Ein
grauer Oktobertag.
Gäste:
junge, alte, unbekannte und bekannte Gesichter, alles strömt
erwartungsvoll in den Stadtsaal. Der Verein „Delphin“
soll vorgestellt werden. Aufgeregte Mütter der Darsteller hasten
hin und her, geht es doch darum, einen reibungslosen Ablauf zu
organisieren. Ehrengäste werden begrüßt, das
Privatfernsehen interviewt, filmt und die jungen Schauspieler sind
kaum mehr zu halten. Schon jetzt zeigt sich, dass die „besonderen“
Kinder in ihrer Aufgeregtheit sich von ihren Kollegen nicht mehr
unterscheiden. Nervös sind sie alle in ihren hübschen,
phantasievollen Verkleidungen.
Es
wird dunkel, das Gemurmel der Zuschauer verebbt. Clowns,
Seilartisten, Bodenakrobaten strömen herein, unter ihnen rollen
Pferde in die „Manege“. Rollstühle sind hier
wichtiges Requisit, um Tiere zu verkörpern. Kein Zuschauer
erinnert sich an die Floskel: „An den Rollstuhl gefesselt“,
wenn er, so wie ich, in die freudigen Gesichter der Schauspieler
schaut. All das Geschehen ist von wunderbaren Lichtspielen umflossen.
Licht
aus dem Dunkel. Es stellt sich nicht die Frage eines Kindes aus dem
Schatten: Ist da wer?“ Es ist nicht da, das Betteln um Geld für
die Bedürfnisse von Menschen, die anders sind.
Nichts
ist zu spüren von defizitorientiertem Denken, was wer nicht
kann. Wir bewundern ein Mädchen, das Bodenakrobatik der feinsten
Art zeigt und niemand fragt sich nach ihrem sonderpädagogischen
Förderbedarf. Ein junger Mann singt ein Liebeslied und niemand
denkt darüber nach, mit welchen Stempeln ihn gut und weniger gut
meinende Fachleute versehen haben. Hier lebt man Integration in einer
Selbstverständlichkeit, die keine Fragen offen lässt.
In
der Folge ist in einer Podiumsdiskussion bekannter Persönlichkeiten
von der Wichtigkeit sozialen Lernens zu hören. Dass damit
Integration aller Menschen gemeint sein muss, sollte nicht nur meine
Deutung der Aussagen sein! Das Leben nach seinen Möglichkeiten
selbst zu gestalten, Solidarität von der Gesellschaft zu
erwarten und es miteinander zu leben ist damit verbunden.
Wir
freuen uns auf die nächste Vorstellung in Purkersdorf am 5.
Dezember 2004!
Christine
Mandl
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