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Fotos:ÖBB
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Beim Vortrieb des Wienerwaldtunnels sind täglich bis zu 6.000 m³ Ausbruchsmaterial angefallen, das unter Berücksichtigung der Materialeigenschaften umweltschonend am Taglesberg eingebaut wurde. Den heutigen Auftakt zur Bepflanzung dieses neuen Höhenrückens im Wienerwald durch die Österreichischen Bundesforste haben die Kinder der Volksschule Mauerbach tatkräftig unterstützt.
(Taglesberg, 09.11.2010) – Die Neubaustrecke Wien – St. Pölten ist eines der ersten Infrastrukturprojekte Österreichs, das nach den Richtlinien des Umweltverträglichkeitsprüfung-Gesetztes realisiert wird. Die ÖBB-Infrastruktur AG war sich von Anfang an der Verantwortung für die bestehenden Lebensräume von Menschen und Tieren bewusst. Bereits in der Planungsphase des Projekts wurden daher Umweltaspekte gleichrangig mit Themen wie Verkehr, Technik sowie Wirtschaftlichkeit berücksichtigt und ökologische Vorsorge- und Ausgleichsmaßnahmen festgelegt. Umfangreiche Erhebungen über das Vorkommen von Tieren und Pflanzen, Oberflächenwasser sowie Luftqualität und Bodenbeschaffenheiten wurden durchgeführt. Im Bauablaufplan wurde auf Blüh-, Laich- oder Brutzeiten Rücksicht genommen.
Rekultivierung von Deponieflächen
Eine besondere Herausforderung war die Verwertung des Ausbruchsmaterials aus den Tunnelbereichen. Bereits im Vorfeld wurde daher eine Massenbilanz erstellt, um das anfallende Material mit möglichst geringen Transportwegen entweder für den Bau der Bahntrasse und der Lärmschutzwälle zu verwenden oder im Nahbereich zu deponieren.
Beim Vortrieb des rund 11 km langen, zweiröhrigen Wienerwaldtunnels fielen täglich rund 6.000 m³ Erdmaterial an. Davon wurden 1,1 Mio m³ in der Deponie „Taglesberg“ eingebaut. Das restliche Material wurde für die Schüttung der Bahntrasse und der Lärmschutzwälle verwendet.
Vor Beginn der Bauarbeiten musste der Bodenzustand im rund 8 ha großen Deponiegelände am Taglesberg untersucht und vorhandene Altablagerungen fachgerecht entsorgt werden. Darüber hinaus musste ein Bachbett umgelegt werden. Um zusätzliche LKW Fahrten zu vermeiden, wurde das Ausbruchsmaterial über einen eigens errichteten Schutterstollen mit zwei Steilförderbändern direkt in die Deponie gefördert und abschnittsweise eingebaut. Innerhalb eines sehr kurzen Zeitraumes, nämlich von Jänner bis August 2007 wurden am Taglesberg insgesamt 1,1 Mio. m³ Ausbruchsmaterial aus dem Wienerwaldtunnel eingebaut und entsprechend der für den Wienerwald typischen Geländeform modelliert. Dabei mussten 6.000m³ pro Arbeitstag auf dem Baustellenareal bewegt werden. Als oberste Schicht wurde der ursprüngliche Mutterboden wieder aufgebracht und die gesamte Fläche mit tiefwurzelnden, bodenverbessernden Gräsern wie z.B. Rotklee und Luzerne begrünt. Die Pflanzung von regionstypischen Bäumen und Sträuchern an den Bachläufen im Randbereich der Deponie wurde bereits durchgeführt.
Nachdem diese Arbeiten abgeschlossen sind, wird nun durch die Österreichischen Bundesforste mit der der Aufforstung des so genannten Vorwaldes begonnen. Der Vorwald besteht aus Grau- und Schwarzerlen, Lärchen, Kiefern, Bergahorn, Baumweiden und Silberpappeln. Durch die Wurzelbildung und die Verrottung des Laubes wird eine natürliche Bodenverbesserung erreicht. In einigen Jahren, wenn der Nährstoffgehalt des Waldbodens es zulässt, werden Buchen, Traubeneichen, Winterlinden, Vogelkirschen nachgepflanzt um die für den Wienerwald typische Vegetation zu vervollständigen. Das gesamte Bauvorhaben wird von der Ökologischen Bauaufsicht überwacht.
Mit der Rekultivierung der Deponie Taglesberg entsteht ein wertvoller neuer Lebensraum für Pflanzen und Tiere.
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