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Netzwerk Wienerwald

Countdown zum Biosphärenpark

Bleibt vom Wienerwald nur ein Fleckerlteppich?

 

Wien, am 30.11.2004 – Einen politischen Fahrplan zum Biosphärenpark Wienerwald legten am Dienstag das Netzwerk Wienerwald und der WWF vor. Demnach müssen die Länder Niederösterreich und Wien in den kommenden zwei Monaten politische Entscheidungen treffen, um den von den beiden Landeshauptmännern angekündigten Biosphärenpark rechtlich und finanziell abzusichern. Sonst, so sind sich Naturschützer und regionale Initiativen einig, bleibt von einer großen Idee nur ein trauriger Fleckerlteppich. Wichtigste Sofortmaßnahme sei die Absicherung der Kernzonen auf 8.000 Hektar Wald, wie ursprünglich geplant. Hier droht eine Reduzierung auf 5.000 Hektar. Bis zum Frühjahr sei die Zonierung für die gesamte Region mit ihren rund 105.000 Hektar und über 50 Gemeinden zu fixieren, Rechtssicherheit zu schaffen und das Management mit ausreichenden Kompetenzen und Mitteln auszustatten. Das Netzwerk Wienerwald setzt sich darüber hinaus für ein "Biosphärenpark-Parlament" ein und ruft die Bevölkerung auf, sich aktiv in den Prozess einzubringen. Dazu wird aktuell eine Fragebogenaktion zur Positionsbestimmung zum Biosphärenpark innerhalb aller Wienerwaldgemeinden durchgeführt (www.netzwerk-wienerwald.at).

 

Biosphärenparks sind laut UNESCO-Definition Modellregionen für nachhaltige Entwicklung. Sie umfassen Kern- und Pufferzonen mit Vorrang für die Natur sowie naturnahe Bewirtschaftung und Entwicklungszonen als Lebens-, Wirtschafts- und Erholungsraum für die Bevölkerung. Der Biosphärenpark Wienerwald soll kommendes Frühjahr bei der UNESCO eingereicht werden. Josef Baum, Regionalökonom vom Netzwerk Wienerwald zweifelt daran, dass die UNESCO diese Bewerbung annehmen wird: "Es gibt derzeit noch keine erkennbare Entwicklung, die zu wirklich spürbaren Veränderungen der Region in Richtung Nachhaltigkeit führen könnte." So seien die Bereiche Raumordnung, Verkehr, Energie oder Arbeit und Leben in der Region aus der aktuellen Planung bis dato ausgeklammert. Das Netzwerk Wienerwald schlägt daher unter dem Titel "Wienerwald-Parlament" die Einrichtung einer mit verbindlichen Kompetenzen ausgestatteten Plattform der Wienerwaldgemeinden und engagierter Gruppen vor (1).

 

Kritik gibt es aber auch an der Kernzonenplanung (2). Die Landeshauptleute haben vor einem Jahr öffentlichkeitswirksam angekündigt, 8.000 Hektar Wald außer Nutzung zu nehmen. Jetzt wird das auf einmal auf 5.000 Hektar reduziert, statt – wie aus fachlicher Sicht notwendig –  auf mindestens 10.000 Hektar ausgeweitet. Dieter Armerding, Naturschutzexperte des Netzwerks: "Noch dazu sieht die Planung statt einiger großer Kernzonen, in denen die Natur sich selbst überlassen bleiben kann, nur einen Fleckerlteppich von mehr als 40 kleinen Gebieten vor, während die Pufferzonen in dem von der UNESCO geforderten Ausmaß gar nicht berücksichtigt wurden. Die ausgewiesenen Pflegezonen hingegen werden im Biosphärenpark-Konzept überhaupt nicht gefordert und sind wohl eher ein Bonus der Planer."

 

Ähnlich sieht das auch der WWF. Das einstweilige Biosphärenpark-Management bemühe sich zwar redlich, habe aber zu wenig Kompetenzen und sei sowohl personell als auch finanziell nicht genügend ausgestattet. Stefan Moidl, WWF-Experte für Nachhaltigkeit, legt daher den Landesregierungen Niederösterreich und Wien einen Countdown zum Biosphärenpark vor: "Wenn die UNESCO die Bewerbung ernst nehmen soll, müssen die beiden Länder bis zum Frühjahr noch einiges erledigen." Das sind:

 

Sofort          Sicherung der wertvollsten Waldgebiete im gleichen Ausmaß wie 2003/04

Bis 02/05      Zonierung

                    Definition von Zielen für die verschiedenen Zonen und Maßnahmenplanung

März 2005    Rechtliche Verankerung

                    Ausrichtung der Förderpolitik der Länder und des Bundes

                    Ausstattung des Management mit ausreichenden Rechten und Mitteln

April 2005    Einreichung bei der UNESCO

 

Information:   Birgit Kohlmaier-Schacht, 0676/3113313

 

 

(1) Die diesbezügliche Textbeilage im Original:

 

Josef Baum / Netzwerk Wienerwald                                                                         30.11.2004

 

Die Wienerwald-Region braucht für eine zukunftsfähige Entwicklung einen demokratischen Rahmen: Für ein Wienerwald-Parlament

 

Eine sozialökologische Betrachtung zeigt, dass die Wienerwald-Region im Vergleich zu anderen Biosphärenparkregionen nur sehr wenige Eigenschaften einer eigenständigen Region besitzt. Die Außenverflechtungen sind in allen Sektoren der sozioökonomischen Entwicklung sehr hoch. Es gibt derzeit nur sehr geringe regionsinterne, sozialökonomische Kreisläufe:

-          In der Lebensmittelversorgung ist das Eigenaufkommen marginal.

-          In der Energieversorgung ist die Eigenversorgung gering, wobei Biomasse bemerkenswerterweise eine derzeit gering genutzte Ressource ist, aber größeres Potential hat.

-          Das Auspendlerwesen ist naturgemäß sehr hoch.

-          Gleichzeitig ist durch die extrem hohen Zuzugsraten und einen hohen, laufenden Wechsel der Bevölkerung die Bindung zur Region vergleichsweise gering.

-          Dazu kommt, dass die Region sowohl durch die A1 und A21 als auch durch die Westbahn einen enorm hohen Transitverkehr aufweist.

 

Die sozialökonomisch geringe Eigenständigkeit der Region wird durch das fast vollständige Fehlen von politisch-institutionellen Rahmenbedingungen noch verschärft. Die einzelnen Gemeinden sind dabei von den Rahmenbedingungen her sehr auf sich selbst bezogen. Mit Ausnahme der Gemeinden gibt es nur wenige, derzeit relevante Foren, in denen sich Entscheidungsträger der Region abstimmen, geschweige denn, gemeinsame Entschlüsse fassen. Sind die demokratischen Mitbestimmungsmöglichkeiten in der Region schon für Machtträger nicht ausgeprägt, sind sie für die BürgerInnen noch bescheidener.

 

Daraus folgt die Notwendigkeit eines demokratischen Rahmens für die Wienerwald-Region, ein zu schaffender „Wienerwald-Rat“, „Wienerwald-Konvent“ oder wie sonst ein solches Forum heißen wird, sollte ein entscheidungsbefugtes Gremium für die „Entwicklungszone“ des Biosphärenparks werden, in dem die nachhaltige Entwicklung der Region konzipiert, gesteuert, beobachtet und kontrolliert wird.

Darin sind jedenfalls zweckmäßigerweise auch Interessens- und Bürgerinteressensver-treterInnen einzubeziehen. Die Tätigkeiten haben dabei transparent und offen zu erfolgen.

 

Eine nicht unwesentliche, zu lösende Aufgabe besteht darin, dass, wenn eine solche überregionale Institution konkrete Kompetenzen erhalten soll, andere Institutionen Kompetenzen abgeben, das sind die Länder und Gemeinden.

 

Der Umbau in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung der Wienerwald-Region kann grundsätzlich rasch gehen: Wenn z.B. Regeln aufgestellt werden, wonach Gemeinden nur mehr dann frei verfügbare Landes- bzw. Bundesmittel erhalten, wenn sie Nachhaltigkeitsziele planen und einhalten, dann würde sich hier schnell eine gewisse Automatik in diese Richtung ergeben. Das heißt konkret, Flächenwidmungs- und Bebauungsziele, wie Kennwerte für den Energieverbrauch und die Verkehrsstruktur sollen sich an den - selbstgesteckten - verbindlichen Zielen orientieren: Kurze Wege, gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr, Schaffung flexibler, öffentlicher Verkehrsmittel, maximale Energieverwertung, Nutzung erneuerbarer Energie etc. Ausgegangen soll vom bestehenden Status werden, der zunächst zu erhalten ist. Danach sollen konkrete Nachhaltigkeitsziele kurz-, mittel- und langfristig diskutiert und beschlossen werden.

 

Wichtige sektorale Bereiche der nachhaltigen Entwicklung in der Übergangszone sind: Raumordnung, Verkehr, Energie sowie Arbeit und Leben in der Region.

 

Wesentlich ist die Bewusstmachung,

-          dass der Biosphärenpark in der „Entwicklungszone“ weniger ein Ziel, als ein Prozess ist und

-          dass es gut wäre, auch schon Schritte vor der UNESCO-Anerkennung zu setzen.

 

(2) Link zum (nicht ganz aktuellen) Plan der projektierten Kernzonen:
http://www.noe.gv.at/SERVICE/LF/LF4/Downloads/Moratoriumsflaechen_Karte.pdf

 

Reaktionen auf die Pressekonferenz:

Der Standard, 2004-12-01

Schutz für Wienerwald oder "Fleckerlteppich"
Projekt Biosphärenpark - Stadt optimistisch

Der WWF klagt, dass der Wienerwald zu einem "Fleckerlteppich" aus Schutzzonen werden könnte. Hintergrund der Kritik ist, dass die grüne Lunge rund um Wien bei der Unesco zum Biosphärenpark erklärt werden soll. Die Länder Wien und Niederösterreich bereiten die Einreichung des Projekts derzeit vor.

105.000 Hektar umfasst das Gelände des künftigen Biosphärenparks, doch würden mehr kleine, statt große Schutzzonen darin definiert, sagt Stefan Moidl vom World Wide Fund for Nature. Die Schutzzonen "mosaikartig" anzulegen verteidigt Andreas Januskovecz, Forstdirektor der Stadt Wien. Von Tulln bis Baden eine große Schutzzone zu definieren sei gar nicht möglich. Mit den kleinen Schutzgebieten samt darum liegender "Pflegezone" könne man gezielt bestimmte Orchideen oder ein Feuchtbiotop bewahren. Die Unesco mache da in ihren Richtlinien schon eine sinnvolle Vorgabe.

WWF-Experte Moidl beurteilt das Agieren der Landespolitiker in Sachen "Biosphärenpark" prinzipiell als "sehr positiv", doch jetzt sei die Zeit des Verhandelns vorbei. Man müsse zum Abschluss kommen, denn das Projekt muss bis April/Mai nächsten Jahres bei der Unesco eingereicht werden. Beim "Netzwerk Wienerwald" setzt man hinsichtlich des Zeitplans nach: Wichtige Themen wie Raumordnung und Verkehr seien noch nicht behandelt worden.

Januskovecz entgegnet: "Der Zeitplan wird nach derzeitigem Stand eingehalten," auch wenn es offene Fragen gebe. So müssen Grundbesitzer im Wienerwald überzeugt werden, dass sie gegen eine Entschädigung bereit sind, in ihren Gebieten Schutzzonen definieren zu lassen und auf die Bewirtschaftung des Waldes zu verzichten. Den größeren Part habe hier Niederösterreich zu bewältigen, da 94 Prozent des Waldgebietes auf niederösterreichischem Boden liegen. Der Forstdirektor sieht mit dem Prädikat "Biosphärenpark" für den Wienerwald den Vorteil, dass Spaziergeher im unberührten Wald sein können.

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Kurier, 2004-11-30
von Martin Bernert

WWF: Biosphärenpark Wienerwald könnte "Fleckerlteppich" werden

Knapp fünf Monate vor der geplanten Einreichung des Projekts "Biosphärenpark Wienerwald" bei der UNESCO schlagen Umweltschützer Alarm: Die unter strengem Schutz stehenden Kernzonen seien drastisch reduziert worden. Vertreter von WWF und Netzwerk Wienerwald befürchten, der 105.000 Hektar große Biosphärenpark könnte nun zum "Fleckerlteppich" werden, dem die UNESCO ihre Anerkennung verweigert. Vertreter der NÖ-Landesregierung weisen die Kritik zurück.

Die Naturschützer sind zwar in die Vorbereitung des Projekts eingebunden, sehen aber ihre Felle davon schwimmen. Die Kernzonen seien vom Parkmanagement und den politisch Verantwortlichen in Wien und NÖ drastisch beschnitten worden: "Statt der ursprünglich geplanten 8000 Hektar Kernzonen droht eine Reduzierung auf 5000 Hektar", sagt Stefan Moidl vom WWF.

Dazu komme, dass es keine großen, zusammenhängenden Kernzonen gebe, wie sie die UNESCO fordere, sondern viele kleine Flecken. Auch die Ziele für die so genannten Entwicklungszonen - das sind jene Gebiete, die weiterhin bewirtschaftet werden - seien noch nicht festgelegt.

Moidl sieht das Gesamtprojekt gefährdet: Wenn die Einreichungsunterlagen nicht bis April fertig seien, bedeute dies ein ganzes Jahr Verzögerung, da die UNESCO nur einmal jährlich über neue Biosphärenparks berate. Auch sei keineswegs sicher, dass die Einreichung akzeptiert werde: "2002 hat die UNESCO nur 18 von 33 Projekten angenommen."

Gerfried Koch von der Forstabteilung der NÖ-Landesregierung weist die Kritik zurück. Man sei laufend in Kontakt mit der UNESCO in Paris und dem nationalen Komitee: "Uns wurde signalisiert, dass es in Europa bisher kein Projekt mit vergleichbar guter fachlicher Planung und Bürgerbeteiligung gab." Die Kernzonen seien vor allem um junge, "nicht sehr naturnahe" Waldflächen - vornehmlich Nadelhölzer - reduziert worden, die noch dazu vom Borkenkäfer bedroht seien, sagt Gerfried Koch.

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NÖN online, 2004-11-30

Biosphäre Wienerwald: 'Fleckerlteppich' befürchtet

Die Einreichung des Wienerwaldes als Biosphärenpark bei der UNESCO rückt näher. Grund genug für einige Umweltschutzorganisationen, die zuständigen Landespolitiker in Wien und NÖ an "rasche und enorm wichtige" Entscheidungen zu erinnern.

Denn aus dem 105.000 Hektar großen Naturreservat droht ein "Fleckerlteppich" mit vielen unzusammenhängenden Schutzzonen zu werden, befürchtet etwa der WWF. Gefordert wird außerdem eine Ausdehnung der Kernzone auf mindestens 10.000 Hektar.

"Das rasche Handeln der Landeshauptleute von Wien und Niederösterreich (Michael Häupl und Erwin Pröll, Anm.) bei der Sicherung der sensiblen Waldzonen war sehr positiv und auch enorm wichtig", lobte WWF-Waldexperte Stefan Moidl am Dienstag bei einer Pressekonferenz. Doch nun sei die Zeit des Verhandelns vorbei: Bis spätestens Ende April muss das Projekt Biosphärenpark bei der UNESCO eingereicht werden.

In die "Phase der politischen Entscheidung", wie Moidl die kommenden Monate titulierte, fallen neben der Sicherung der Kernzonen auch die rechtliche Verankerung des Biosphärenpark-Managements sowie die Festlegung von finanziellen und personellen Ressourcen: "Dabei wird sich zeigen, ob das ganze ein Erfolgsprojekt wird oder bereits am Start verhungert", so Moidl. Einige "heiße Eisen" seien noch nicht behandelt worden, die Zeit dränge.

Noch eine Spur kritischer argumentiert das "Netzwerk Wienerwald": So seien etwa Bereiche wie Raumordnung, Verkehr, Energie oder Arbeit und Leben in der Region aus der aktuellen Planung bis dato ausgeklammert gewesen. Negativ bewertet wird auch die Entwicklung der Kernzonen. Ursprünglich habe man seitens der Politik 8.000 Hektar zugesagt, mittlerweile sei diese Fläche jedoch auf 5.000 Hektar geschrumpft. Fazit von Moidl: "Wenn die UNESCO die Bewerbung ernst nehmen soll, müssen beide Länder bis zum Frühjahr noch einiges erledigen."

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wienweb.at, 2004-12-01

Wienerwald - Kein Biosphärenpark in Sicht

Der Wienerwald soll zum geschützten Biosphärenpark werden. Das haben Wien und Niederösterreich längst angekündingt. Naturschützer befürchten, dass von dieser großen Idee nur ein kleiner Fleckerlteppich bleibt.

WWF und Netzwerk Wienerwald geben nun Gas. Sie haben am Dienstag einen politischen Fahrplan vorgelegt. Die beiden Landeshauptmänner Michael Häupl und Erwin Pröll sollen in den kommenden zwei Monaten politische Entscheidungen treffen. 8.000 Hektar Wald sollen als Kernzone definiert werden.

Wichtig sei, die geschützte Zone für Natur und Mensch rechtlich und finanziell abzusichern, damit das Projekt im kommenden April bei der UNESCO eingereicht werden kann. Die Bevölkerung wird aufgerufen, sich aktiv einzubringen. Unter den Bewohnern der 50 Wienerwaldgemeinden am Stadtrand Wiens und in NÖ wird dazu eine Fragebogenaktion durchgeführt.

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Neben den "offiziellen" Reaktionen erreichten uns auch viele Zuschriften.
Einige davon möchten wir im Anschluss wiedergeben:

Was blieb von den Bekenntnissen zum Schutz des Wienerwaldes im Millenniumsjahr? Ein Fleckerlteppich!

naturREIN statt Biosphärenpark

Der wesentliche Punkt des UNESCO-Modells einer Biosphärenreserve ist, dass das Projekt von der Bevölkerung mitgetragen wird. Welche Bürger im Wienerwald sollen den geplanten Biosphärenpark Wienerwald mittragen?

Die Anrainer der B210 im Helenental, die gerade für den überregionalen (LKW)Verkehr ausgebaut wird, sodass die Belastungen für Mensch und Natur gesteigert werden?

Die Anrainer der A21, für die durch den forcierten, hausgemachten Verkehrszuwachs von derzeit 45.000 KFZ auf 70.000 KFZ im Jahr 2013 ein gesundes Leben unmöglich wird?

Die Bewohner im Bereich der neu geschaffenen Flugrouten ausgehend vom Flughafen Schwechat?

Was nützt die Ausweisung von Kernzonen im Helenental, wenn die schleichende Zerstörung nicht gebremst, sondern forciert wird?

Was nützen Beteuerungen in Festreden, wenn dem Druck von Konzernen nach ungehinderter, mautfreien Durchfahrt durch das Helenental zum Schaden der Allgemeinheit entsprochen wird?

Warum fehlt die politische Rückendeckung für wirksame Maßnahmen zur Verringerung der Gefährdung aller Verkehrsteilnehmer im gesamten Helenental?

Mit freundlichen Grüßen
Dipl.-Ing. Erwin Dollensky, Alland

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Sehr geehrte Damen und Herren!

Ein Artikel im Kurier vom 1.12.2004 hat mich wieder an den geplanten Biosphärenpark Wienerwald erinnert. Es kommt nun eine weitere Bedrohung hinzu:

Für einen Biosphärenpark ist wohl auch geringe Lärmbelastung ein wesentliches Kriterium. Seit April dieses Jahres wurden die Abflugrouten vom Flughafen Wien neu geplant. Eine neue Flugroute führt nun geradewegs über Mauer und weiter über den Lainzer Tiergarten. Auch mehrere andere Flugrouten führen über den Wienerwald und beeinflussen sicherlich die Region des geplanten Biosphärenparks. Die Flugzeuge fliegen noch ziemlich tief und verursachen beträchtlichen Lärm. Genauere Informationen finden Sie auf der Homepage der Bürgerinitiative gegen Fluglärm über Liesing, www.abfluglaerm-liesing.org . Initiator und Leiter dieser Bürgerinitiative ist Herr Viktor Horak (Vhorak@chello.at).

Ich glaube, Sie sollten im Interesse des Biosphärenparks ebenfalls gegen die neuen Abflugrouten agieren:
- durch direkten Protest bei den verantwortlichen Stellen und Politikern (nähere Informationen bei Herrn Horak)
- durch Unterstützung der Bürgerinitiative.

Mit freundlichen Grüßen
Dipl.-Ing. Reinhard Schmid

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Hallo Christian!

Konnte leider nicht zur PK kommen. ..... In Mauerbach gibt es nichts Neues, außer dass die "Alpenland-Wiese" schon fleißig bebaut wird, und nicht wie man zuerst behauptet hat von 73 Wohneinheiten auf 45 reduziert wurde - nein - es werden etwa 80!

Liebe Grüße
Ingrid

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Re: Pressekonferenz "Countdown zum Biosphärenpark"

Wir (Österreichischer Alpenverein - Sektion Liesing-Perchtoldsdorf, Anmerkung) haben von der BH Mödling mündlich die Information bekommen, dass es eine Rodungsbewilligung in der Causa Kowall-Gaaden gibt. Eine Vertreterin der Wienerwaldkonferenz durfte jedoch nicht Einsicht nehmen!

Das geplante Abbaufeld liegt im Wirkungsbereich von Natura2000, Alpenkonvention, Landschaftsschutzgebiet Wienerwald, Wienerwalddeklaration, Biosphärenpark Wienerwald, sowie einem Schutzgebiet gegen Bergbau für Wasserleitungen und Heilwässer (Karstwässer) laut Wasserwirtschaftskataster und es ist umgeben vom Naturpark Föhrenberge.

Entschieden gegen die Steinbrucherweiterung ausgesprochen haben sich u.a.: Umweltdachverband, Naturschutzverein Schöffel (Österreichischer Naturschutzbund), Österreichischer Alpenverein - Sektion Liesing-Perchtoldsdorf und Sektion Mödling, Verein Wienerwaldkonferenz, überregionale Initiative Anninger-Naturpark Föhrenberge, Verein zur Rettung natürlicher Lebensräume in Mödling und Umgebung. Die Naturschutzvereine und -organisationen warnen vor irreversiblen Schäden!

Geplant ist die Erweiterung des Steinbruches (Baukontor Gaaden) um weitere 16ha = 160 000m², das entspricht dem Stadtzentrum von Mödling (der Steinbruch wurde in den letzten Jahren bereits um 3,9 ha erweitert!). Neben Lärm, Staub und Erschütterungen durch 20-35 Jahre Materialabbau, -verarbeitung und -transport droht ein ganzer Bergrücken - der Mitterotter - zu verschwinden. Auch bei noch so gutgemeinten Rekultivierungsmaßnahmen ist nicht einmal in Jahrzehnten zu erwarten, dass der jetzige Schwarzföhren- und Flaumeichenwald wiederhergestellt werden kann.

+ + + + +

20 Jahre nach Hainburg - eine unfassbare Behördenwillkür - unter aktiver Mitwirkung der NÖ Umweltanwaltschaft, die sich nicht als Anwalt der Natur und Umwelt, sondern als Handlanger für die Zerstörung eines Landschafts s c h u t z gebietes darstellt.
Jetzt sind massive Proteste bei den beiden Landeshauptleuten von NÖ und Wien, sowie die Mobilisierung der Medien dringend geboten!
 
Dr.Peter FRITZ
Präsident der Wienerwaldkonferenz, e.V.

Siehe dazu: http://www.purkersdorf-online.at/netzwerk/aktuell/index.php

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Auch die politischen Parteien sandten ihre Stellungnahmen aus:

Biosphärenpark Wienerwald - Wiener Grüne kritisieren: Außer Lippenbekenntnisse nichts gewesen

Was ist zum Schutz des Wienerwaldes seit dem Jubiläumsjahr 2002 tatsächlich geschehen?

Wien (Grüne) - "Politischen Willen für wirkungsvolle Maßnahmen zum Schutz des Wienerwaldes kann ich beim Wiener Bürgermeister leider nicht erkennen", meint Rüdiger Maresch zur heute präsentierten Bilanz zum Planungsstand des Biosphärenparks Wienerwald. Seitdem der Biosphärenpark vor zwei Jahren politisch beschlossen wurde hätte es viele Möglichkeiten gegeben erste Schutzmaßnahmen in Angriff zu nehmen. Wie die Vertreter von Netzwerk Wienerwald und WWF heute zeigten, fehlen vor allem auf dem Gebiet der Raum- und Verkehrsplanung klare politische Zielvorstellungen und Maßnahmenpläne.

Die Wiener Grünen haben schon im Frühjahr 2002 detaillierte Schutzmaßnahmen für den Wienerwald in einem 12-Punkteprogramm vorgelegt. Dieses Programm aber auch viele andere Vorschläge der Umwelt- und Naturschutzorganisationen und lokaler Initiativen wurden von der Wiener Stadtregierung bisher nicht aufgegriffen. Der fehlende politische Wille zum Schutz des Wienerwaldes zeigt sich auch am "Alibiprojekt Wienerwaldbus". Öffentlich hat sich die Stadtregierung zwar zu diesem wichtigen Projekt bekannt, aber in Wirklichkeit mit viel zu geringen Ressourcen ausgestattet: Der Bus hat zu lange Tacktzeiten, wird nur wenig genutzt und schafft damit keine Verkehrsentlastung auf der Höhenstraße.

Maresch führt auch noch ein anderes aktuelles Beispiel an. Eine wesentliche Gefahr für den Wienerwald stellen die sommerlichen Ozonbelastungen dar. Aufgrund der hohen Belastungen ist der Landeshauptmann von Wien aufgrund des Ozongesetzes verpflichtet, einen Aktionsplan für Sofortmaßnahmen zu erstellen. Maresch: "Wien drückt sich um diese Aufgabe. Erst letzten Donnerstag hat die SPÖ im Landtag einen diesbezüglichen Antrag der Wiener Grünen mit fadenscheinigen Argumenten abgelehnt - die SPÖ-GemeinderätInnen meinen, Wien kann zur Ozonreduktion nichts beitragen."

"Die bisherigen Schutzmaßnahmen für den Wienerwald fallen leider mager aus. Unsere Befürchtung, dass nach den Lippenbekenntnissen im Wienerwald-Jubiläumsjahr alles beim Alten bleibt, hat sich leider bewahrheitet", so Maresch abschließend.

Rückfragehinweis: Mag. Heike Warmuth, Tel.: 4000/81814, wien.gruene.at
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Biosphärenpark Wienerwald: FPÖ-Wien fordert Kernzone als Nationalpark

Bestmöglicher Schutz für "Grüne Lunge" Wiens notwendig

Wien, 30.11.04 - Für uns bleibt die Forderung nach einem Nationalpark Wienerwald weiterhin aufrecht, betonte heute der Klubobmann der FPÖ-Wien Mag. Hilmar Kabas. Das Kerngebiet des künftigen Biosphärenparks im Ausmaß von rund zehn Prozent soll zum Nationalpark erklärt werden. Gerade die Beispiele Neusiedler See und Donauauen haben gezeigt, dass keine Schutzkategorien außer jener des "Nationalparks" Zerstörungen nachhaltig abwenden konnten.

Dennoch begrüßt die FPÖ die Entwicklung hin zum Biosphärenpark, die allerdings von Wien und Niedrösterreich mehr als gemütlich betrieben wird. Denn während Häupl und Pröll bummeln, nimmt die Zersiedelung weiter ihren Lauf. Diese hat den in letzten 25 Jahren deutlich zugenommen. Allein seit 1980 hat sich der Gebäudestand in den 56 Wienerwaldgemeinden um mehr als 50% erhöht. Dieser Entwicklung muss Einhalt geboten werden, so Kabas.

Rückfragehinweis: Klub der Freiheitlichen, Pressestelle, Tel.: 4000/81747
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Biosphärenpark Wienerwald - SP-Ramskogler: "Alles im Zeitplan!"

Biosphärenpark Wienerwald ist beste Lösung für Mensch und Natur

Wien (SPW-K) - "Das Projekt "Biosphärenpark Wienerwald" liegt im Zeitplan, die Kernzonen sind festgelegt und einer fristgerechten Einreichung bei der UNESCO steht aus heutiger Sicht nichts im Wege. Die Bedenken der Wiener Opposition sind also wieder nur die übliche Panikmache", reagierte heute SP-Gemeinderätin Sonja Ramskogler auf Aussagen von Grünen und FPÖ zum Biosphärenpark. "Der aktuelle Stand der Entwicklung des Projekts ist jederzeit auf der Biosphärenpark-Homepage abrufbar - eine umfassende Transparenz also gegeben."

Die Schaffung eines Biosphärenparks sei für den Wienerwald wie maßgeschneidert, "weil Ökosystem und Artenvielfalt geschützt sowie ökologische Entwicklungen gefördert werden", so Ramskogler weiter. "Dazu zählt der freiwillige Verzicht auf forstwirtschaftliche Nutzung und die Festlegung der Biosphärenpark-Kernzonen." Zum Vorwurf, es sei ein "Fleckerlteppich" im Entstehen, betonte Ramskogler: "Aufgrund der historisch bedingten räumlichen Lage und der Verteilung von Siedlungen, Acker- und Grünland sowie Wald im Wienerwald ist aus fachlicher Sicht die Schaffung weniger großer zusammenhängender Zonen nicht nur unmöglich, sie würde dem einzigartigen Charakter der Landschaft im Wienerwald auch grundlegend widersprechen."

Auch eine Ausdehnung der Kernzonen auf mindestens 10.000 Hektar würde nicht viel Sinn machen: "Die vorliegenden Auswahlvorschläge für Kernzonen wurden vom Expertenbeirat grundsätzlich positiv bewertet. Eine Ausdehnung auf 10.000 Hektar könnte deshalb nur auf Flächen erfolgen, die aus wissenschaftlicher Sicht wenig für Kernzonen geeignet sind." Bereits in der Planungsphase seien die ausgewählten Kernzonenvorschläge durch Abgeltungen an die Grundeigentümer gesichert worden, um Schlägerungen zu verhindern. "Diese Vorgangsweise ist erstmalig für derartige Projekte in Österreich und wurde unter anderem auch vom WWF als vorbildlich gelobt."

Für die Einreichung des Projektes bei der UNESCO im Frühjahr 2005 seien jedenfalls alle notwendigen fachlichen Unterlagen bereits weitgehend fertiggestellt - derzeit werde die weitere Vorgangsweise abgestimmt. "Gleichzeitig hat auch die  Bearbeitung der Themen Raumordnung, Verkehr, Energie oder Arbeit und Leben in der Region bereits begonnen."

Insgesamt müsse man sich auch vor Augen halten, "dass von den 100.000 Hektar des Biosphärenparks ca. 4.500 Hektar auf Wiener Gebiet liegen, aber 60 Prozent der Einwohner des Wiener Waldes hier leben", so Ramskogler weiter. "Deshalb ist auch die gute Zusammenarbeit der Länder Wien und Niederösterreich besonders wichtig. Wer derzeit leider wieder auslässt ist der Bund - wenn der FPÖ der Naturschutz so am Herzen liegt, sollte sich bei ihren KollegInnen in der Bundesregierung dafür einsetzen!" schloss Ramskogler.

www.biosphaerenpark-wienerwald.org

Rückfragehinweis: SPÖ Klub Rathaus, Presse, Mag. Michaela Zlamal, Tel.: 4000/81930


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