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Entwurf des Textteiles des Stadtentwicklungskonzeptes - Stand März 2002
STADTENTWICKLUNGSKONZEPT
PURKERSDORF
EINLEITUNG
Purkersdorf
strebt eine Entwicklung an, die auch in Zukunft unter Bewahrung
seiner unverwechselbaren Eigenart gleichermaßen
sozial
verantwortlich
umweltverträglich
und
wirtschaftlich
erfolgreich ist
Die
Leitziele des Entwicklungskonzeptes aus dem Jahre 1992/93 dienen
dabei als Grundlage. Diese beinhalten breitgefächerte Ziele und
Maßnahmen, deren Hauptaugenmerk auf Optimierung der
Lebensqualität, Ressourcenschonung und Stadtbildpflege lag.
Warum
ein neues Entwicklungskonzept? - Seit der Erstellung des letzten
Entwicklungskonzeptes sind 10 Jahre vergangen und Purkersdorf muss
sich neuen Herausforderungen stellen. Bevölkerungswachstum,
Veränderungen in den Familien- und Haushaltsstrukturen sowie
vielfältige Lebensstile beeinflussen die Siedlungsentwicklung
stark und erfordern Maßnahmen zur Bewältigung der damit
auftretenden Probleme. Die Verkehrsbelastungen und die Bedrohung von
Natur und Umwelt stellen weitere Problem-Schwerpunkte dar, für
die Lösungen erarbeitet werden müssen.
Das
Stadtentwicklungskonzept wird aufgrund des NÖ
Raumordnungsgesetzes 1976 (LGBl. 8000-13) erstellt und ist
Bestandteil des örtlichen Raumordnungsprogrammes. Es hat die
Leitvorstellungen für die mittel- und langfristige Entwicklung
der Gemeinde zu beinhalten und ist für einen Zeitraum von 10
Jahren konzipiert. Das Entwicklungskonzept dient als Vorgabe für
die Erstellung des Flächenwidmungsplanes, in dem die
parzellenscharfe Nutzungsvorgabe (Widmung) für Flächen
festgelegt sind. Der Flächenwidmungsplan ist für einen
Zeitraum von ca. 5 Jahren ausgelegt.
Die
Stadtgemeinde Purkersdorf beabsichtigt, seinen Flächenwidmungsplan
nach Fertigstellung des Stadtentwicklungskonzeptes grundlegend zu
überarbeiten, um auf die sich anbahnenden Veränderungen
vorbereitet zu sein.
Neben
einer ausführlichen Grundlagenerhebung hat zwischen März
und Dezember 2001 ein öffentlicher Diskussionsprozess
stattgefunden. Von Anfang an hatten alle Bewohner die Möglichkeit,
ihre Wünsche und Ideen einzubringen.
Eine
im September 2001 durchgeführte Fragebogenaktion stieß auf
großes Interesse bei der Bevölkerung und erzielte eine
Rücklaufquote von 30 %. Die Befragungsergebnisse, die
Diskussionsbeiträge und die Grundlagenforschung wurden
untereinander abgestimmt und in das vorliegende
Stadtentwicklungskonzept eingearbeitet.
Bei
der Erstellung des neuen Stadtentwicklungskonzeptes geht es vor allem
darum, die Stadt als ganzheitliches System zu betrachten und die
Inhalte der Entwicklungsplanung nicht in sektoraler Weise
aufzugliedern. Die Potenziale, die in der Stadt und ihren Bewohnern
stecken, sind bestmöglich und zum Wohle der Gemeinschaft zu
aktivieren.
Die
Unsicherheiten hinsichtlich der raumrelevanten Faktoren (z.B.
Wirtschafts- und Bevölkerungsentwicklung) sind erheblich.
Entwicklungsplanung ist daher grundsätzlich als Prozess zu
verstehen, der kontinuierlichen Veränderungen unterworfen ist.
Die Planung muss offen und eine Revidierbarkeit möglich sein.
Freiräume für neue Entwicklungen und Planungsideen müssen
- sofern sie ökologisch und sozial vertretbar sind -
gewährleistet sein.
Das
vorliegende Stadtentwicklungskonzept für Purkersdorf beruht auf
einer umfangreichen Grundlagenerhebung und besteht aus einer
Darstellung des Stadtimages und der Leitmotive, einer Formulierung
von Themenfeldern sowie der Ausarbeitung von Zielen und Maßnahmen
für die künftige räumliche Gestaltung und Entwicklung
der Gemeinde.
STADTIMAGE
Purkersdorf,
dessen Geschicke von Beginn an in existenzieller Weise mit dem
Wienerwald verbunden waren und das sich aus dem 1130 erstmals
erwähnten Walddorf "Burchartdesdorf" entwickelte,
versteht sich traditionell als Wienerwaldstadt.
War
für Purkersdorf früher die wirtschaftliche Abhängigkeit
vom Wald bedeutsam, so übt heute der Wienerwald als
bestimmendster Faktor der Wohnumfeldqualität eine große
Anziehungskraft auf die Bewohner aus. Bei einem 83-prozentigen
Waldanteil an der Gesamtfläche des Gemeindegebietes und bei der
langgestreckten Siedlungsstruktur befindet sich de facto jede Wohnung
in Waldrandnähe. Die Wertschätzung des Wienerwaldes wurde
speziell in der Fragebogen-Beantwortung deutlich.
LEITMOTIVE
Die
im folgenden genannten Leitmotive zeigen die inhaltliche
Grundorientierung der Stadtentwicklung auf, zu der sich Purkersdorf
bekennt.
Purkersdorf
will eine Stadtentwicklung fördern, die alle Stadtfunktionen an
die Erfordernisse sozialer und ökologischer Verträglichkeit
anpasst.
Angestrebt
wird eine dauerhafte Balance zwischen dem Anspruch, die natürliche
Ressourcenausstattung zu erhalten und den siedlungsstrukturellen
Anforderungen an diesen Raum Rechnung zu tragen. Grundvoraussetzung
dabei ist die Einhaltung des sozialen Gleichgewichts und die
Bewahrung bzw. Herstellung der Arbeitsplatzsicherheit.
Es
soll eine zukunftsbeständige Entwicklung eingeleitet bzw.
fortgeführt werden.
Nachhaltigkeit
Nachhaltige Stadtentwicklung bedeutet nach dem
Verständnis des neuen Entwicklungskonzeptes mehr als eine nur
räumliche Entwicklungsplanung. Oberstes Ziel für die
Gestaltung des künftigen Zusammenlebens der Menschen in
Purkersdorf sind soziale Gerechtigkeit, gemeinsame Verantwortung,
zukunfts-beständige Wirtschaftssysteme und ein
verantwortungsvoller Umgang mit der natürlichen Umwelt.
Wirtschafts- und Umweltpolitik berühren das soziale
Zusammenleben unmittelbar und müssen Bestandteil einer
umfassenden gleichgewichtigen Stadtentwicklungspolitik sein.
Charakteristik des Stadt- und
Landschaftsraumes bewahren:
Das Bild der Stadtgemeinde Purkersdorf wird
durch die besondere Lage im Wienerwald und durch die
landschaftsräumliche Einbindung geprägt. Der Charakter als
Stadt im Grünen mit hochwertigen Erholungsflächen, einem
funktionsfähigen Naturhaushalt und kleinteiligen, überschaubaren
Strukturen soll bewahrt werden. Sowohl unter stadt- und
landschaftsgestalterischen Gesichtspunkten als auch unter den
Aspekten einer ökologisch sinnvollen Weiterentwicklung ist
dieses vorhandene Potential langfristig zu sichern.
Steigerung der Lebens- und Umweltqualität
trotz enger werdender finanzieller, wirtschaftlicher und politischer
Spielräume und Ressourcen
Purkersdorf als Stadt mit hoher Lebens- und
Umweltqualität soll im Einklang mit gesellschaftlichen
Veränderungen, neuen Ansprüchen und neuen Erkenntnissen
weiterentwickelt werden. Das Ziel ist eine optimale Gesamtentwicklung
Purkersdorfs. Gemeinsam mit Wirtschaft und Bevölkerung sollen
Strategien für umweltverträgliche und ressourcenschonende
Handlungsweisen entwickelt und umgesetzt werden.
Themenfeld
1
Räumliche
Entwicklung
SIEDLUNGSENTWICKLUNG
Ausgangssituation:
Wie
die Grundlagenerhebung gezeigt hat, ist für die nächsten 10
Jahre mit einem weiteren Anstieg der Bevölkerung und der
Haushalte zu rechnen. Der geschätzte Wohnungsbedarf für
diesen Zeitraum liegt bei rund 700 Wohnungen.
Der
Baulandbedarf hierfür wird mit rund 10 ha (100.000
m²) angenommen. Berücksichtigt wurde hierbei die Annahme,
dass rund 40 % der Wohnungen auf Umnutzungs- bzw.
Nachverdichtungsarealen errichtet werden.
Dem
stehen Wohnbaulandreserven von 33 ha (330.000 m²)
gegenüber. Diese Wohnbaulandreserven sind über das gesamte
Gemeindegebiet verteilt, wobei die Siedlungsteile Baunzen, Sagberg
und Zentrum/Wintergasse die flächenmäßig größten
Anteile aufweisen.
Durch
das "Regionale Raumordnungsprogramm Wien Umland Süd"
sind für die Bereiche Baunzen, Anton-Hueber-Haus und An der
Stadelhütte Siedlungsgrenzen festgelegt, ebenso für
einige kleinere Siedlungssplitter an der westlichen Gemeindegrenze.
Einschränkungen
hinsichtlich der Raumnutzung sind weiters durch die
Naturschutzgesetzgebung vorhanden: Das gesamte Gemeindegebiet
gehört dem "Landschaftsschutzgebiet Wienerwald" an. An
der südwestlichen Gemeindegrenze ist ein "Wasserschongebiet"
und am Schöffelstein der "Naturpark Sandstein-Wienerwald"
ausgewiesen. Ein Großteil des Gemeindegebietes ist als Natura
2000 Gebiet ausgewiesen, eine parzellenscharfe Festlegung ist bisher
noch nicht erfolgt.
Die
bestehenden Siedlungs- oder Widmungsgrenzen sind nahezu lückenlos
ident mit Waldgrenzen.
Entlang
der Hauptverkehrswege B 1 und B 44 sind die Wohngebiete zum Teil
durchmischt mit Gewerbe- und Dienstleistungsbetrieben.
Das
Ortszentrum rund um den Hauptplatz beherbergt hauptsächlich
Ämter und Behörden, Schulen, Büros, Arztpraxen,
Geschäfte und Gastronomiebetriebe. Die Wohnnutzung hatte bisher
im Zentrum eine eher untergeordnete Bedeutung.
Gewidmete
Betriebsgebiete bestehen in der Wintergasse, der Linzerstraße
und in der Tullnerbachstraße.
Zielsetzung:
Die
Siedlungsentwicklung Purkersdorfs ist auf dem Grundprinzip der
nachhaltigen Stadtentwicklung aufgebaut. Um Überbeanspruchungen
der natürlichen Ressourcen zu vermeiden, sind ökologische
Grenzen anzuerkennen.
Maßnahmen:
Wohnbautätigkeit
ist mit dem Netz des Öffentlichen Personennahverkehrs zu
koppeln. Die Bebauungsdichte bestehender Wohngebiete in peripheren
Lagen (Wurzbachtal, Waldgasse, obere Hießbergergasse,
Deutschwald und Baunzen) ist zu überprüfen und
gegebenenfalls auf ein unbedingt notwendiges Maß zu
reduzieren.
Maßvolle
städtebauliche Verdichtung aufgrund ökologischer
Gesichtspunkte, gesicherter Anbindung an den Öffentlichen
Verkehr und ausreichender Kapazität der
Infrastruktureinrichtungen soll in den folgenden, planlich
dargestellten Bereichen erfolgen: Wintergasse, Linzer Straße
und Tullnerbachstraße
STADTGESTALT
Ausgangssituation:
Das
überlieferte Stadtgefüge Purkersdorfs ist das Ergebnis
seiner historischen Entwicklung, wobei wirtschaftliche Einflüsse
und natürliche Gegebenheiten die städtische
Kulturlandschaft geprägt haben. Die Gestalt und die spezifische
Eigenart Purkersdorfs sind aus diesen Faktoren ableitbar und müssen
bei städtebaulichen Planungen und bei der Stadtgestaltung
berücksichtigt werden.
Das
architektonisch bedeutsamste Bauwerk ist das Sanatorium Purkersdorf.
Die von Josef Hoffmann errichtete Heilstätte gilt als eines der
Hauptwerke der Jahrhundertwende-Architektur. Kulturhistorisch
bedeutsam sind weiters das ehemalige Wasserschloss und die ehemalige
Poststation und die St.Jakobs-Kirche im Zentrum von Purkersdorf,
sowie die im Anschluss an den Bau der Westbahn entstandenen
Wienerwald-Villen.
Die
vorherrschende Bebauungsstruktur - offen, stark durchgrünt und
kleinmaßstäblich - erfuhr in den letzten beiden
Jahrzehnten durch die Errichtung von großvolumigen
Wohnhausanlagen einen spürbaren Wandel. Über 1000 Wohnungen
sind so entstanden, das ist ein knappes Drittes des
Gesamtwohnungsbestandes von Purkersdorf. Die Standorte konzentrieren
sich hauptsächlich auf zentrumsnahe Bereiche, Wintergasse Wiener
Straße und Tullnerbachstraße. Wie die
Fragebogenauswertung gezeigt hat, wird eine weiterer Ausbau in dieser
dichten Form von der Bevölkerung nicht mehr gewünscht, Es
soll daher dem verdichteten Flachbau der Vorzug gegeben werden
(Reihenhausbebauung, Gruppenwohnbau).
Eine
massive Neubautätigkeit im Stadtzentrum ist derzeit im Gange
(Schulneubau AHS, Wohnbauten, Bürogebäude der
Österreichische Bundesforste), weitere Projekte sind geplant
(Nahversorgungszentrum, Gesundheitszentrum, Seniorenzentrum).
Das
Gesamtgefüge der Stadtmitte erfährt dadurch einen Wandel
und macht zusätzliche Begleitmaßnahmen erforderlich
(Individualverkehr, Öffentlicher Verkehr, Stellplätze,
fußläufige Verbindungen, Verbindungen zwischen alt und
neu)
Ziele:
Das
Ortszentrum soll als Identifikationsraum und als
Versorgungsschwerpunkt gestärkt werden, seine räumliche
Ausdehnung soll neu definiert werden und Barrieren, wie sie vor
allem durch die Westbahn und die Durchzugsstraßen bestehen,
sollen durchlässiger gestaltet werden.
Maßnahmen:
Gebietsprägende
und erhaltenswerte kleinräumige Bebauungsstrukturen sind durch
entsprechende siedlungstypische Festlegungen im Bebauungsplan zu
erhalten. Dies gilt für folgende Siedlungsbereiche:
Postsiedlung, Mindersiedlung, Speichberg, Rechenfeld, Heimgarten,
Ziegelfeld, Süßfeld und Wurzbachtal,
Verdichtete
Wohnbauformen, ausgenommen großvolumiger Wohnbau, sind zu
fördern. Die Kuppelung von Ein- und Zweifamilienhäusern,
Reihenhausbebauung oder alternative Formen des Gruppenwohnbaus sind
durch entsprechende Maßnahmen der Bebauungsplanung zu
forcieren.
Die Gestaltung des
öffentlichen Raumes, der Straßen und Plätze, ist ein
zentrales Anliegen, um die Aufenthaltsqualität im Ortszentrum
zu erhöhen und Urbanität entstehen zu lassen. Der
Zentrumsbereich ist in eine autofreie Kernzone (Fußgängerzone)
und eine verkehrsberuhigte Flanierzone zu gliedern (siehe Vorgaben
Verkehrskonzept) Unter diesem Gesichtspunkt sind das Wegenetz und
die Platzfolgen den geänderten Bedingungen im Zentrum
anzupassen, neu zu strukturieren und zu gestalten.
Themenfeld
2
WIRTSCHAFTSSTANDORT
PURKERSDORF
Die
Raumordnung kann wirtschaftspolitische Maßnahmen nicht
ersetzen, hat jedoch die Aufgabe, Rahmenbedingungen für die
wirtschaftliche Entwicklung festzulegen. (Flächenvorsorge für
betriebliche Nutzungen, Verkehrserschließung, Standortvorgaben)
Ausgangssituation:
Purkersdorf
hat sich aufgrund seiner naturräumlichen Vorzüge und seiner
Großstadtnähe zu einem attraktiven Wohnstandort
entwickelt. Seine Funktion als Erholungsraum, seine Lage im
Landschaftsschutzgebiet Wienerwald und letztlich die topographischen
Gegebenheiten mit dem fehlenden Ausdehnungspotenzial haben die
Entstehung großflächiger Industrie- und Gewerbebetriebe
größtenteils verhindert.
Der
überwiegende Teil der Wirtschaftsbetriebe gehört dem
Dienstleistungssektor an (85%) und ist durch eine kleinteilige
Betriebsstruktur gekennzeichnet.
Der
Suburbanisierungsprozeß, der in den 60er Jahren einsetzte,
führt zu einem immer stärkeren Anwachsen der Pendlerströme
nach Wien. Purkersdorf gehört neben Gablitz, Mauerbach und
Pressbaum zu den stärksten Auspendlergemeinden: 73 %
seiner Beschäftigten pendeln - vorwiegend in das benachbarte
Wien und vorwiegend mit dem Auto.
Der
Kaufkraftstromanalyse 1997 zufolge verbleiben im
Gerichtsbezirk Purkersdorf nur 42,2 % der Kaufkraft. Die Gründe
dafür liegen vor allem in der Pendlerproblematik (Pendler kaufen
am Arbeitsort ein) und an der Lage des Wiener Auhof-Centers vor der
Gemeindegrenze Purkersdorfs. Aber auch kommunale Aspekte wie
Verkehrsprobleme, unattraktives Ambiente oder das Fehlen eines
breiten Warenangebotes sind an dieser Entwicklung beteiligt.
Das
Ausbildungsniveau der Purkersdorfer Bevölkerung ist
überdurchschnittlich hoch. Hochwertig ausgebildete Arbeitskräfte
sind die wichtigste Ressource für die Leistungsfähigkeit
einer modernen Regionalwirtschaft.
Problembereich Zentrum: mangelnde
Kundenfrequenz und wirtschaftliche Schwierigkeiten der Geschäfte
rund um den Hauptplatz, Bevölkerung vermisst Nahversorgung
(hauptsächlich Lebensmittel, an zweiter Stelle Textilbranche)
und insgesamt einen bedarfsorientierten Branchenmix (lt. Befragung:
Baumarkt, Sportartikel, Elektronik, Spielwaren) Ein besonderer
Kritikpunkt der Bevölkerung betrifft die Öffnungszeiten
sowohl der Geschäfte als auch der Gastronomie.
Fehlende Belebung des Zentrums im allgemeinen,
vor allem auch außerhalb der Büro- und Geschäftszeiten
Problembereich Wintergasse: Die
Wintergasse ist eine Sackgasse mit Wohnbebauung, an deren Ende ein
Industrie- und Betriebsgebiet situiert ist. Südlich der
Wintergasse ist auf ÖBB-Grund ein großflächiger
Holzlagerplatz der Bundesforste eingerichtet. (Nutzungskonflikte,
Lärm, LKW-Verkehr, Verkehrsengpässe, Bebauungsstruktur).
Akuter
Handlungsbedarf ist gegeben, da ein Druckereibetrieb im
Betriebsgebiet in der Wintergasse Ende Februar 2002 geschlossen wird.
Ebenfalls aufgelassen wird die gemeindeeigene Kläranlage. Somit
werden zwei benachbarte Liegenschaften mit einer Gesamtfläche
von knapp 15.000 m² frei.
Bahnhof Unterpurkersdorf: Der
Bahnbetrieb der ÖBB wird sich aufgrund des Konzeptes der Neuen
Westbahn mittelfristig verändern. Die Gleisanlagen werden den
neuen Erfordernissen entsprechend eingerichtet, wodurch es zu einem
Entfernen etlicher Gleise kommen wird. Der Bahnhof Unterpurkersdorf
wurde bereits zugunsten der Haltestelle Purkersdorf-Gablitz
herabgestuft, d.h., Regionalzüge halten nicht mehr in
Unterpurkersdorf, sondern in Purkersdorf-Gablitz. Damit wurde die
zentrale Um- und Einstiegstelle nahe ans Ortszentrum gerückt.
Sollten die freiwerdenden Flächen im Bereich Unterpurkersdorf
von der ÖBB veräußert werden, ist im Rahmen der
kommunalen Bodenpolitik deren Sicherung für Betriebsflächen
anzustreben.
Tourismus: Mit einer jährlichen
Nächtigungszahl von 32.000 ist der Tourismus in Purkersdorf ein
beträchtlicher Wirtschaftsfaktor. Die Gäste sind in der
Regel Wien-Besucher, die in Purkersdorf nur übernachten.
Purkersdorf als Urlaubsziel für mehrtägige Aufenthalte
spielt kaum eine Rolle.
Heute dominiert der Wienerwald hauptsächlich
in seiner Funktion als Naherholungsgebiet.
Alle
Gemeinden des Gerichtsbezirkes Purkersdorf sowie Klosterneuburg sind
den Fremdenverkehrsverband Wienerwald mit Sitz in Purkersdorf
beigetreten.
Zielvorstellungen:
Die
Zentrumsbelebung und Sicherung der Nahversorgung ist vorrangiges Ziel
der Stadtentwicklung.
Purkersdorf
strebt ein nachhaltiges Wirtschaftwachstum an und braucht daher eine
anpassungsfähige und innovative Wirtschaft.
Bei
allen wirtschaftlichen Entscheidungen ist der Grundsatz der
Umweltverträglichkeit und der sozialen Verantwortung
gleichrangig mit den ökonomischen Erfordernissen zu betrachten
In
Hinblick auf seine zentralörtliche Aufgabe strebt Purkersdorf
eine weitere Festigung seiner Entwicklung zum Dienstleistungszentrum
an. Daher sollen verstärkt Arbeitsplätze im
Dienstleistungsbereich geschaffen werden und eine Verstärkung
der Wirtschaftsservice-Einrichtungen erfolgen.
Das
überdurchschnittlich hohe Ausbildungsniveau der Bewohner
Purkersdorfs ist bewusst und intensiv für die Wirtschaft nutzbar
zu machen. Ziel ist daher, entsprechend hochwertige Arbeitsplätze
zu schaffen und das vorhandene wirtschaftliche Kräftepotential
zu mobilisieren.
Purkersdorf
bekennt sich zur "Stadt der kurzen Wege". Mit der
Vernetzung von Wohnen, Einkaufen, Arbeiten und Freizeit soll neben
einer Wirtschaftsbelebung auch eine Verringerung der Wege und damit
des Verkehrsaufkommens erreicht werden.
Durch
geeignete Maßnahmen bei der Flächenwidmungsplanung soll
die Ansiedlung umweltverträglicher Betriebe gewährleistet
werden und ein Vordringen der Wohnnutzung in für
Wirtschaftszwecke vorgesehene Areale verhindert werden.
Maßnahmen:
Zentrumsentwicklung
Frequenzsteigerung
als eine der Grundbedingungen für die Wirtschaftsbelebung ist
durch Ansiedlung geeigneter, sich ergänzender Nutzungen zu
fördern (Wohnen, Einkaufen, Arbeiten, Freizeit)
Impulsmaßnahmen
wurden bereits gesetzt (AHS für 800 Schüler,
Verwaltungsgebäude für 90 Beschäftigte, insgesamt 180
Wohnungen, Gesundheitszentrum mit 10 Arztpraxen,
Seniorenpflegezentrum im ehemaligen Hotel Wien West) und sind weiter
zu verfolgen
Errichtung
eines Nahversorgungszentrums mit Lebensmittelmarkt und zumindest
einem Textil-/Modewarengeschäft ist ein wichtiges Anliegen für
die Purkersdorfer Bevölkerung. Diese Einrichtungen samt den
erforderlichen Kfz-Stellplätzen können in der
erforderlichen Größe nicht im historisch gewachsenen
Ortszentrum untergebracht werden. Die gemeindeeigene Liegenschaft
Herrengasse 2 (WIPUR-Grundstück) eignet sich von Lage, Größe
und Verkehrsanbindung hierfür und ist als Standort für das
neue Versorgungszentrum vorzusehen.
WIPUR-Liegenschaft
ist schwerpunktmäßig für Dienstleistungs- und
Nahver-sorgungseinrichtungen zu nutzen, Ermittlung eines sinnvollen
Nutzungs- und Branchenmixes im Rahmen eines Projektmarketings.
Neustrukturierung
des Verkehrs im gesamten Zentrumsbereich (Fußgänger,
Stellplätze, Öffentlicher Verkehr, Individualverkehr) nach
den Vorgaben des Verkehrskonzeptes. Schwerpunkt ist die Schaffung
ausreichender Stellplätze.
Kurzfristige Maßnahme: Flächensicherung
mit Ausweisung einer städtischen Entwicklungszone für
kommunale Aufgaben im Flächenwidmungsplan für die Parz.
621, 617/13, 617/6 und .77 (= ehemaliges Volkshaus) sowie Parz. 618
und 436/19 (=Verkehrsflächen)
Wintergasse
Im
Zusammenhang mit dem Betriebsgebiet in der Wintergasse ist der
Standort Bahnhof Unterpurkersdorf zu sehen. Sollten frei werdende
Flächen von der ÖBB veräußert werden, ist im
Rahmen der kommunalen Bodenpolitik deren Sicherung als
Betriebsflächen einzuleiten. Die Standorteignung als
Betriebsgebiet ist durch den vorhandenen Anschluss an die B1 über
die Pummerbrücke gegeben. Diese Flächen sind aber auch
insofern von Bedeutung, als sie für bauliche Anlagen zur
Überquerung der Bahntrasse und damit zur Verkehrsanbindung des
Betriebsgebietes in der Wintergasse geeignet sind.
Betriebsflächenwidmungen
Im
allgemeinen bestehen keine über das erwähnte Maß
(Bahnflächen Unterpurkersdorf) hinausgehende
Widmungserfordernisse für Betriebsgebiete, da es
Entwicklungsziel der Gemeinde ist, hauptsächlich
Dienstleistungsbetriebe zu forcieren, die sich in Wohn- und
Kerngebiete einfügen.
Tourismus
Themenfeld
3
Mobilität
mit Mass
Ein Verkehrskonzept ist derzeit in Ausarbeitung
Ausgangssituation:
Purkersdorf
ist durch das starke Verkehrs Aufkommen entlang der beiden
Hauptverkehrs- und Durchzugsstraßen B1 und B44 stark
beeinträchtigt.
Die
stärksten Verkehrsbelastungen lt. Bürgerbefragung sind
Lärm, Verkehrsdichte und Abgase
Ursache
für das starke Verkehrsaufkommen ist hauptsächlich der nach
Wien ausgerichteten Berufspendelverkehr sowohl aus Purkersdorf als
auch aus dem übrigen westlichen Umlandbereich (aus Richtung
Pressbaum, Gablitz, etc.)
Der
Pendleranteil in Purkersdorf ist mit 2266 Personen (73 % der
Beschäftigten) überdurchschnittlich hoch.
Die
Verkehrsmittelwahl (Modal Split) erfolgt zu 69 % zu Gunsten des
motorisierten Individualverkehrs. (Werte: 1991)
Die
Anbindung Purkersdorfs an den Öffentlichen Verkehr erfolgt
mittels Bahn und Bussen. Die Erreichbarkeit des Ortszentrums ist
durch das Zusammenwirken von Bus und Bahn während der
Hauptverkehrszeit als zufriedenstellend zu bezeichnen, in den
Tagesrandbereichen jedoch mangelhaft.
Mit
der Einführung des "Wienerwald Nachtbusses"
(Wien/Hütteldorf - Rekawinkel) per 1. Februar 2002 ist eine
wichtige Nachtverbindung auch wochentags gegeben und eine Ergänzung
zum Nachtzug an den Wochenenden gegeben.
Eine
Frequenzerhöhung der Bahnverbindungen wäre erforderlich,
ist aber durch den Ausbau der Neuen Westbahn frühestens ab 2006
möglich. Die Koordinierung diesbezüglicher
Verbesserungsmaßnahmen erfolgt im Rahmen eines regionalen
Verkehrskonzeptes für den Öffentlicher Verkehr, das derzeit
in Ausarbeitung ist.
Das
Abendsammeltaxi (AST) ist ein Kleinbus und bedient die mit
"AST-Anschluss" gekennzeichneten Abendzüge aus Wien.
Abfahrtsstelle ist die Bahnstation Purkersdorf-Gablitz. Die
Erweiterung auf ein ganztägiges Einkaufstaxi zum Purkersdorfer
Zentrum ist derzeit in Planung.
Parkplatzproblematik
im Stadtzentrum
Erreichbarkeiten
einzelner Siedlungsteile nur über fremdes Gemeindegebiet
(Wurzbachtal, Waldgasse, An der Stadelhütte)
Die
ausreichende Erschließung der neuerrichteten und im Herbst 2002
in Betrieb gehenden AHS (ca. 800 Schüler und 100 Lehrer) ist zu
sichern. Zufahrts- und Parkmöglichkeiten für das
Lehrpersonal und ausreichende Fuß- und Radwege sind zu sichern.
Sichere
fußläufige Verbindungen und Radwege für das gesamte
Gemeindegebiet bestehen nicht im erforderlichen Ausmaß.
Zielvorstellungen:
Verkehrsvermeidung - "Stadt der kurzen
Wege". Es muss versucht werden, den motorisierten
Individualverkehr auf das unbedingt notwendige Maß zu
reduzieren, wobei die Erreichbarkeit des Stadtzentrums, der
Wohngebiete und der Wirtschaftsstandorte gewährleistet sein
muss. Neben verkehrspolitischen Maßnahmen sowie Förderung
des Nichtmotorisierten und des Öffentlichen Verkehrs sind dazu
auch siedlungs- und wirtschaftspolitische Maßnahmen
erforderlich.
Verkehrsverlagerung - Der Verkehr ist unter
Berücksichtigung sozialer und volkswirtschaftlicher Vorgaben
zunehmend auf jene Verkehrsträger zu verlagern, welche die
vergleichsweise geringsten negativen Auswirkungen zeigen. Das Gehen
und Radfahren sind als die umweltfreundlichsten Verkehrsarten massiv
zu fördern. Die Verlagerung auf den ÖV ist durch
Attraktivierung einerseits und durch Maßnahmen zur
Einschränkung des motorisierten Individualverkehrs zu forcieren.
Verkehrsverbesserung - Für den nicht
verlagerbaren Verkehr müssen alle Mittel zur Verbesserung
ausgeschöpft werden, damit dieser möglichst
umweltfreundlich und verkehrssicher abgewickelt werden kann
(Verkehrsberuhigung, Straßenraum-gestaltungen)
Stadtstruktur - "Kompakte und lebendige
Stadt": Die Siedlungsentwicklung Purkersdorfs ist ausgerichtet
auf die sogenannte "Innere Stadterweiterung". Die
Besiedlungsdichte ist mit der Kapazität des Öffentlichen
Verkehrs abzustimmen. Es sollen keine zu geringen Dichten im
Einzugsbereich von Haltestellen entstehen, da sonst keine attraktiven
Intervalle oder kein wirtschaftlicher Betrieb der Öffentlichen
Verkehrsmittel möglich ist. Die Siedlungsdichten in peripher
gelegenen und vom ÖV schlecht versorgten Bereiche sind dagegen
gering zu halten. Übertriebene Dichte im Wohnbau ist zu
vermeiden, um die Lebensqualität nicht zu beeinträchtigen.
Sondernutzungen mit starkem Publikumsverkehr sollen nur an
Knotenpunkten des Öffentlichen Verkehrs angesiedelt werden.
Maßnahmen:
Öffentlicher
Personennahverkehr
Langfristig
wird eine Verlagerung der Haltestelle in Richtung Hauptplatz
angestrebt. Die Entfernung zur AHS kann dadurch verringert werden,
diese Maßnahme wirkt sich durch die Wegeführung der
Fahrgäste über das Ortszentrum und dessen Belebung aus.
Individualverkehr
An
den stark belasteten Straßen B1 und B44 sollen
Verkehrsberuhigungs-maßnahmen forciert werden, die eine
Verringerung von Verkehrsbelastungen bewirken. Notwendig sind
Straßenraumgestaltung bzw. Straßenrückbau, die
folgenden Zielen dienen sollen:
Geschwindigkeitsreduktion
Erhöhung
der Verkehrssicherheit
Reduktion
von Lärm- und Schadstoffemissionen
Wiedergewinnung
des Straßenraumes als öffentlicher Raum, der auch für
Begegnung und Aufenthalt genutzt werden kann
(siehe
Vorgaben des Verkehrskonzeptes)
Sicherung
einer bedarfsgerechten Erschließung für Großbauvorhaben
(AHS, Gesundheitszentrum, Seniorenzentrum,
Nahversorgungseinrichtungen)
Ruhender
Verkehr
Differenzierte
Festlegung von Kfz-Stellplätzen im Zentrum: Ausweisung einer
autofreien Zone und einer verkehrsberuhigten Flanierzone,
Kurzparkzonen, Dauerparkplätzen - siehe Vorgaben des
Verkehrskonzeptes
Standortsicherung
bzw. Schaffung einer ausreichenden Anzahl von Kfz-Stellplätzen
zur Bedienung des Zentrumsbereiches. Je ein Parkplatz für die
Einzugsbereiche entlang der Achse Wien-Gablitz (Standort
WIPUR-Areal, Tiefgarage) und für die Achse Wien-Tullnerbach
(Parkdeck über bestehendem P+R Platz in der Tullnerbachstraße)
Siehe
Vorgaben des Verkehrskonzeptes
Rad-
und Fußgängerverkehr
siehe
Vorgaben des Verkehrskonzeptes
Erreichbarkeiten
von zentralen Einrichtungen (Verwaltung, Dienstleistungen,
Nahversorgung) und Wohnen über Fuß- und Radwege sind
sicherzustellen. Fußläufige Verbindungen im erweiterten
Zentrumsbereich sind neu zu errichten bzw. zu erweitern. (siehe
Plandarstellung)
Themenfeld
4
Intakte
Umwelt
Ökologie, Natur- und Umweltschutz
Landschaftsschutzgebiet
Das
gesamte Gemeindegebiet von Purkersdorf befindet sich im
Landschaftsschutzgebiet Wienerwald. Grundstücke in
Landschaftsschutzgebieten dürfen nur dann als Bauland
ausgewiesen werden, wenn eine Bebauung keine Beeinträchtigung
der Umgebung darstellt bzw. keine Zersiedelungsgefahr besteht, die
den Erholungszweck gefährden (§ 7,
Fremdenverkehrs-RO-Programm)
Regionales RO-Programm Wien-Umland-Süd
Dieses
regionale RO-Programm legt für die Bereiche Baunzen, An der
Stadelhütte, Irenental und den Bereich Anton-Hueber-Haus
Baulandgrenzen fest, die nicht überschritten werden dürfen.
Weiters sind landwirtschaftliche Vorrangzonen - hauptsächlich im
Bereich Baunzen - ausgewiesen.
Naturpark Sandstein-Wienerwald
Der
Naturpark liegt im Gemeindegebiet von Purkersdorf und umfasst eine
Fläche von etwa 73 ha. Er stellt eine typische
Wienerwaldlandschaft mit ausgedehnten Buchenwäldern dar.
Naturdenkmal
Auf
Parzelle 579/1 steht eine Wintereiche, die sog. "Schneebergeiche".
Dieser Baum steht als Naturdenkmal unter Schutz.
Klimabündnis
Die
Stadtgemeinde Purkersdorf hat sich als Klimabündnisgemeinde zu
einer Verbesserung der Umweltsituation und den dauerhaften Schutz der
natürlichen Lebensgrundlagen Wasser, Boden, Luft, Natur und
Landschaft verpflichtet. Maßnahmen zum Klima- und Umweltschutz
sind in alle Themenbereiche zu integrieren. Dies betrifft vor allem
ein effizientes Ressourcenmanagement sowie die Reduktion der CO2
Emissionen. Das Umweltbewusstsein ist durch geeignete Maßnahmen
zu fördern.
Wienerwalddeklaration
Ziel
der aus dem Jahre 1987 stammenden Wienerwalddeklaration ist es, jenen
Entwicklungen und Einflüssen entgegenzuwirken, die den
Wienerwald in seiner Funktion als jahrhundertealte Kulturlandschaft
und als beliebtestes Naherholungsgebiet um Wien beeinträchtigen.
Heubörse
1997
wurde der Verein "Heubörse im Wienerwald" gegründet,
bei dem Anbieter, Käufer, Händler sowie an der Erhaltung
der Wiesen Interessierte aus der Region Mitglied werden Können.
Durch die Vermittlung (Sitz: Maschinenring in Neulengbach) zwischen
Heuanbietern und Landwirtschaft, Reit- und Fahrbetrieben,
Jägerschaft, etc. soll die Weiterbewirtschaftung extensiver
Wiesenflächen wieder attraktiv gemacht werden und ein regionaler
Ausgleich zwischen Heuüberschuß und -mangel ermöglicht
werden.
Natura 2000
Mit
der Ausweisung von Gebieten in der nationale Liste gemäß
FFH-Richtlinie entstehen für die Gemeinde Schutz und
Bewahrungspflichten. Das beschränkt sich nicht nur auf das
ausgewiesene Gebiet, sondern bezieht auch umliegende Flächen mit
ein. Das bedeutet: Für Pläne oder Projekte, die ein
ausgewiesenes Gebiet einzeln oder in Zusammenwirkung mit anderen
Plänen und Projekten erheblich beeinträchtigen könnten,
besteht die Pflicht zu einer Naturverträglichkeitsprüfung.
Die zuständige Behörde darf einem Vorhaben nur zustimmen,
wenn sie festgestellt hat, dass das Gebiet als solches nicht
beeinträchtigt wird, ansonsten sind Alternativlösungen zu
prüfen. Ist eine Alternativlösung nicht vorhanden, hat eine
Interessensabwägung zu erfolgen, wobei zwingende Gründe des
überwiegend öffentlichen Interesses einschließlich
solcher sozialer oder wirtschaftlicher Art zu berücksichtigen
sind.
Bei
Neuauflage des Flächenwidmungsplanes sind die ausgewiesenen
Gebiete kenntlich zu machen.
Zielvorstellungen:
Eines
der wichtigsten Grundprinzipien des Stadtentwicklungskonzeptes ist
die Nachhaltigkeit: Das Prinzip der Nachhaltigkeit ist dann
realisiert, wenn der Verbrauch erneuerbarer Ressourcen nicht größer
ist als die Regeneration derselben, wenn nicht erneuerbare Ressourcen
sparsam und schonend genutzt werden und wenn Ökosysteme erhalten
bleiben.
Die
Lebensqualität wird in starkem Ausmaß von einer intakten
Umwelt wie z.B. reine Luft, sauberes Wasser, ökologisch
funktionsfähige Böden sowie vielfältige Tier- und
Pflanzenwelt, bestimmt.
Die
Förderung des Umweltbewusstseins der Bevölkerung und die
Unterstützung von Eigeninitiativen ist ein wichtiger Aspekt, um
dieses Ziel zu erreichen.
Maßnahmen:
Umfassende
Konzepte zur Energieeinsparung sind auszuarbeiten, ihre Realisierung
ist von der Gemeinde zu fördern (Optimierung der Heizanlagen,
Wärmerückgewinnung mit kontrollierter Wohnraumlüftung,
Energieberatungs-aktionen, Wärmedämmung fördern,
Energiecontracting, etc.)
Alternativenergie
ist weiterhin zu fördern, bereits begonnene Maßnahmen
sind verstärkt weiterzuführen (Sonnenenergienutzung,
Photovoltaik, Biomasse Nahheizwerk, Biomasse Einzelheizung, z.B.
Pelletsheizungen, etc.)
Steigerung
der Rohstoffproduktivität durch Einsatz langlebiger Produkte,
Schaffung von Anreizen zur Mehrfachnutzung von Produkten,
Reparaturzentrum, meinungsbildende Veranstaltungen zum Thema
Ressourceneffizienz, Informationsveranstaltungen zum Thema
ressourcenschonendes Bauen, Vorbildfunktion der Gemeinde
Bebauungsweise (zur Erzielung kompakter
Gebäudeumrisse)
Pflanzgebote in der Hauptwindrichtung
(Minderung der Auskühlungseffekte durch Wind,
Windschutzpflanzungen)
Freiflächenversiegelung (Begrenzung der
versiegelten Flächen, Vorschreibung der
Versiegelungsmaterialien)
Schutz ökologisch wertvolle Flächen
im Siedlungsbereich - wie Waldränder oder Gewässerränder
(Mindestabstände der Bebauung, Festlegung von hinteren oder
seitlichen Baufluchtlinien)
Ausbau
und Vernetzung des Fuß und Radwegenetzes unter besonderer
Beachtung der Erschließung von Grün- und
Erholungsflächen, Parks, Sport- und Spielflächen:
Schlosspark, Feihlerhöhe, Sport- und Spielflächen in der
Bad Säckingen-Straße, Kellerwiese und Streichelzoo,
Spielplatz beim Roten Kreuz, Naturpark, Naturlehrpfad, Sportanlage
Speichberg)
Wanderwege
- Rastplätze: Ausbau, Pflege, Beschilderung, Erstellung von
Rad- und Wanderkarten; Übersichtstafeln an zentralen Stellen
(Bahnhof, Busbahnhof, Hauptplatz)
Landwirtschaftliche
Vorrangflächen: Um die bestehenden Wienerwaldwiesen, die
ökologisch sensiblen Bereiche darstellen, vor Überwaldung
zu schützen, werden sie als Landwirtschaftliche Vorrangflächen
gewidmet. Die Festlegung erfolgte in Übereinkunft mit der
Nachbargemeinde Tullnerbach.
Seitens
der Gemeinde soll der Versuch unternommen werden, den Handymastenbau
einzudämmen und die Standorte in größtmöglicher
Distanz zu Siedlungsgebieten zu halten. Durch Gespräche mit den
Handynetz-Betreibern soll auf diese eingewirkt werden, den Mastenbau
auf ein technisch vertretbares Mindestmaß zu reduzieren und
Mastanlagen gemeinsam zu nutzen.
Themenfeld
5
Soziale
und gesellschaftliche Entwicklung
Im
Rahmen der Möglichkeiten der Raumentwicklung wird eine möglichst
reichhaltige gesellschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle
Entfaltung und eine möglichst große Vielfalt von
Möglichkeiten für alle Menschen angestrebt.
Sozial
und räumlich bedingte Einschränkungen der
Handlungsspielräume sollen daher soweit wie möglich
abgebaut werden, vorrangig dort und für jene Personengruppen, wo
die Einschränkungen am gravierendsten wirken. Im Sinne einer
sozialverträglichen Stadtentwicklung wird den Bedürfnissen
schutzbedürftiger gesellschaftlicher Gruppen wie Kindern,
Jugendlichen, Behinderten, Ausländern und alten Menschen
Rechnung getragen.
Der
räumliche Ausgleich und die soziale Integration aller
Bevölkerungsgruppen erfordert eine entsprechende soziale
Infrastruktur. Sie stellt die Voraussetzung für sozialen
Zusammenhalt aber auch für die Standortqualität selbst dar.
Bildungseinrichtungen
Ausgangssituation
Purkersdorf
ist derzeit ausreichend mit Pflichtschulen (Volksschule,
Sonderschule, Hauptschule, Polytechnischer Lehrgang) samt zugehörigen
Turnsälen ausgestattet.
Zur
Zeit werden in 2 Schülerhorten rund 130 Hortplätze
angeboten. Zusätzlich existiert eine Tagesbetreuung mit
Lernbegleitung für Volksschüler, die vom NÖ Hilfswerk
organisiert ist.
Mit
Eröffnung des neuerrichteten Gymnasiums im Herbst 2002 stehen
800 Ausbildungsplätze in der Allgemeinbildenden Höheren
Schule zur Verfügung. Das Schuljahr 2002/2003 beginnt mit
520 Schülern.
Berufsbildende
mittlere und höhere Schulen sind in Purkersdorf nicht vorhanden.
Die diesbezüglich nächstgelegenen Möglichkeiten
befinden sich in Wien (alle Sparten), in Pressbaum (Humanberufliche
Schule) und in Tulln (Handelsschule, Handelsakademie,
Bundeslehranstalt für wirtschaftliche Berufe,
Landwirtschaftliche Fachschule)
Die
Erwachsenenbildung ist in Purkersdorf durch
Volkshochschulkurse vertreten. Die Veranstaltungen finden an
verschiedenen Orten in den Räumlichkeiten von Schulen und
Kindergärten statt.
Die
Städtische Bücherei ist derzeit in einer
Wohnhausanlage in der Linzer Straße untergebracht. Die
räumlichen und technischen Voraussetzungen sind nicht mehr
zeitgerecht. Eine Umstrukturierung sowohl in
organisatorisch-technischer als auch in räumlicher Hinsicht ist
erforderlich.
Zielvorstellungen
Dem
Konzept des lebenslangen Lernens kommt aufgrund der immer rascher
ablaufenden Zyklen von wissensbasierter Innovationen eine immer
größere Bedeutung zu: Wissen ist zu einer entscheidenden
strategischen Ressource geworden, um die ökonomische, soziale
und kulturelle Entwicklung einer Gesellschaft und jedes Einzelnen zu
unterstützen.
Maßnahmen
EINRICHTUNGEN
FÜR KINDER UND JUGENDLICHE
Ausgangssituation
In
Purkersdorf stehen zurzeit rund 380 Kindergartenplätze
zur Verfügung. Die insgesamt 15 Kindergartengruppen werden von 3
Landeskindergärten und 2 Privatkindergärten betrieben. Die
Kindergartenstandorte decken die Einzugsgebiete Zentrum, Deutschwald
und Baunzen ab, während die Ortsteile Unterpurkersdorf und
Neupurkersdorf über keine entsprechenden Einrichtungen verfügen.
Zur
Betreuung von Kleinkindern unter 3 Jahren sind 2 private
Einrichtungen vorhanden. Derzeit werden insgesamt 32 Kleinkinder
betreut. Die Betreuung erfolgt in Kleingruppen bzw. von Tagesmüttern.
Fehlende
Kinderspielplätze wurden in der Fragebogenbeantwortung
häufig als Kritik geäußert. Hinsichtlich Ausstattung
und Pflegezustand entsprechen die bestehenden 4 Spielplätze
teilweise nicht den Erfordernissen.
Das
Jugendzentrum, in den 90er Jahren gegründet und
mittlerweile zu einem erfolgreichen Projekt mit zahlreichen
Aktivitäten und eigenen Mitarbeitern herangewachsen, ist in
einem baufälligen Objekt in der Kaiser Josef Straße
untergebracht. Eine Übersiedlung des Jugendzentrums wird
demnächst notwendig.
Zielvorstellungen
Als
kinder- und jugendfreundliche Stadt muss Purkersdorf, um seiner
Verantwortung gerecht zu werden, den jungen Menschen in vielfacher
Hinsicht mehr Raum zur Verfügung stellen. Die Interessen und
Belange von Kindern und Jugendlichen sind in der Stadtentwicklung
stärker zu berücksichtigen.
Maßnahmen
SOZIALE
EINRICHTUNGEN
Ausgangssituation
Durch
2 Sozialstationen werden mobile Dienste in Purkersdorf
angeboten. Abgedeckt werden Hauskrankenpflege, Heimhilfe, Essen auf
Rädern, mobile Therapie (Heilgymnastik), Notruftelefon sowie
Haus- und Wohnservice.
Das
NÖ Hilfswerk bietet zusätzlich Kleinkinderbetreuung,
Lernbegleitung für Volksschüler, Familienbetreuung,
Partner-, Familien- und Lebensberatung und diverse Konfliktberatungen
an.
Seniorenwohnhäuser
(mit oder in der Nähe von Sozialstationen) sind nach dem
Sozialhilfe-Raumordnungsprogramm flächendeckend und dem Bedarf
entsprechend vorzusehen. Die Gemeinde plant, im ehemaligen Hotel Wien
West (im Ortszentrum) ein Seniorenzentrum mit Seniorenwohnungen,
einer Pflegabteilung, einer Senioren-Tagesbetreuung für sowie
einem Hospiz einzurichten.
Als
Ausbaustandort für Senioren- und Pflegeheime des Landes
NÖ wird Purkersdorf nicht geführt. Ein privates
Seniorenheim wird an der Westgrenze Purkersdorfs betrieben. Ein
privates Seniorenpflegeheim im Sanatoriumsareal ist derzeit in
Planung.
Zielvorstellungen
Purkersdorf
will alten und pflegebedürftigen Menschen so lange als möglich
einen Verbleib in der eigenen Wohnung ermöglichen, damit die
Betroffenen ein selbständiges, selbstbestimmtes Leben führen
können und ihre Lebensqualität bestmöglich erhalten
bleibt.
"Seniorenzentrum
- Senioren ins Zentrum" ist das Kernanliegen Purkersdorfs in
der Seniorenbetreuung. Es soll damit sowohl dem eingeschränkten
Aktionsradius der Senioren Rechnung getragen werden (kurze Distanzen
zu den Einrichtungen des Ortszentrums) als auch die Besucherfrequenz
im Seniorenheim positiv beeinflußt werden.
Maßnahmen
Errichtung
eines Seniorenzentrums (Betreutes Seniorenwohnungen,
Pflegeabteilung, Tageszentrum, Kommunikationszentrum) im Ortszentrum
GESUNDHEITSWESEN
Ausgangssituation
Purkersdorf
hat ein breites Angebotsspektrum an praktischen Ärzten,
Fachärzten und Zahnärzten, welches weit über die
normativen Erfordernisse (Raumordnungsprogramme) hinausgeht.
Das
zuständige Krankenhaus ist Tulln (Interne, Chirurgie,
Gynäkologie, Kinder, Anästhesie und Röntgen), durch
die räumliche Nähe von Wien mit der vollausgestatteten
Spitzenmedizin wird diese jedoch häufiger genutzt.
Medizinischer
Einrichtungen wie Röntgeninstitute und Physiotherapie sind in
Purkersdorf nicht vorhanden, was zu einem Auspendeln und zur Nutzung
auswärtiger Gesundheitseinrichtungen führt. In der
Fragebogenbeantwortung wurde dieser Umstand relativ häufig als
Kritikpunkt genannt.
Ein
Ärztenotdienst ist eingerichtet. Rettungsdienste werden vom
Roten Kreuz und dem Arbeiter Samariter Bund angeboten.
Ein
Gesundheitszentrum mit 10 verschiedenen Arztpraxen ist in zentraler
Lage am Hauptplatz in Planung.
Die
Errichtung einer Tagesklinik auf einem Teilbereich des
WIPUR-Grundstückes wird derzeit erwogen.
Zielvorstellungen
Purkersdorf
will sich als Gesundheitsstadt behaupten und ist bestrebt,
gesundheitsfördernde Lebenswelten zu schaffen. Neben einer
gesunden Umwelt und einem gut ausgestatteten professionellen
Versorgungssystem für alle Ziel- und Altersgruppen sind
gesundheitsbezogene Selbsthilfeaktivitäten als wichtige
Ergänzung zu fördern.
Maßnahmen
SPORT
UND FREIZEIT
Ausgangssituation
Purkersdorf
ist mit der Sportanlage Speichberg, dem neuen Sportgelände
bei der AHS, einem Freibad, sowie mit zwei Tennisanlagen in
sportlicher Hinsicht gut versorgt. Die Turnsäle der
Volks- und Hauptschule, des Gymnasiums sowie teilweise die
Gymnastikräume der Kindergärten können von den
Sportvereinen für ihre Veranstaltungen genutzt werden. Weiters
sind eine Minigolfanlage, ein Fitnessparcour, Reitwege, Rad- und
Wanderrouten vorhanden.
Zielvorstellungen
Sport
ist ein soziales Bindeglied. Er bietet herausragende Möglichkeiten
zur Integration aller Bevölkerungsschichten und verbindet
Generationen miteinander.
Der
Umfang an Freizeit nimmt ständig zu, die sportliche Betätigung
wird deshalb weiter an Gewicht gewinnen.
Maßnahmen
KULTURELLE
EINRICHTUNGEN
Ausgangssituation
Die
bestehenden Vereine beschäftigen sich mit Kunst und Kultur,
Theater, Musik, Natur und Umwelt. Die Breitenwirkung der diversen
kulturellen Veranstaltungen ist nicht immer optimal, da das lokale
Angebot gegenüber der übermächtigen Konkurrenz der
benachbarten Kultur-Großstadt Wien zu bestehen hat.
Zielvorstellungen
Kultur
entsteht aus einer engen Beziehung zwischen den Bewohnern und ihrer
Stadt.
Purkersdorf
will eine Stadtentwicklung fördern, die Kommunikations- und
Begegnungsmöglichkeiten schafft. Sie bilden die
Rahmenbedingungen für die Existenz und die Entfaltung des
kulturellen, gesellschaftlichen und sozialen Lebens in der Stadt.
Maßnahmen
versorgungssicherheit
bei eingeschränkter mobilität
Ausgangssituation
Aufgrund
der bestehenden Siedlungsstruktur sind manche Siedlungsbereiche von
den zentralen Einrichtungen im Ortszentrum relativ weit entfernt. Um
sie bequem erreichen zu können, sind die Bewohner hauptsächlich
auf die Benutzung des Autos angewiesen.
Zielvorstellungen
Die
Versorgungssicherheit für alle Bevölkerungsgruppen, vor
allem für die sozial Schwachen, ist ein wesentlicher Faktor für
die gesellschaftliche Integration.
Versorgungssicherheit
- und damit Lebensqualität ist - dann gegeben, wenn die
vorhandenen Einrichtungen auch von wenig mobilen oder älteren
Menschen leicht zu erreichen sind.
Die
Erreichbarkeiten werden beeinflusst von
a)
einer kompakten, funktionsdurchmischten Siedlungsstruktur (kurze
Wege)
b)
einer Koordinierung von Siedlungsentwicklung und Öffentlichem
Verkehr
(Gleichstellung von motorisierten und nicht motorisierten
Bevölkerungsgruppen)
c)
behindertengerechter Ausgestaltung öffentlicher und
halböffentlicher Bereiche
(Gleichstellung von behinderten und nicht behinderten
Bevölkerungsgruppen)
d)
mobilen Versorgungseinrichtungen (Sicherstellung der Versorgung für
nicht mobile
Bevölkerungsgruppen)
Maßnahmen
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