Gablitzer Bgm. Jelinek: „Entscheidung liegt bei den Bürgern“
GABLITZ / Wiener Hochquellenwasser rückt für Mauerbach und Gablitz in greifbare Nähe: Bürger werden noch befragt.
VON DORIS PFEIFFER
Die beiden Bürgermeister aus Mauerbach und Gablitz präsentierten in der Vorwoche gemeinsam die Ergebnisse ihrer Verhandlungen bezüglich Wiener Hochquellenwasser.
Nach mehreren Rückschlägen bei den Verhandlungen könnte es nun doch möglich sein, Wiener Wasser für die beiden Gemeinden zu bekommen.
Die Sache hat nur einen Pferdefuß: Beide Gemeinden müssen an einem Strang ziehen und Ja zum Wiener Wasser sagen.
Zur Vorgeschichte: Nachdem im Frühjahr 2007 mit ersten Gesprächen begonnen wurde, kam am 7. Februar die enttäuschende Nachricht: Wegen zu hoher Kosten (rund 8-10 Millionen) und dem Fehlen von Tauschwasser - ein Tauschvertrag aus den 60er Jahren zwischen Wien und Niederösterreich sieht vor, die gleiche Menge an Wasser zurückzuliefern - schien das Projekt vorerst einmal gescheitert zu sein.
Nach neuerlichen Gesprächen mit der EVN ergaben sich neue Perspektiven: EVN-Geschäftsführer Raimund Paschinger: „EVN-Wasser hat mit den Wiener Wasserwerken einen Tauschvertrag bezüglich Wasserabtausch geschlossen. Das Tauschwasser von EVN-Seite ist damit gesichert und Hochquellwasser für die beiden Gemeinden ist ausreichend vorhanden.“
Zwei Varianten stehen zur Debatte
Einige technische Umbauarbeiten sind allerdings Voraussetzung: Die Kosten hierfür werden auf 1,850.000 Euro geschätzt. Gablitz müsste davon eine Million Euro und Mauerbach die restlichen 850.000 Euro bezahlen. Eine zweite Möglichkeit, diese Kosten zu umgehen, wäre es das Wasserleitungsnetz der EVN zu überlassen, was von Vizebürgermeister Johannes Hlavaty präferiert wird. Für die beiden Gemeindeoberhäupter ist dies allerdings noch eine Rechenaufgabe: Nur die für die Gemeinde günstigere Variante kommt in Frage. Der Wasserpreis müsste aber auf jeden Fall erhöht werden. Bürgermeister Gottfried Jelinek: „Der Wasserpreis muss erst ausverhandelt werden, hier können wir keine Prognosen abgeben.“
Die Entscheidung für oder gegen Wiener Wasser wollen beide Bürgermeister jetzt den Bürgern überlassen und eine Umfrage starten. In Gablitz wird es zu diesem Thema am 9. Juni eine Bürgerversammlung geben. Eine Umsetzung im Gemeinderat ist allenfalls für Oktober geplant. Für Verärgerung hat jedenfalls die Verteilung eines Informationsblattes der Sozialdemokraten am vergangenen Freitag gesorgt. Darin wird mitgeteilt, dass Gablitz Wiener Hochquellenwasser bekommt. Andreas Jelinek: „Dieses Pamphlet hat die Bürger verunsichert. Außerdem gefährdet es die weiteren Verhandlungen.“