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Eine 90%-"Eröffnung"

Purkersdorf

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Baum

Eine 90%-"Eröffnung" der renovierten Herrengasse 8
Bau wurde lebenswerter: Aber kühle Gemeinschaftsklos am Gang bleiben

Landesweit wird jetzt eröffnet, was sich nur irgendwie eröffnen lässt. Letzten Freitag lud der Bürgermeister von Purkersdorf zur "Eröffnung" des Gemeindebaus Herrengasse 8. Das Einmalige dabei ist, dass die Renovierung auch laut Redner noch nicht abgeschlossen ist. Zu 90 % sei man fertig, hieß es. Möglicherweise hängt die vorzeitige Eröffnung mit den Wahlen zusammen. Möglicherweise waren daher mehr KandidatInnen für die Wahl anwesend als betroffene Mieterinnen, trotz Freibier und Würstl.

Nun, die neue Fassade ist zweifellos schön geworden und für die Mieterinnen und Mieter bedeutet die Renovierung insgesamt mehr Lebensqualität. Die neuen Fenster und die bessere Dichtung verringern den Energieeinsatz.

Durch Auslagerung der Renovierung an die Gemeindetochterfirma WIPUR sei alles beschleunigt worden, und der Gemeinderat habe die Renovierung nicht mehr verzögern können, so Schlögl. Eine starke Aussage, wenn man weiß, dass der Bürgermeister die Renovierung nun seit 1990 schon in drei Wahlen versprochen hat und es trotz seiner angeblichen Beziehungen dann fast 15 Jahre gedauert hat.

  • Ist es wirklich notwendig, dass in einer angeblichen sozialen und kulturellen Musterstadt in diesem Großbau noch um die 30 % der Leute ein Klo am Gang benutzen müssen, und zwar auch Gemeinschaftsklos ohne Heizung? Und das jetzt nach der Renovierung voraussichtlich noch einige Jahrzehnte. Jedenfalls täglich erfrischende Erlebnisse vor allem für ältere Menschen. "Am Gangklo sitzt der Eisbär", so eine betagte Mieterin.

  • Ist es wirklich notwendig, dass in einer angeblichen Umwelt-Musterstadt in einem Großbau Gasetagenheizungen erneuert werden, die schwer umstellbar auf umweltfreundliche Biomasse sind? Ist es wirklich notwendig, dass sogar auch noch mit allen Kohlenöfen geheizt werden muss?

Von wegen Gemeinderat: wenn das alles nicht dem Gemeinderat entzogen worden wäre, hätte es eventuell einige zukunftsträchtigere Lösungen gegeben.

Obwohl die Handwerker noch länger arbeiten, ist aber auf jeden Fall schon die Steintafel fertig, die alle und auch zukünftigen Generationen nicht im unklaren darüber lässt, unter welchem Bürgermeister diese Sanierung erfolgt ist.

Immerhin musste aber der Gemeinderat mit dem Verkauf der Anlage an die Tochterfirma befasst werden: Das aber nur zwecks Schuldenverschiebung von der linken in die rechte Hosentasche: Die Gemeinde bekam Geld, die Gemeindetochterfirma musste einen Kredit aufnehmen, der aber in der offiziellen Gemeindeverschuldung nicht mehr aufscheint. Nicht geklärt ist auch bis dato, was eigentlich in früheren Jahren an Hauptmietreserve angesammelt wurde

Dass die MieterInnen und Mieter jetzt zusätzlich 25 Jahre lang etliches zahlen werden, ist zwar absehbar, aber die erhöhten Zahlungen setzen zufällig gerade im Monat nach der Wahl ein.

Also eine erfreuliche Sanierung mit einigen dicken Fragezeichen.

Dr. Josef Baum

Siehe auch: Du großes altes Haus - die Geschichte der Herrengasse 8


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Letzte Änderung: 2005-03-03 - Stichwort - Sitemap