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Bauprojekt Hofer Linzerstraße

Purkersdorf

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Baum

Sozialökologische Siedlungsentwicklung III

Hofer sollte nicht auf vergiftetem Erdreich bauen

Gemeinde soll aktuellen Vergiftungsgrad prüfen

Bekanntlich möchte der Diskonter Hofer in der Linzerstraße auf früherem Betriebsgelände einen neuen Markt errichten. Die Gemeinde hat dafür praktisch auch grünes Licht gegeben.

Dieses Projekt ist aus mehreren Gründen problematisch:

  • Wieder wird ein Markt nicht im Zentrum errichtet, dadurch wird das Zentrum weiter ausbluten.
  • Der Markt wird vielmehr an einem Ort errichtet, wo der Großteil mit dem Auto hinfahren wird. Der Verkehr wird weiter zunehmen.
  • Die Verkehrssicherheitssituation mit der nahen Einmündung der Süßfeldstraße ist keineswegs optimal.
  • Wie beim Nachbargrundstück (früher Trautenberger) wird zu nahe zum Gablitzbach gebaut - siehe letzte Aussendungen
  • Dieses Projekt ist keine Verbesserung der Wirtschaftsstruktur: Statt hochwertiges Betriebsbauland für ein Projekt mit hochwertigen Arbeitsplätzen und Wertschöpfung zu nutzen, wird ein kaum notwendiger zusätzlicher Markt angesiedelt, der niedrige Löhne und wenig Wertschöpfung bringt.

Es gibt aber noch eine Sache, die offenbar nicht bedacht wurde:

Das Erdreich auf diesem Areal ist wahrscheinlich noch immer hochgradig vergiftet!

1983 wurde zufällig aufgrund von Messungen für die damals in Planung befindliche Umfahrungsstraße bekannt, dass von diesem Areal ausgehend Dutzende damaligen Trinkwasserbrunnen vergiftet wurden, und zwar mit den Lösungs- und Reinigungsmittel Trichlor bzw. Perchlor. Die „Purkersdorfer Informationen“ deckten damals diesen einzigartigen Skandal auf. Es gab sogar einen Todesfall mit einer Leberkrankheit, wobei die Ursächlichkeit allerdings nicht geklärt wurde. Betroffen waren vor allem Brunnen in der Fließrichtung des Grundwassers: Hauptplatz, Bahnhofstraße, Wienzeile. Wir führten Unterschriftensammlungen und eine Bürgerversammlung durch. Nach langem Ignorieren durch die damalige Mehrheitspartei wurden etliche damals Betroffene dann zumindest beim Anschluss an die öffentliche Wasserleitung unterstützt.

Der Bericht der Landesregierung vom November 1983 sprach von einer „hohen konzentrierten Kontamination“ und „einer außergewöhnlich hohen Belastung von chlorierten Kohlenwasserstoffen bis rund 2500 Mikrogramm pro Liter“. Das Ausmaß dieser Vergiftung von Erdreich und Grundwasser im Purkersdorfer Zentrum wird erst klar, wenn die Grenzwerte damit verglichen werden: Der Trinkwassergrenzwert beträgt 10 Mikrogramm pro Liter. Sogar ins Abwasser dürfen nur 100 Mikrogramm pro Liter abgegeben werden.

Durch den Anschluss an die öffentliche Wasserleitung verlor die Vergiftung von Erdreich und Grundwasser im Purkersdorfer Zentrum Bedeutung im Bewusstsein. Anfang der 90er Jahre wurde von der damaligen Liste Baum ein Altlastenkataster initiiert, bei dem diverse Areale wieder untersucht wurden und die Vergiftung weiter bestätigt wurde.

Es ist wahrscheinlich, dass der Vergiftungsgrad heute sicher geringer ist, aber es wäre überraschend, wenn das gift aus Erdreich und Wasser gänzlich verschwunden wäre. Nur aktuelle Messungen können dies zeigen.

Bau erst nach Vergiftungssanierung !

Der springende Punkt ist nun, dass im damaligen Bericht der Landesregierung das Areal, wo damals die Firma Lindauf war und jetzt Hofer den Markt errichten will, als ein Ursprung für die Vergiftung genannt wurde (neben dem Areal der Firma Kreihsl in der K. Josefstraße und einer damaligen Putzerei am Hauptplatz). Dies geht auch klar aus den Messergebnissen hervor, und liegt deswegen auch nahe als Trichlor bzw. Perchlor als fettlösende Mittel in Metallbetreiben verwendet werden bzw. wurden.

Unbestritten ist, dass Trichlor bzw. Perchlor höchstgradig giftig sind.

Klar ist, dass eine Sanierung solcher Vergiftungen von Erdreich und Grundwasser vor allem am Ursprung zu sanieren sind.

Es ist auf jeden Fall recht und auch vergleichsweise billig, wenn bei einem kompletten Neubau Erdreich und Grundwasser nicht vergiftet sein sollten

Daher sollte die Stadtgemeinde bzw. auch andere zuständige Behörden

  • sofort die notwendigen Messungen durchführen, und davon ausgehend
  • entsprechende Auflagen für die Bebauung erlassen.

Es wäre fahrlässig, wenn anlässlich eines Neubaus diese wahrscheinlich notwendige Sanierung von Erdreich und Grundwasser nicht durchgeführt werden würde.

Es wäre fahrlässig, wenn eine relativ wohlhabende Gemeinde nicht daraufschauen würde, dass unsere Nachkommen im Zentrum der Stadt nicht mit einer Vergiftung von Erdreich und Grundwasser leben müssen.

Mit ökosolidarischen Grüßen
Josef Baum
Kaiser Josef-Straße 57/34, A-3002
Purkersdorf Austria
+43 2231 64759 +43 664 1142298
baum.josef@utanet.at
Weblog: http://baum.puon.at


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