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Netzwerk Newsletter 2003-06-16

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Netzwerk Wienerwald

NETZWERK WIENERWALD NEWSLETTER 2003-06-16

Überblick:


1. Bundesforste

Offener Brief des Zentralbetriebsrates

Bis zu 400 Mitarbeiter weniger bei den Bundesforsten? Erfüllung von gesellschaftlichen Leistungen und Umweltaufgaben bedroht!

Vom Vorstand der Bundesforste wurde ein Konzept zur Reorganisation des Unternehmens vorgestellt, das eine Reduktion von 29 Betrieben auf fünf oder zehn Betriebe, von 150 Revieren auf 100 bis 120 Reviere sowie von ca. 1.300 Mitarbeitern auf ca. 900 Mitarbeiter vorsieht.

Dies alles trotz sehr guter wirtschaftlicher Ergebnisse.
Die Personalvertretung sieht absolut keine Notwendigkeit für diese Maßnahmen und sieht den gesetzlichen Auftrag der Bundesforste, der ja neben den ökonomischen Aufgaben auch gesellschaftliche und Umwelt- bzw. Naturschutzaufgaben beinhaltet, massiv gefährdet.

Offensichtlich versucht der Finanzminister noch mehr Geld aus diesem Unternehmen zu holen, selbst wenn das auf Kosten der Umwelt und der Gesellschaft geht.

Begründung:
Unabhängige Institutionen (FGG) und Experten (Prof. Puwein) bezeichnen die Bundesforste in ihrer neuen Rechtsform (seit 1997) als gelungenes Ausgliederungsprojekt und auch die Zahlen können sich sehen lassen. Im Zeitraum zwischen 1997 und 2001 wurden an Fruchtgenussentgelt, Dividenden und einmaliger Zahlung anlässlich der Ausgliederung rund 104 Millionen EURO an den Eigentümer "Republik Österreich" abgeführt. In diesem Zeitraum wurden auch pro Jahr zwischen 16 und 27 Millionen Euro "Ergebnisse der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit vor Fruchtgenuss (EGT)" erwirtschaftet (Quelle: Evaluierungsbericht 1997-2003). Auch für die Zukunft sind äquivalente Ergebnisse zu erwarten. Die nunmehr vom Management geplante Erhöhung der "EGT-Vorgabe" bis zum Jahre 2010 auf mindestens 45 Millionen Euro soll schwerpunktmäßig über eine reine Personalkosten/Mitarbeiterreduktion (minus 25 bis 30%) vollzogen werden. Eine Vorgangsweise, die der im vergangenen Jahr mit viel Aufwand angekündigten generellen Wachstumsstrategie fundamental widerspricht. Personal:
Damit verbunden wäre eine nicht mehr vertretbare Reduktion der Flächenrepräsentanz und mangelnde Betreuung der Bewirtschaftungsflächen (rund 10% der Fläche Österreichs) verbunden. Ziele, die weder mit dem Bundesforstegesetz, noch mit einer nachhaltigen Forstwirtschaft oder einer verantwortungsvollen Verwaltung der Liegenschaften und Wälder des Staates vereinbar wären. Natürliche und notwendige Verknüpfungen zwischen ländlichem Raum und forstlich kompetentem Personal würden weitgehend verschwinden.

Bei geplanten Bewirtschaftungseinheiten von bis zu 200.000 ha (fünf Betriebe verteilt über Österreich) kann nur mehr eine Scheinorganisation am Papier zur Systemerhaltung vorliegen. Nach den derzeit bekannten Vorstellungen würden innerhalb Jahresfrist bis zu 400 Beschäftigte - das ist ein Drittel der Belegschaft(!) - ihren Job verlieren oder in Altersteilzeit gehen müssen.

In Zeiten von allgemein steigendem Interesse an Freizeitaktivitäten in allen Bereich der Natur oder verstärkt erkennbarem Umweltbewusstsein der Bürger wird hier ein Weg angedacht, der den Grundinteressen der Gesellschaft der Zukunft widerspricht und damit auch kein Beitrag zur wirklichen Zukunftssicherung des Unternehmens sein kann. In Niederösterreich wäre im extremsten Fall nur mehr eine Forstverwaltung vorhanden. Derzeit gibt es alleine im Wienerwald zwei Forstbetriebe mit 13 Revieren! Im Wienerwald würden dann drei bis vier Revierleiter die Bewirtschaftung vornehmen. Die Nationalparkforstverwaltung Donau-Auen wäre auch von der Auflösung betroffen.

Ökologie:
Die massive Personalreduktion hätte vor allem weitreichende ökologische Folgen. Die Sicherung der Schutz-, Wohlfahrts- und Erholungsfunktion wäre nicht mehr sichergestellt. Eine ordnungsgemäße Waldpflege wäre kaum mehr aufrecht zu erhalten. Das Unternehmen würde auf einen reinen Schlägerungsbetrieb umgestellt werden. Pflegliche Holznutzung würde der Vergangenheit angehören und die Schäden am Wald weiter zunehmen. Damit ist die Stabilität der Wälder stark gefährdet, was in einem Gebirgsland weitreichende Folgen für den Schutzwald haben kann. Diese Vorgangsweise steht auch in eklatantem Widerspruch zu den Zielsetzungen des Bundesforstgesetzes (§5), wo die Sicherung der Nachhaltigkeit und anderer Tätigkeitsfelder explizit genannte Ziele sind. Wie damit den neuen Herausforderungen wie Klimawandel, Trockenheit oder häufigere Stürme durch eine Vernachlässigung der Waldpflege begegnet werden kann, sei dahingestellt! Waldbau- und Naturschutzaufgaben würden zu reinen PR-Aktionen verkommen! In Zeiten in denen Nachhaltigkeit in aller Munde ist, wird diese durch die geplanten Vorhaben ad absurdum geführt. Es soll ein Holzproduktionskonzern nach kanadischem oder nordeuropäischem Vorbild geschaffen werden, der auf die gewachsenen ländlichen Strukturen und die enge Verzahnung mit Landwirtschaft und Tourismus keinerlei Rücksicht nehmen kann. Droht weiterer außerplanmäßiger Grundverkauf? Aufgrund der jüngst bekannt gewordenen finanziellen Vorgaben des Eigentümers werden bereits im nächsten Jahr 47,5 Millionen Euro EGT von den Bundesforsten erwartet. Da dieser Betrag durch die normalen Geschäfte und eine scharfe Personalreduktion nicht erreicht werden kann, müssen sich die Bundesforste entweder durch Kreditaufnahmen hoch verschulden oder durch neuerliche Waldverkäufe den vom Eigentümer geforderten Betrag aufbringen. In Summe sind die geplanten substanzgefährdenden Maßnahmen abzulehnen und ich fordere alle Österreicherinnen und Österreicher auf, sich gegen diese Vorhaben auszusprechen. Wolfgang Holzer Zentralbetriebsrat Österreichische Bundesforste AG - Unternehmensleitung 3002 Purkersdorf, Pummergasse 10-12 Mailadresse: bundesforste@bundesforste.at


In der Zwischenzeit sind offenbar die Vorgaben an die Unternehmensführung weiter konkretisiert worden:

WirtschaftsBlatt, 2003-06-07

Abbau von rund 200 Jobs geplant - Bund will 40 Millionen Euro Sonderdividende Bundesforste legen ihren Sparplan vor

Am Dienstag verhandeln die Bundesforste mit dem Zentralbetriebsrat über das Sparpaket. Trotz erster Annäherungen ist ein Streik noch nicht vom Tisch.

Die Österreichischen Bundesforste legen dem Zentralbetriebsrat kommenden Dienstag ihren Sparplan vor. Und nach heißen Diskussionen im Vorfeld sind jetzt erstmals konkrete Zahlen am Tisch. Ziel der ÖBf ist es, die Zahl der 1.300 Mitarbeiter um rund 200 zu reduzieren, bestätigt ÖBf-Sprecher Bernhard Schragl dem WirtschaftsBlatt. "Wir wollen den überwiegenden Teil der Betroffenen durch Altersteilzeit abfangen." Zwei Forstbetriebe in der Steiermark und zwei in Salzburg wurden in einem Probelauf bereits fusioniert. Künftig soll es anstelle von 25 nur noch rund zwölf geben.

Streik oder verhandeln
Stimmt der Betriebsrat bis 16. Juni dem Sparpaket zu, wollen die ÖBf das neue Konzept Ende Juni beschließen. Fest steht: Die Belegschaft hält den ÖBf-Vorstand mittlerweile zwar für kompromissbereit - "es gibt eine gewisse Annäherung", sagt ÖBf-Betriebsrat Andreas Freistetter, eine Einigung sei jedoch ausständig und ein Streik nach wie vor nicht auszuschließen.

Die Belegschaftsvertreter wollen einen Abbau von maximal 100 Mitarbeitern bis 2010 akzeptieren. Darüber hinaus sei die Möglichkeit der freiwilligen Altersteilzeit begrenzt. Nur 80 Mitarbeiter hätten bisher einen entsprechenden Vertrag unterschrieben, erklärt Freistetter.

Der Grund für die schlankere Verwaltung liegt laut Schragl im harten Marktumfeld. "Die Holzpreise stagnieren, unsere Produktion nimmt ab." Neues Wachstum liesse sich nur durch interne Optimierung erzielen. Die Belegschaft hingegen ist überzeugt, dass sich das aktuelle Ergebnisniveau auch ohne Jobabbau halten ließe. Einziges Ziel der ÖBf sei, die Gewinne zu steigern.

Geldquelle ÖBf
Dass die ÖBf erneut einen kräftigen Budgetbeitrag leisten sollen, wurde lange kolportiert - jetzt ist es fix: Finanzminister Karl-Heinz Grasser fordert von den ÖBf für 2004 eine Sonderdividende in Höhe von 40 Millionen Euro. Diese Summe geht über die ÖBf-Gewinnsubstanz hinaus, ein Zugriff auf Rücklagen wäre notwendig. Die ÖBf werten den erneuten Eingriff daher als substanzielle Bedrohung und planen, den Nationalrat zu informieren, heisst es aus Verhandlungskreisen. Die endgültige Entscheidung über die Höhe der Dividende soll bis Anfang Juli fallen.

Facts ÖBf AG 2002:
Mitarbeiter 1285, EGT 23 Millionen Euro, Umsatz 160 Millionen Euro, Beiträge zum Bundesbudget seit 1997 104 Millionen Euro, Waldfläche 859.000 ha, Eigentümer Republik Österreich.

Personalabbau: Die Bundesforste expandieren zwar in Zentral- und Osteuropa, haben sich aber in Österreich ein strenges Sparprogramm verordnet und wollen nach Medienberichten bis zu 400 Leute abbauen. Damit sollen bis zu neun Millionen Euro an Personalkosten gespart werden. Auch die Zahl der Forstbetriebe und Revierleiter soll reduziert werden.


Zur Expansion in Osteuropa Ausschnitte zweier Meldungen - ebenfalls im WirtschaftsBlatt - vor einigen Tagen:

Die Österreichischen Bundesforste drängen mit ihrem finnischen Partner, den Staatsforsten Metsähallitus, weiter nach Osteuropa. Statt Holz ernten sie dort aber derzeit vor allem Widerstände regionaler Holzverarbeiter, der Bevölkerung und von Umweltschützern. Im Zentrum der Kritik steht ein Großprojekt in den ukrainischen Karpaten. Die Foria-ÖBf Forstmanagement GmbH (ein Joint Venture von ÖBf und Metsä) will ein 160.000 Hektar großes Waldgebiet pachten und bewirtschaften. Nach zuletzt präsentierten Beratungstätigkeiten für die slowakischen und bulgarischen Staatsforsten ist dies für die ÖBf der nächste Schritt der Ostexpansion. "Wir haben in den vergangenen zwei Jahren erste Erfahrungen in Osteuropa gesammelt. Das ist ein dynamisch wachsender Markt", sagt ÖBf-Sprecher Bernhard Schragl.

...

Rund 860.000 Hektar Waldfäche wollen die Bundesforste in Russland pachten.

Konkret gehe es dabei um ein Areal, das etwa so groß sei wie jene Fläche, die von den Bundesforsten derzeit in ganz Österreich bewirtschaftet werden. Wo genau die Waldfläche liegt, will Schragl vorerst aber auf Grund der laufenden Verhandlungen nicht sagen.

Schon weiter gediehen sind die Verhandlungen in der Ukraine.

Die Bundesforste wollen dort in den kommenden zehn Jahren "einen niedrigen, zweistelligen Millionenbetrag investieren", so Schragl. Das gewonnene Holz soll aber nicht in den Westen geliefert, sondern in der Region verarbeitet werden. Experten berichten, dass die ÖBf unter anderem eine Kooperation mit dem oberösterreichischen Holzverarbeiter Georg Schweighofer planen, der derzeit um 60 Millionen Euro ein Sägewerk in Rumänien baut. Die Berührungspunkte wären nicht neu. ÖBf-Chef Georg Erlacher kommt ursprünglich von Schweighofer. Schragl will eine Kooperation nicht kommentieren.

...

Gegen das jüngste Projekt in der Ukraine gibt es nun aber regionale Widerstände.

So fürchten etwa regionale Holzverarbeiter, dass die Foria-ÖBf die Wälder plündert und das Holz nicht vor Ort bleibt, sondern exportiert wird. Parallel sehe das Konzept vor, dass von den derzeit 1.400 Beschäftigten des strukturschwachen Forstgebietes nur rund 200 bis 300 übernommen werden, berichtet Greenpeace. Nach der Kritik haben nun auch die Grünen eine Anfrage im Parlament eingebracht, bei der sie unter anderem Auskunft über die Risken des Projektes haben wollen.


Die Presse, 2003-06-10

Bundesforste: Grasser will wieder Geld aus dem Wald.
Rund 40 Millionen Euro will der Finanzminister aus dem Staatswald für das Budget abschöpfen.
Personalabbau ist geplant.

Das Finanzministerium hegt - wieder einmal - Begehrlichkeiten, aus dem heimischen Staatswald zusätzliches Geld für das Budget zu lukrieren. Wie der Sprecher der Österreichischen Bundesforste, Bernhard Schragl, der "Presse" bestätigt, laufen derzeit intensive Gespräche über etwaige Sonderdividenden. Kolportiert werden dabei rund 40 Millionen Euro, Brancheninsidern zufolge wäre eine Abschöpfung in dieser Größenordnung für die Staatsförster darstellbar - wenn dafür auch Rücklagen angegriffen werden müssten.

Die ÖBf liefern an ihren Eigentümer, den Staat, jährlich eine gesetzlich fixierte Dividende von 7,27 Millionen Euro ab, zuzüglich einem Drittel des Gewinns, der im Vorjahr bei 22,5 Millionen Euro lag.

Erforderlich für die Zahlung der Sonderdividende wäre ein neues Verkaufsprogramm von Waldflächen, heißt es. Erst Ende des Vorjahres haben die ÖBf ihr Waldverkaufsprogramm abgeschlossen, aus dem dem Finanzminister 73 Millionen Euro als Gegenwert für die Übertragung von elf Seen überwiesen wurden. Insgesamt wurden 12.266 Hektar Wald abgestoßen, großteils Flächen unter zehn Hektar außerhalb der Kerngebiete. Die veräußerten Wälder waren nur rund die Hälfte dessen, was das ÖBf-Management für verkaufbar hielt.

In die entscheidende Phase kommen nun auch die Verhandlungen zwischen Management und Belegschaft um die Restrukturierung des Betriebes. Die Zahl der Forstbetriebe soll von derzeit 25 auf entweder zehn oder fünf reduziert werden. Von einem damit Hand in Hand gehenden Personalabbau wäre vor allem die zweite Führungsebene - also die Forstmeister sowie Mitarbeiter in der Zentrale - betroffen. Dabei geht es um eine Größenordnung von 100 bis 200 Beschäftigte. Der Abbau soll, so der ÖBf-Sprecher, vor allem durch Altersteilzeit-Lösungen erfolgen. "Entlassungen oder Kündigungen werden nicht erforderlich sein", sagt Schragl.

Bei den Verhandlungen gibt es Fortschritte, wird betont. In der Vorwoche wurde etwa ein Szenario durchgespielt, bei dem je zwei Forstbetriebe in der Obersteiermark und in Salzburg fiktiv zusammengelegt wurden. Schragl: "Und sogar die Leute aus den Forstbetrieben haben gesagt, dass das machbar wäre."

Der Betriebsrat will zu große Einschnitte nicht akzeptieren und droht andernfalls mit Protestmaßnahmen. Eine Entscheidung darüber soll am 16. Juni fallen. Die Bundesforste beschäftigen derzeit rund 1.200 Mitarbeiter und haben im Vorjahr 175 Millionen Euro umgesetzt.


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2. Biosphären-Eiche im Wienerwald

Start der Bundesforste-Aktivitäten zum Biosphärenpark

Die Österreichischen Bundesforste widmen einen ihrer prächtigsten Bäume der Gemeinde Mauerbach als Biosphären-Eiche. Mit einem Volksfest feierten die Mauerbacher dieses Wochenende das erste Symbol für den künftigen Biosphärenpark Wienerwald. Die 150-jährige Traubeneiche zählt mit einem Stammumfang von 3,5 m und 30 m Höhe zu den imposantesten Baumriesen der Region.

Nachhaltige Naturnutzung
Jeder zehnte Baum im Wienerwald ist eine Eiche, kein Zufall also, dass ausgerechnet dieser Baum als Symbol für den Wienerwald und dessen künftige Rolle als Biosphärenpark ausgewählt wurde. Die Bundesforste, die bereits heute einen großen Teil des Wienerwalds entsprechend den Biosphärenpark-Kriterien bewirtschaften, wollen mit der Widmung der Eiche ein lebendiges Zeichen für den Biosphärenpark Wienerwald setzen. "Die Einrichtung des Biosphärenparks ist den Bundesforsten ein großes Anliegen", so Vorstand Georg Erlacher. "Denn dieser Wald hat durch seine Stadtnähe große Bedeutung und muss nachhaltig bewirtschaftet werden. Das heißt, wir brauchen einen Ausgleich zwischen den Anforderungen der Natur, dem Erholungsbedürfnis der Bevölkerung und den Ansprüchen der wirtschaftlichen Nutzer." Dem nachhaltigen Naturraum-Management haben sich die Österreichischen Bundesforste, die rund ein Zehntel der Fläche Österreichs und etwa 15% der gesamten Waldflächen bewirtschaften, bereits seit Jahren verschrieben.

Startschuss für Biosphärenpark-Aktivitäten
Die Widmung der Biosphären-Eiche ist nur der Startschuss für eine Reihe von Aktivitäten, die die Bundesforste im Vorfeld der Biosphärenpark-Gründung setzen werden, wie Vorstand Georg Erlacher erläutert. "Als nächstes planen wir ein hochkarätiges Fachgespräch mit Vertretern bereits bestehender internationaler Biosphärenparks und hochrangigen österreichischen Experten. Weiterer Schritt soll dann eine breite Erlebsnisaktion für die Bevölkerung sein. Wir wollen den Menschen zeigen, welche Schönheiten und Kostbarkeiten der Wienerwald bietet."

Auch Günther Loiskandl, Beauftragter der Länder Wien und Niederösterreich für den Biosphärenpark Wienerwald, begrüßt das Engagement der Bundesforste: "Noch mehr als die Stiftung der symbolischen Biosphären-Eiche freut mich die Bereitschaft der ÖBf, sich als größter Betreuer von Wienerwaldflächen konstruktiv für den Biosphärenpark einzusetzten."

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3. Giftraupen in den Wiener Eichenwäldern

Kurier, 2003-06-14

Prozessionsspinner sorgt für Hautausschläge und Asthma-Anfälle / Parks teils gesperrt

Schmerzhafte Hautausschläge und schwere Allergien mit asthmaähnlichen Reaktionen vermiesen derzeit im Westen Wiens den Besuch von Parkanlagen oder kühlende Spaziergänge im Wienerwald. Der gesamte Westen Wiens ist nämlich von einem akuten Befall der Schmetterlingsraupe "Eichenprozessionsspinner" betroffen.

Wegen der ungewöhnlich hohen Raupenpopulation und deren bedrohlichen Ausmaßen musste das Stadtgartenamt bereits einige Parkanlagen in Wien zum Teil sperren. Im Pötzleinsdorfer Schlosspark in Währing etwa wird an allen Eingangstoren mit großen Plakaten auf die Gefahr aufmerksam gemacht und davor gewarnt, sich in der Umgebung von Eichen aufzuhalten. Der Mittelweg entlang eines Eichenwaldes wurde sogar amtlich gesperrt, um eine Gefährdung von Parkbesuchern zu verhindern.

In Hietzing sind von dem akuten Befall der gefräßigen Raupen etwa der Hörndlwald und der Napoleonwald betroffen. Bezirksvorsteher-Stellvertreterin Dorothea Drlik: "Wir können die Bevölkerung nur eindringlich warnen, sich nicht in der Umgebung von Eichen aufzuhalten. Besonders gefährdet sind kleine Kinder und auch Allergiker."

Der Eichenprozessionsspinner ist an sich ein harmloser Schmetterling. Kurz vor der Verpuppung ab Ende Mai wird er jedoch gefährlich. Die winzigen Härchen der Raupe - sie brechen bei Bewegungen der Raupe und Berührung ab - sind für Allergiker und hautempfindliche Menschen pures Gift. Es wird empfohlen, die schmerzhaften Ausschläge vom Hautarzt behandeln zu lassen. Ein wirksames Gegenmittel gegen den Befall des Eichenprozessionsspinner gibt es derzeit nicht, weil man aus Umweltgründen unmöglich alle Eichen spritzen kann. Lediglich in Parkanlagen oder auf Privatgründen wäre eine Spritzung im Frühjahr möglich und sinnvoll. Im Wienerwald jedoch muss jeder Spritzversuch scheitern. Rat der Fachleute: Den Aufenthalt in der Umgebung von Eichen in den nächsten Wochen meiden, bis gegen Ende Juli dann die Schmetterlinge geschlüpft sind.

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4. Wanderführer "Wiesenwienerwald"

NLK, 2003-06-11

Bernhard Baumgartner stellte neuen Wanderführer vor "Wiesenwienerwald" mit 40 Vorschlägen

"Der Wienerwald ist nicht nur der Wald vor der Stadt", sagte gestern Nachmittag der Autor Bernhard Baumgartner bei der Präsentation des neuen Führers "Wandern im Wiesenwienerwald" in St. Pölten-Spratzern. Bereits im frühesten Mittelalter sei das Gebiet zwischen der Traisen und der Großen Tulln von Bauern gerodet worden. Das Ergebnis sei eine Bauernlandschaft mit von Obstgärten umrahmten Einzelhöfen, spärlichen Weilern und Talorten gewesen; nur wenige, steinige Kuppen, Steilhänge und feuchte Gräben seien dem Wald überlassen worden. Die Landschaft habe sich somit zu einem "Wiesenwienerwald" gewandelt, zum Unterschied vom weitgehend geschlossenen Waldgebiet nahe der Bundeshauptstadt Wien. Mit diesem Führer sei es gelungen, diesen Teil der Landschaft in das rechte Licht zu rücken.

Baumgartner beschreibt in diesem Wanderführer 40 Vorschläge für Touren, die das Gebiet zwischen der Rudolfshöhe und der Zehethofer Höhe, zwischen dem Hegerberg und dem Steinberg und zwischen Stössing und dem Gföhlberg umfassen. Sie reichen von Hüttenwanderungen bis zu anspruchsvollen Überschreitungen. Eine Übersichtskarte erleichtert die Orientierung; dazu geben Fotos des Autors Einblicke in die Naturschönheiten.

Der handliche, 80 Seiten umfassende Führer ist in den Schutzhütten und in einigen Gemeindeämtern der Region sowie im Büro der Naturfreunde Niederösterreich in 3100 St. Pölten, Hessstraße 4/2, erhältlich. Er kostet 6 Euro und wird auch per Post (plus Porto) zugesandt. Bestellungen per Telefon unter 02742/35 72 11 oder per e-mail unter naturfreunde.noe@aon.at.

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5. Wienerwald braucht saftige Wiesen

Kurier, 2003-06-01

Biosphärenpark: Nur Bewirtschaftung kann freies Grünland retten

Mit der Schaffung eines "Biosphärenparks" haben sich im Vorjahr die Länder NÖ und Wien zum Erhalt des Wienerwaldes bekannt. Um ökologische und wirtschaftliche Aspekte unter einen Hut zu bringen, soll ein mit den betroffenen Anrainern bis Ende 2004 erarbeitetes Entwicklungskonzept auf den Tisch gelegt werden.

Ziel ist die internationale Anerkennung durch die UNESCO. Am Weg dorthin wird aktuell um die breite Akzeptanz in der Bevölkerung gerungen.

Das Projekt "Biospährenpark Wienerwald" läuft auf mehreren Schienen. Wie der zuständige Landesrat Josef Plank erklärt, wird derzeit mit Wien an der Gebietsabgrenzung gearbeitet. Ein erstes Konzept sieht vor, dass das 105.000 Hektar große Areal (darin befinden sich 50 Gemeinden) in mehrere Zonen unterteilt wird. Die sogenannte Kernzone, in der sich der Wald weitgehend ohne Einfluss des Menschen entwicklen soll, könnte nach ersten Konzepten drei bis fünf Prozent ausmachen. Als Pufferzone um das Naturreservat ist eine Pflegezone geplant. Die im Biospährenpark lebenden Menschen sind im Rahmen des Projektes kaum mit Auflagen konfrontiert. Rund 80 Prozent der Fläche (Entwicklungszone) gelten als Lebens-, Wirtschafts- und Erholungsraum.

Um die angestrebte internationale Anerkennung entsprechend für die Vermarktung zu nutzen, wird seit Jahresbeginn vor Ort heftig über diverse Projekte diskutiert. Landwirtschaft und Wirtschaft sollen etwa gemeinsame Produkte entwickeln, die unter einer Dachmarke vertrieben werden. Auch die touristischen Aspekte stehen im Mittelpunkt der Überlegungen.

Am Öko-Sektor wiederum geht es um die Pflege der in dieser Jahreszeit besonders bunten Wienerwald-Wiesen. Die landwirtschaftliche Nutzung war in den vergangenen Jahren deutlich zurück gegangen. Plank: "Ohne dieser Bewirtschaftung würden die Flächen verwildern. Dem Wienerwald darf aber seine Vielfalt nicht verloren gehen." Um eine Lösung zu finden, werden Förderinstrumentarien beworben. Eine Belebung der Viehwirtschaft gilt als weiterer Aspekt.

Das Interesse an dem Projekt scheint groß zu sein. Im Raum Königstetten etwa haben sich vier Gemeinden zur Kooperation entschlossen. Eine Vermarktungsgemeinschaft von Bauern wiederum wurde im Raum Neulengbach gegründet. Der für die Koordination zuständige Manager Günther Loiskandl zu den Erfolgsschancen des Projekts: "Es müssen möglichst viele Leute die Chance erkennen. Dazu brauchen wir die Bereitschaft zur Zusammenarbeit."

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6. "Streit um die Vögelein"

NATURA 2000

VP und SP liegen einander wegen der Vogelschutzrichtlinie in den Haaren. SP-Schabl will zusätzliche Gebiete nach Brüssel melden, VP-Sobotka verlangt neue Studien: Er "pfeife" auf die Frist der EU.

In Niederösterreich ist neuerlich ein Zwist über Natura 2000 und die EU-Vogelschutzrichtlinie ausgebrochen. Gegen Ende des Monats läuft die Frist der EU-Kommission, die Niederösterreich für die Modifizierung der Schutzgebiete eingeräumt wurde, aus. Zwischen VP und SP besteht allerdings Uneinigkeit, was man nach Brüssel melden will. In der letzten Regierungssitzung kam es deshalb zu wilden Wortgefechten zwischen dem zuständigen SP-Landesrat Emil Schabl und Umwelt-Landesrat Wolfgang Sobotka.

Dabei wäre der Kern unbestritten: Niederösterreich will die 1995 gemeldeten Flächen, die mehr als 31 Prozent der Fläche Niederösterreichs ausmachten, auf 15 Prozent reduzieren. Ein Streit entzündet sich allerdings bei einigen Nachnominierungen: Schabl will nicht nur den Truppenübungsplatz Allentsteig zur Schutzzone erklären - womit auch Sobotka noch einverstanden wäre - sondern auch das westliche Waldviertel, das Marchfeld und Gebiete im Bezirk Lilienfeld. Hier verweigern Sobotka und die VP allerdings die Zustimmung: "Es gibt keine wissenschaftlichen Untersuchungen darüber, dass diese Gebiete aus ornitologischer Sicht schützenswert wären. Wir haben im Naturschutz oft das Problem, dass jemand sagt: ,schützen', aber die Begründung schuldig bleibt." Deshalb ist für Sobotka klar: Ohne wissenschaftliche Begründung werde die VP die SP in der Regierungssitzung am 17. Juni, wo die endgültigen Gebiete für die Vogelschutzrichtlinie abgesegnet werden sollen, "niederstimmen".

Schabl kontert gegenüber der NÖN, dass er in so kurzer Zeit nicht neue Studien anfordern könne: "Bis wir die haben, ist die Frist der EU-Kommission abgelaufen. Dann könnte es passieren, dass die Kommission von sich aus Natura-2000-Gebiete in NÖ nominiert. Das würde dann gar nicht gut ausschauen." Sobotka dagegen machte in der Regierungssitzung lautstark klar, dass er auf die Frist der Kommission "pfeife": "Hier haben für mich die neuen Studien Priorität. Schließlich geht es darum, etwas Ordentliches nach Brüssel zu melden. Und wenn man dafür länger braucht, kann das kein Problem sein."


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Letzte Änderung: 2003-06-16 - Stichwort - Sitemap