Purkersdorf Forum Archiv 2009
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1.2.3. ? sagt am 07.03.2009 20:32 zu purkersdorfer polemiker ?:Erster Beitrag

Re: Purkersdorf ein Kammerspiel


Das Stück würde im Mittelalter angesiedelt sein. Es handelt sich um kleines, friedliches Provinzdorf, dass direkt an eine große Millionenstadt, in der Völlerei, Unzucht und Gier den Alltag bestimmen, angrenzt. In diesem Dorf leben – oder lebten, wie sich gleich herausstellen wird – alle in vollkommener Eintracht, Zufriedenheit und naschten genüsslich von dem Topf der Sorglosigkeit. Bis schwere Ereignisse die Stadt erschütterten. Der königliche Hofnarr Herr Gisbert Horn von Steinbruch der dem Landvogt Carl Flegel XVI. auf Schritt und Tritt begleitete – sei es nun zu Festgelagen, die, zu des Vogtes Zufriedenheit, immer in der Selben Burgschänke (Vinodemus) stattfanden oder zu wichtigen politischen Sitzungen (ebenfalls im Vinodemus) – fasste eine schwerwiegende Entscheidung, die das Stadtbild und die Bürger für immer prägen und verändern sollte. Nun kam es, dass Hofnarr Gisbert Horn von Steinbruch, ein durchaus begnadeter Kammermusiker, sich auch äußerst gut auf das Verbreiten von sogenannten „Nuntia localis“ verstand. Er war Stolzer Besitzer der MÖN (mittelalterliche österreichische Nachrichten) einem Familienbetrieb, der die Kunst des Flugblattes neu definierte und selbst bis heute in unerreichter Perfektion seinem Werk nachgeht; und auch sonst konnte er sich über Nichts beklagen. Wein, Weib, Mann und Musik lagen ihm stets zu Füßen und auch des Bürgers bedingungsloses Wohlwollen war im Hold. Als Flegels langjähriger und treuer Begleiter erhoffte er sich selbst eine einflussreiche Position in der absolutistischen Machtzentrale von Purkersdorf. Dies war nun aber kein leichtes Vorhaben und als ihm der Posten des Thronfolgers all die Jahre verwehrt blieb – griff er zu immer drastischeren Mitteln, während das Scheitern an seinen Nerven nagte und der Wahnsinn mittlerweile dem Guten alten Herrn Gisbert H. von S. ins Gesicht geschrieben war. Als er dann einer Scharfrichterin (Clementia Bandonia vom Oberbühl), die sich unter Justitias Hand in Sicherheit wähnte, gewaltsam von dem Nachbarsdorf entführen wollte, kam die entscheidende Wendung. Angefochten von den Demütigungen und dem Zorn der Bürger über die zunehmend schlechtere Qualität seiner Flugblätter trat er den Rückzug an. Die Mägde tuschelten und in den Dorflokalen wurde spekuliert, ja selbst der Gerber-Lehrling machte sich seine Gedanken über den erfolglosen Narren. Manch einer vermutet nun vielleicht einen prunkvollen Abgang oder ein gebührendes Fest, doch war dies undurchführbar, da just zu dieser Zeit ein wohlbekannter Troubadour – Wolfram Amboss der Volltrunkene - den Pöbel mit Gesang und seiner Fidel verwöhnte. So kam es, dass Nathan Siebenteufel, der Eigentümer des Vinodemus der geschundenen Seele Balsam in alkoholischer Form kredenzte, selbstverständlich nicht ohne den Hintergedanken selbst einmal ein Flugblatt zieren zu dürfen. Dies war auch das letzte Lebenszeichen, das man von dem Narren vernahm. Geschichte wurde Legende, Legende wurde Mythos, und zweieinhalb Tage lang wusste niemand mehr um den Narren. Man erzählte sich jedoch, dass er in jene Gefilde aufgebrochen war, die später durch einen Schleierfund zu ihren Namen kommen sollten. Unterdessen verwandelte sich Purkersdorf in einen Hexenkessel. Es formten sich Bürgerwehren und schwarz-,rot-,grüngekleidete Plünderer und Marodeure versetzten das Dorf in Angst und Schrecken.
Die bekannteste Bürgerwehr trug die schmückenden Initialen PPG (Purkersdorfer –Problem – Gardisten). Ihnen war es unter der Führung von mina, Schlagitfern und Ruprecht von Urildil, der unerschrocken Missstände der städtischen Beleuchtung aufdeckte, was 3 Nachtwächtern den Kopf kostete, möglich dem gemeinen Volk eine Stimme zu leihen. So konnten fortan – im Weinkeller zum tölpeligen Taugenichts – alle Probleme (die Verschmutzung der Gehwege und der örtlichen „schola de Irene von Illenstein durch Pferdekot, die Rodung des königlichen Baumbestandes, oder die geizige Hebamme, die durch Betrug ihre Dienste immer wieder aufs Neue feilbieten wollte etc.) gelöst werden. ………. und als der Landvogt Carl Flegel XVI. auch noch eine Einladung in die Machtzentrale des Robert Heinrich erhielt schien der Frieden und die Eintracht zwischen den Bürgern, Vogten, Narren, Bettlern und der PPG-Zunft wiederhergestellt.
………. und so lebten sie alle glücklich und zufrieden, ohne auch nur einen Gedanken an den Narren und sein Flugblätter zu verschwenden. ………. und wenn sie nicht gestorben sind dann [ …………] sie noch heute !
MFG ein Pächter der Polemik :)
PS: Der Gesellschaft hält man am besten einen Spiegel vor indem man Humor beweist. PPS: Namen sind frei erfunden, und beinhalten – wenn überhaupt – nur zufällige und unbeabsichtigte Ähnlichkeiten mit realen Personen PPPS: Ich warte auf Fürst Gerhard Metternich und seine Zensurschere
PPPPS: Steckt euch die Fackeln an, holt eure Mistgabeln und macht diesen Beitrag dem Erdboden gleich - Ich warte auf den ersten süffisanten, höhnischen Negativkommentar !
PPPPPS: wer Schwächen meiner Rechtschreibung enttarnt und Fehler finden sollte, darf sie getrost Behalten - steuerfrei ;)
PPPPPPS: ich weiß, die Form des Posts ist grauenhaft und Bitte dies zu entschuldigen
PPPPPPPS: Herzlichen Glückwunsch - Sie sind vermutlich einer der wenigen die bis zum Ende durchgehalten haben! ....
einer der besten beiträge in diesem forum.GRATULATION!!!

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