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FP-Prinzhorn muss Zäune entfernen

KURIER, 2002-12-20

Wanderweg zu Aussichtswarte abgesperrt / Zwei Jahre Rechtsstreit

Als Waldbesitzer und Nebenerwerbsbauer sorgt der zweite Nationalratspräsiden Thomas Prinzhorn seit mehr als zwei Jahren unter Wanderern im Wienerwald für Zündstoff. Mit der Begründung, er halte im Wald Schafe, hatte der FPÖ-Politiker Wanderwege zur beliebten Sittnerwarte am Hundskogel mit Zäunen abgesperrt. In der Gemeinde Hinterbrühl, die Eigentümerin der Aussichtswarte ist, hagelt es seit geraumer Zeit Proteste.

Mit diversen Berufungen und Eingaben konnte der Spitzenpolitiker seine Waldsperre bisher erfolgreich verteidigen. Nun hat er eine entscheidende Runde verloren.

Nach der Bezirkshauptmannschaft Mödling und dem Land NÖ fordert nun auch das Landwirtschaftsministerium (dritte Instanz) Prinzhorn zur Entfernung seiner Zäune innerhalb der nächsten drei Monate auf. Nun bleibt ihm nur noch der Weg zu den Höchstgerichten.

Laut Forstgesetz könnte der Politiker im unmittelbaren Bereich seines Wohnhauses rund 0,5 Hektar Wald absperren. Prinzhorn errichtete aber seine Zäune auf einem 2,8 Hektar großen Areal.

In seinen diversen Berufungen führte er viele Gründen an. Der Wald gebe nur beschränkt Futterplatz her. Daher müsse er seinen Schafen ein ausreichendes Weidegebiet zur Verfügung stellen. Oder: Er habe seine Tiere zu verwahren. Entlaufene Schafe könnten den Straßenverkehr gefährden oder in Siedlungen Pflanzen auffressen. Und: Von einer totalen Waldsperre könne keine Rede sein. Er habe Übergänge installiert.

Beim Lokalaugenschein konnte der Forstgutachter des Ministeriums mehreren Angaben des zweiten Nationalratspräsidenten nicht folgen. Teilweise fehlten angeführte Überstiege und Durchgänge, auch fand er im Zuge der Prüfung kein Schaf im Wald vor. In seinem Gutachten führte der Forstexperte weiters aus, dass durch die Waldsperre die Aussichtswarte von Westen her nur über Überstiege zu erreichen wäre. Für ältere Menschen sowie Waldbesucher mit Kinderwägen seien dies aber unüberwindbare Hürden. Die Zugänge von der Ostseite waren sogar total blockiert.

Das Ministerium fand einen anderen Ansatz, um Prinzhorn die Demontage aufzutragen. Zäune im Wald dienten zum Schutz vor Weidevieh - da kein Vieh vorhanden sei, müssten auch die Zäune weg.

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