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Bina Aicher FB sagt am 22.06.2011 15:34 zu NeuPurkersd0rfer ®:Erster Beitrag

Re: aktive sterbehilfe


wo findet man diese Doku? Würde mich stark interessieren!

The Report broadcasts on BBC Radio 4 on Thursday 2 April at 2000 BST. You can also listen via the BBC iPlayer or download the podcast.
http://www.nzz.ch/nachrichten/panorama/umstrittener_bbc- dokumentarfilm_ueber_dignitas_1.10944450.html
Umstrittener BBC-Dokumentarfilm über Dignitas Erstmals wurde im öffentlich-rechtlichen britischen Fernsehen eine Selbsttötung bei Dignitas gezeigt Der Autor Terry Pratchett hat einen Film über Dignitas produziert. In dieser Aufnahme posiert er an einer Blumenshow in London. (Bild: Imago) Da Sterbehilfe in Grossbritannien verboten ist, sind in den letzten Jahren über Hundert Briten, darunter auch ein bekannter Rugby-Spieler und der Dirigent Edward Downes, in die Schweiz gereist, um bei der Organisation Dignitas ihr Leben zu beenden. Niels Anner, Cambridge
Erstmals wurde nun im öffentlich-rechtlichen Fernsehen vor einem Millionenpublikum ein Dokumentarfilm darüber gezeigt. Die BBC löste damit eine breite Debatte aus.
Dies nicht zuletzt deshalb, weil der Film von Sir Terry Pratchett produziert wurde, dessen Fantasy-Bücher sich weltweit rund 60 Millionen Mal verkauften. Der 63-Jährige leidet an einer frühen Form von Alzheimer. Er hat sich schon mehrfach für Sterbehilfe ausgesprochen. Mit dem Film, so erklärt er den Zuschauern eingangs, wolle er mehr darüber herausfinden. Er macht klar, er wolle so lange wie möglich leben, aber als unheilbar Kranker wolle er auch selber über seinen Tod entscheiden können.
Anzeige: Britischer Hotelier mit Nervenkrankheit Im Film begleitet er einen britischen Hotelier in die Schweiz. Der wohlhabende 71-Jährige leidet an einer unheilbaren Nervenkrankheit. Gezeigt werden Gespräche mit seiner Frau und mit Pratchett, es werden in ruhiger, überlegter Stimmung ethische und persönliche Fragen aufgeworfen. Schliesslich wird der Zuschauer in die Dignitas- Räumlichkeiten in der Industriezone von Pfäffikon im Kanton Zürich geführt, die in den britischen Medien oft als Klinik bezeichnet wird. Man trinkt Tee, plaudert, geht nochmals die Entscheidung durch, unterschreibt Dokumente. «Ja, ich bin ganz sicher, dass ich will», sagt der Hotelier, ehe er die tödliche Flüssigkeit trinkt. Kurz darauf verzieht er das Gesicht, bittet um Wasser, das ihm aber verweigert wird. Er röchelt – und schläft ein. Aus der gemütlichen Atmosphäre wird eine beklemmende, ein sichtlich mitgenommener Pratchett und eine gefasst wirkende Ehefrau bleiben zurück.
Die Reaktionen waren heftig. Bei der BBC gingen über Tausend schriftliche Beschwerden ein. Aber, so erklärte der Sender, auch über 200 zustimmende Briefe. Vier Mitglieder des Oberhauses warfen der BBC «voyeuristische Unterhaltung» vor. Die Organisation «Care not Killing» sagte, die «einseitige Berichterstattung motiviere Nachahmer»; sie rief das Kulturministerium auf, die Zulässigkeit einer solchen Sendung zu untersuchen. Eine Gruppierung, die sich für die Legalisierung von Sterbehilfe einsetzt, erklärte, der Film zeige, dass Dignitas keine optimale Option sein. Vielmehr sollte es Briten möglich sein, ihr Leben zu Hause im Kreis ihrer Angehörigen zu beenden.
Pratchett bei Dignitas angemeldet Terry Pratchett verteidigte den Film mit demselben Argument. Es sei beschämend, dass unheilbar kranke Briten nicht mit medizinischer Hilfe in ihrem Land sterben könnten; es gehe ihm um Würde. Er habe sich nun bei Dignitas angemeldet. Eine BBC-Sprecherin sagte, der Film zeige «die Erfahrung eines Mannes» und gebe den Zuschauern die Chance, sich eine Meinung zu bilden.
Nach britischem Recht wird Beihilfe zum Selbstmord mit bis zu 14 Jahren Gefängnis bestraft. Das Parlament hat es mehrfach abgelehnt, dies zu ändern. Eine Gruppe von Oberhaus-Mitgliedern will allerdings neue Vorschläge ausarbeiten. Gegen Angehörige, die Sterbewillige in die Schweiz begleiten, leitet die Staatsanwaltschaft jeweils eine Untersuchung ein; bisher wurde allerdings niemand angeklagt. Letztes Jahr veröffentlichte der Generalstaatsanwalt wegen der unklaren Lage Richtlinien: Unter gewissen Bedingungen, etwa wenn der Täter aus reinem Mitgefühl handle und er sich bemühe, das schwerkranke Opfer vom Selbstmord abzuhalten, könne von einer Strafverfolgung abgesehen werden. Jeder Fall müsse aber einzeln betrachtet werden

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