfreulichen Zukunftsperspektiven ist die breite Unterstützung aller Beteiligten für das Projekt. Denn der Biosphärenpark wird neben einer kleinen, streng geschützten und nutzungsfreien Kernzone vor allem sogenannte Entwicklungszonen umfassen. In diesen Bereichen hängt der Erfolg der Nachhaltigkeitsstrategie ausschließlich von der freiwilligen Teilnahme der Bewohner und Eigentümer sowie der land- und forstwirtschaftlichen Nutzer ab. Günther Loiskandl, Leiter des Biosphärenparkmanagements Wienerwald, appelliert daher an alle Beteiligten Verständnis und Offenheit für die Interessen anderer aufzubringen. "An den Wienerwald werden unglaublich viele verschiedene Nutzungsansprüche gestellt. Er ist Wohnort, Erholungsort, Sportplatz, Jagdrevier, landwirtschaftliches Gebiet und Holzlieferant."Der Biosphärenpark ermögliche es, diese vielfältigen Ansprüche unter einen Hut zu bringen", so Loiskandl: "Das ist ein maßgeschneidertes Konzept für Kulturlandschaften, denn die wirtschaftliche Nutzung und die Erholungsfunktion stehen gleichrangig neben den Schutzinteressen." Besonders wichtig sei in diesem Zusammenhang, die Bauern im Wienerwald rechtzeitig in die Diskussion einzubeziehen und ihnen Rechtssicherheit zu garantieren, wie die Vizepräsidentin der NÖ Landwirtschaftskammer, Lieselotte Wolf hervorhebt.

Projekt WasSerlebensräume im Wienerwald
Für mehr Naturschutz im Wienerwald sorgen die Bundesforste gemeinsam mit dem Naturschutzbund Niederösterreich durch ein neues Projekt zum Schutz von Bächen, Tümpeln und Feuchtgebieten. Entlang zweier Wienerwaldbäche werden ausgewählte Tier- und Pflanzenarten erfasst. Die Erhebung wird wertvolle Informationen über den naturräumlichen Zustand der Wienerwaldbäche und ihrer unmittelbaren Umgebung liefern. Gerade Tierarten wie Feuersalamander, Wasseramsel, Steinkrebs oder Eisvogel brauchen für ihren Fortbestand neben intakten Wasserräumen auch eine intakte Umgebung. "Bäche sind die Lebensadern des Wienerwaldes", so Margit Gross, Geschäftsführerin des Naturschutzbundes Niederösterreich. "Wir werden aufgrund der Ergebnisse der Erhebung Vorschläge für den Umgang mit diesen besonderen Lebensräumen ausarbeiten und damit gemeinsam mit den Bundesforsten einen weiteren Baustein für mehr Naturschutz im Wienerwald setzen."

Breites Bundesforste-Programm zum Biosphärenpark
Die Dialogveranstaltung bildete nach der Widmung der Biosphären-Eiche in Mauerbach den zweiten Programmpunkt in einer Reihe von Aktivitäten der Bundesforste rund um den Biosphärenpark. Für Oktober kündigt Bundesforste-Vorstand Georg Erlacher einen großangelegten Wienerwald-Erlebnistag für die gesamte Bevölkerung der Region an: "Wir wollen den Menschen zeigen, welche Schönheiten und Kostbarkeiten der Wienerwald bietet. Mit der Einrichtung des Biosphärenparks werden diese Naturschätze noch besser geschützt als bisher, ohne dass die Menschen in ihrer Erholung und Arbeit beeinträchtigt werden."


Kronen Zeitung, 2003-07-06

Grünoase Wienerwald schützen und nützen
Biosphärenpark: Start der Info-Kampagne

"Die Natur nutzen, ohne sie zu beeinträchtigend." Das Zitat des deutschen Umweltberaters Dieter Popp dürfte der Schlüssel zur Realisierung des Biosphärenparks Wienerwald sein. Die Österreichischen Bundesforste AG haben jetzt den öffentlichen Dialog über dieses Projekt gestartet. Popp war früher Geschäftsführer des Biosphärenparks Rhön in Deutschland. Seine Erfahrungen legte er bei der hochkarätig besetzten Auftaktveranstaltung in der Unternehmensleitung der ÖBf AG in Purkersdorf dar. "Ein solches Schutzprojekt ist zukunftweisend und bietet neue Perspektiven sowohl im Tourismus als auch in der Landwirtschaft und in der Holzverwertung." ÖBf-Vorstand Georg Erlacher meinte: "Wir bewirtschaften ein Drittel des Wienerwaldes seit Jahrzenten und haben das Gebiet geprägt. Eine Region, deren Erscheinung wir auch in Zukunft aktiv und nachhaltig mitgestalten wollen."

Wie berichtet, soll Europas größter "Stadtpark" mit einem Einzugsgebiet von etwa 2 Millionen Menschen langfristig insoferne Schutz erhalten, als Bewirtschaftung und Nutzung als Naherholungsgebiet sehr wohl gestattet (und erwünscht) sind; im Gegensatz zu einem Nationalpark klassischer Prägung. Lediglich die so genannte Kernzone soll zum reinen Schutzgebiet erklärt werden.

Projektmanager Günther Loiskandl brachte es auf den Punkt: "Der Wienerwald ist Wohnort, Erholungsoase, Sportplatz, Jagdrevier, Kulturlandschaft, landwirtschaftliches Gebiet und Holzlieferant in einem." Sein Appell an alle Beteiligten: Verständnis und Offenheit für die Interessen anderer aufbringen.

Im Oktober wollen die Bundesforste einen Erlebnistag abhalten.


Dazu eine Frage:
Wer war bei der "hochkarätig besetzten Auftaktveranstaltung in der Unternehmensleitung der ÖBf AG in Purkersdorf" geladen/anwesend und kann darüber berichten?

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2. Aktivisten haben Rechte auf Biosphärenpark im Wienerwald

Kurier, 2003-06-08

Verein ortet Mängel bei der Umsetzung

Während die Länder Wien und Niederösterreich an den Details des Projektes "Biosphärenpark Wienerwald" tüfteln, sieht sich der von Naturschützern initiierte Förderverein für den Bio-Park ins Abseits gedrängt. Die Aktivisten reagieren mit Öffentlichkeitsarbeit, aber auch mit juristischen Schritten: Sie ließen den Namen "Biosphärenpark Wienerwald" markenrechtlich schützen. "Das von der UNESCO betriebene Projekt heißt eigentlich Biosphären-Reservat, aber die heimischen Politiker erinnert das offenbar an amerikanische Indianerreservate", meint Naturschützer Wolfgang Kalchhauser. Wenn die Landeshauptleute ihr Projekt wie geplant "Biosphärenpark" nennen wollen, will der Förderverein den geschützen Namen zur Verfügung stellen - "vorausgesetzt die Inhalte sind ökologisch", so Kalchhauser.Generell werfen die Umweltschützer den Ländern Wien und Niederösterreich vor, seit der Absichtserklärung im Wienerwald-Millenniumsjahr nicht viel für das Projekt getan zu haben. Die Aktivitäten würden sich darauf beschränken, der Gründungsgesellschaft eine "Besenkammer in Laxenburg" zu überlassen. Der Förderverein will deshalb ein ständiges Büro einrichten. Medial unterstützt werden die Wienerwald-Aktivisten vom Salzburger Alt-Umweltschützer Herbert Fux. Er will den Hebel vor allem bei der Raum- und Bauordnung ansetzen: "Solange die Bürgermeister Baubehörde erster Instanz sind, wird sich an der Zersiedelung nichts ändern."

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3. Abänderung der Vogelschutzgebiete beschlossen

Kurier, 2003-06-14

Niederösterreichische Landeskorrespondenz, 2003-06-24

Rund 21 Prozent der Landesfläche geeignet

In der heutigen Sitzung der Niederösterreichischen Landesregierung wurde in Bezug auf die Abänderung der niederösterreichischen Vogelschutzgebiete eine Einigung erzielt, sagten Landesrat Emil Schabl und Landesrat Mag. Wolfgang Sobotka in einer gemeinsamen Pressekonferenz im Landhaus in St. Pölten. Einige Areale würden nicht mehr als Vogelschutzgebiete berücksichtigt, sagte Schabl, dafür seien andere Gebiete neu ausgewiesen. "Die Vogelschutzgebiete in Niederösterreich werden aber nicht von oben aufgestülpt", so Schabl. Auch habe man das Einvernehmen mit allen Berufskreisen erzielt. Bis Ende Oktober 2003 werde noch die Feinabstimmung vorgenommen, die Ergebnisse wolle man dann gemeinsam in Brüssel präsentieren. Schabl: "Die Gebiete sind jetzt klar, nur die genaue Größe ist noch nicht entschieden."

Bei ernstem Willen zu einer gemeinsamen Regelung finde sich auch ein Weg, so Sobotka. Man habe das Mahnschreiben der EU im Jahr 2001 ernst genommen und darauf entsprechend reagiert. So habe man einige Gebietsflächen teilweise reduziert, das Steinfeld sowie der Truppenübungsplatz Allentsteig würden in ihrer Gesamtheit gemeldet. Darüber hinaus schaffe der heutige Beschluss Rechtsicherheit für alle Involvierten, erfülle alle Anforderungen der europäischen Kommission und umfasse sogar alle Forderungen der NGOs, zeigte sich Sobotka zufrieden.

1998 meldeten alle österreichischen Bundesländer Vogelschutzgebiete nach Brüssel. In Niederösterreich waren dies 31 Prozent der Landesfläche. Die EU kam aber zum Schluss, dass diese Meldung nicht ausreicht: Für wichtige Vogelarten wurden keine Gebiete oder zu wenig geeignete Areale ausgewiesen. Die Abteilung Naturschutz beim Amt der NÖ Landesregierung gab daraufhin etliche Gutachten in Auftrag. Zwei Jahre wurde an der neuen "Gebietskulisse" gearbeitet, die jetzt naturschutzfachlich stimmig ist und zugleich den Wirtschaftsstandort Niederösterreich sichern soll. Das Ergebnis: Rund 21 Prozent der Landesfläche, darunter auch etliche Gebiete, die von der EU eingefordert wurden, sind gut geeignete Vogelschutzgebiete.

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4. Streit um Wiens "grüne Linie": Wienerwald- oder Heurigenbus?

Kronen Zeitung, 2003-06-03 bis 2003-06-21

Die Auseinandersetzungen über den seit Jahren geplanten Wienerwaldbus haben einen neuen Höhepunkt erreicht. Wie die "Krone" berichtete, soll die Direktverbindung zwischen der U4 in Hütteldorf und dem Cobenzl bereits in Neustift am Walde enden. Damit dürfte die umweltfreundliche Ausflugslinie zum Heurigenbus werden! Die schon jetzt zwischen Neuwaldegg und dem Dreimarkstein bestehende private Busverbindung soll durch eine Dr.-Richard-Linie Hütteldorf - Neustift ergänzt werden. Für Wienerwald-Kenner ein Schildbürgerstreich: Das bedeutet umsteigen, und bis zum Cobenzl, wo Mittwoch der städtische Kinderbauernhof eröffnet wird, klafft immer noch ein Riesenloch. Hannes Minich, Präsident des Naturschutzbundes Wien, versteht die Politik nicht: "So bringt man die "grüne Linie" der Stadt um." Und Gerhard Heilingbrunner vom Umweltdachverband: "Wien vergibt eine einmalige Chance."
...
Bereits in zehn Tagen beginnen die Bauarbeiten für den neuen Kreisverkehr bei der Rathstraße am Ortsbeginn von Neustift am Walde in Döbling. Und diese Verkehrsinsel soll gleichzeitig als Umkehrstelle für die neue Busverbindung, die eigentlich von Hütteldorf bis zum Cobenzl geplant war, dienen. "Das hat uns gerade noch gefehlt", ärgern sich die Bewohner von Neustift am Walde. Denn zum ständigen Durchzugsverkehr, der den Heurigenort ohnehin belastet, kommt im August noch eine neue Buslinie mit einer Umkehrschleife bei der Agnesgasse dazu. "Das ist zweifellos kein Ersatz für den Wienerwald-Bus", bedauert auch Döbling-Chef Adolf Tiller. "Wir können jetzt nur das Beste daraus machen, indem wir für die Busumkehrstelle im Bereich Krottenbachstraße, Agnesgasse und Rathstraße einen Kreisverkehr schaffen." Schutzwege mit Mittelinseln an allen drei Einmündungen sollen für eine zusätzliche Tempobremse beim "Bus-Ringelspiel" sorgen.
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Die Enttäuschung sitzt tief, dass von der großen Idee eines "Wienerwald-Busses", mit dem man auf umweltfreundliche Weise die grüne Lunge unserer Stadt erreichen kann, nur Stückwerk übrig geblieben ist - umsteigen und extra zahlen inklusive! Stinksauer sind nicht nur passionierte Wienerwald-Ausflügler, sondern - quer durch die Bank - auch sämtliche Umweltschützer.
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Gibt es doch "Grün" für die Wienerwald-Linie? Noch steht die Ampel für den Ausflugsbus bekanntlich auf "Rot". Entsprechende Berichte der "Krone" haben allerdings Vizebürgermeister Sepp Rieder auf den Plan gerufen. Er findet das derzeitige Projekt "unbefriedigend" und lädt die Experten zu einem "runden Tisch".
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Mit einem gemeinsamen Kraftakt ist es Vizebürgermeister Sepp Rieder, den Wiener Linien und zwei privaten Unternehmern doch gelungen, den heiß umkämpften Wienerwald-Bus auf die Räder zustellen. Bei einem Runden Tisch, der ausgerechnet von den Naturschützern geschwänzt wurde, vereinbarte man einen einjährigen Probebetrieb. Dieser sieht wie folgt aus: Der Wienerwald-Bus wird fahren, zumindest einmal für ein Jahr, wobei die Finanzierungsfrage bis 15. Juli geklärt wird. Ab Mitte August soll das von "Richard-Bus" betriebene erste Teilstück zwischen der U4 in Hütteldorf und Neustift am Walde in Betrieb gehen. Mitte September fährt dann "Schneider-Bus" von Dornbach bis zum Cobenzl. Das bedeutet zwar einmal umsteigen, aber immerhin ist die gesamte Linie im VOR integriert. Zweimal zahlen, wie ursprünglich geplant, entfällt also.

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5. Reinberger: Wienerwald muss ausreichend rechtlich abgesichert sein!

Freiheitlicher Pressedienst, 2003-07-07

"Wienerwaldbus" muss realisiert werden

"Das derzeit erarbeitete Projekt 'Biosphärenpark Wienerwald' muss eine ausreichende rechtliche Absicherung für das Naherholungsgebiet garantieren", forderte heute die Umweltsprecherin der Wiener Freiheitlichen, LAbg. Brigitte Reinberger.

Die Kernzone des Wienerwaldes, so Reinberger, solle ein Nationalpark werden oder zumindest in gleichartiger Qualität gesetzlich abgesichert werden. "Der Biosphärenpark muss mehr sein als eine bloße Zusammenfassung von bisher schon bestehenden Naturschutzgebieten, Naturparks oder Landschaftsschutzgebieten. Derzeit ist zu befürchten, dass es sich beim 'Biosphärenpark' lediglich um einen neuen Namen für einen alten Hut handelt."

Weiters forderte die freiheitliche Umweltsprecherin SP-Umweltstadträtin Kossina auf, endlich im Wiener Teil des Wienerwaldes tätig zu werden und den Vorschlag des Wienerwaldbusses zu realisieren.

Ebenfalls Handlungsbedarf gebe es am Kahlenberg. "Der Verfall der Gebäude ist eine Schande für Wien. Die Errichtung eines Umweltzentrums oder eines Wienerwaldmuseums wäre eine Chance zur Belebung", so Reinberger abschließend.


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Letzte Änderung: 2003-07-09 - Stichwort - Sitemap