Purkersdorf Forum Archiv 2002
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Gunnar ® sagt am 14.03.2002 20:55 zu alle die Strom verbrauchen...:Nächster Beitrag

Windkraft


Zufällig habe ich heute einen Artikel im Kurier gelesen, aus dem ich hier kurz zitieren will:
Kurier 14.März 2002 Seite 30
In Schleswig-Holstein werden bereits mehr als 25% des Stromverbrauchs mit Windenergie gedeckt. In Österreich sind es 0,3% (Niederösterreich 1,5%; Burgenland 3%): 136 Anlagen erzeugen Windstrom für 50.000 Haushalte. Wie viele neue Anlagen heuer dazu kommen ist noch unklar: Bis Ende März müssen die Landeshauptleute verordnen, wieviel die Windanlagenbetreiber künftig pro kWh erhalten, die sie ins Stromnetz einspeisen. "Niederösterreich und Burgenland sind mit ihren Vorschlägen die Schlußlichter in Europa, sogar Tschechien zahlt mehr", kritisieren Windkraftproduzenten sowie Greenpeace und Global 2000: "Atomstrom kann nur dann verdrängt werden, wenn die Öko-Enen bessere Rahmenbedingungen erhalten."
Zu diesem Artikel möchte ich (Gunnar) anmerken, daß es doch ohnehin merkwürdig ist, daß Atomstrom billiger sein kann, als der Strom von Windrädern. Immerhin bläst der Wind gratis und braucht nicht entsorgt werden. Bei Windkraftanlagen müssen auch keine hochdichten Tanks, kein dreifaches Spezial-Sicherheitssystem - welches die Brennstäbe daran hindert gleich ein paar Städte mit abzufackeln - und auch keine Transport- und Lagerkosten (sowohl für Brennstäbe, als auch für den Abfall) bezahlt werden. Abgesehen davon müßte jedes Atomkraftwerk geschmalzene Versicherungsprämien zahlen, da ein eventueller Strahlungsaustritt bestimmt Unmengen an Reparaturzahlungen mit sich brächte. ODER SIND DIESE AKWs VIELLEICHT GAR NICHT VERSICHERT???
Eine Endlagerung von Brennstäben über einen Zeitraum von 10.000 Jahren beträgt meiner sehr groben Schätzung zufolge 12 Millionen Euro (für 25 Kubikmeter bei einer gleichbleibenden "Miete" von 100 Euro pro Monat). Im Gegensatz dazu hat ein ausgedientes Windrad bestimmt noch einen Schrottwert von geschätzten 1000 Euro.
Ich möchte auch noch etwas zur Wahrscheinlichkeit anmerken: Umso mehr Atomkraftwerke über einen umso längeren Zeitraum in Betrieb sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, daß eines Tages eines dieser Kraftwerke einen Schaden anrichtet, der bei weitem höher ist, als das, was in Tschernobyl passiert ist. WOLLEN WIR DAS WIRKLICH RISKIEREN?
Die Erbauer des World Trade Centers haben vielleicht auch gedacht, daß eine Linienmaschine ihr Bauwerk nicht zum Einsturz bringen kann. Wie "sicher" ist ein AKW?
Haben wir es wirklich notwendig Strom aus solchen Risikoreaktoren zu beziehen, wenn uns der Wind gratis um die Ohren pfeift? Ich bin dafür, daß wir ein Zeichen setzen und sogar dann den Strom aus ökologischen Quellen beziehen (Windkraft, Kleinwasserkraft, Biodieselanlagen, Photovoltaik...), wenn uns die Atomlobby Ökostromtarife weit über dem Atomstromtarif diktiert. Der billige Atomstrom ist eine Lüge. Dieser Strom wird künstlich billig gehalten, hängt sozusagen an der Infusionsflasche einer Intensivstation. Ohne "Herzmassage" und "künstliche Beatmung" wäre Atomstrom längst kein Thema mehr...
Ich hoffe Ihr habt Zeit ein wenig darüber nachzudenken.
Frohsinn Gunnar

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