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VP-Machtkampf: Jonas vor Comeback
Bei einer Parteiversammlung forderten zwei Drittel den Rücktritt vom Gablitzer Ortschef Jelinek. Vorgänger Jonas will ihn beerben.
Jonas kritisiert, Jelinek will bleiben
In der Gablitzer ÖVP brodelt es: Viele Gemeinderäte und Parteimitglieder sind unzufrieden mit der Amtsführung von Ortschef Andreas Jelinek, der vor zwei Jahren Langzeit-Bürgermeister Gerhard Jonas im Amt beerbt hat. In einer Mitgliederversammlung wurde Jonas Rückkehr gefordert Dieser ist dazu bereit, Jelinek will jedoch nicht kampflos aufgeben.
Dass es hinter den Kulissen der mit absoluter Mehrheit regierenden Gablitzer Volkspartei schon seit Monaten gärt, wird von Jonas und Jelinek bestätigt: Die Kritik am Führungsstil des Bürgermeisters mündete kürzlich in einer Mitgliederversammlung. Zwei Drittel der Anwesenden sprachen sich bei einer Abstimmung gegen Jelinek aus und forderten einen anderen Bürgermeister.
Vorgänger Gerhard Jonas - der 70-Jährige war 17 Jahre lang Bürgermeister - fasst die Kritik an seinem Nachfolger zusammen: "Jelinek zeigt Führungsschwäche; er macht alles alleine und kann ein Auseinanderbrechen der ÖVP-Gruppe nicht verhindern." Eine Meinungsumfrage habe gezeigt, dass die ÖVP derzeit keine absolute Mehrheit habe: "Ich bin 2007 zurückgetreten, damit sich mein Nachfolger einarbeiten kann. Das ist offenbar daneben gegangen."
Jonas ist bereit, nochmals für die Volkspartei in den Ring zu steigen und würde für volle fünf Jahre zur Verfügung stehen. "Falls Jelinek freiwillig zurücktritt", würde er auch sofort wieder ein Gemeinderatsmandat annehmen und sich zum Bürgermeister wählen lassen.
Da spielt der aktuelle Ortschef freilich nicht mit: Andreas Jelinek sieht vorerst keinen Grund für einen Rücktritt: "Das war eine inoffizielle Mitgliederversammlung, an der nur eine Minderheit teilgenommen hat." Von allen Gablitzer VP-Mitgliedern hätten nur 20 Prozent gegen ihn gestimmt. Der Bürgermeister will erst bei einer VP-Vorstandssitzung Ende August entscheiden, ob er das Handtuch wirft, oder weiter macht.
Jelinek spart seinerseits nicht mit Vorwürfen gegen seinen Vorgänger: "Ich weiß nicht, was Jonas dazu bewegt hat, mich aus dem Amt zu drängen." Dass er einsame Entscheidungen treffe, will der 47-jährige Direktor einer Wiener Privatschule nicht gelten lassen: "Im Zuge des Baus unserer neuen Wasserleitung gab es die erste Volksabstimmung in der Geschichte der Gemeinde."
