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Effiziente Siedlungsstrukturen
Ist eine nachhaltige Siedlungsentwicklung im Wienerwald möglich?


Die Präsidentin der Wienerwaldkonferenz Birgit Kohlmaier-Schacht begrüßte Studienautor MMag. Robert Musil, DDr. Josef Baum und Vizebürgermeister Dr. Christian Matzka (v.l.) bei der Diskussion im Purkersdorfer Café Jugendstil. Foto:B.WEIGL

VON BURKHARD WEIGL

 

PURKERSDORF / Spätestens seit der Gründerzeit ist der Wienerwald ein beliebtes Wohngebiet. Wohlhabende Bürger ließen sich Villen entlang der Westbahn bauen und zogen ins Grüne. „Zwischen 1858 und 1910 hat sich die Bevölkerung vervierfacht. Nach dem Bau der Bahnstationen begann die Bauspekulation. Unternehmer kauften riesige Gründe, die danach parzelliert und verkauft wurden“, erläuterte Vizebürgermeister Dr. Christian Matzka.

Mit den Trends der Suburbanisierung in den letzten 20 bis 40 Jahren befassten sich Robert Musil und Peter Pindur in einem mehrjährigen Forschungsprojekt der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Auf Einladung der Wienerwaldkonferenz wurden die Ergebnisse jetzt in Purkersdorf präsentiert.

Musil: „Der Suburbanisierungsprozess seit den frühen 60er Jahren ist ein Wohlstandsphänomen. Man muss ein Auto haben, um sich den Traum vom Haus im Grünen erfüllen zu können.“ Wegen der Verkehrsüberlastung bei der Stadteinfahrt und den hohen Bodenpreisen sei es aber nicht zu einer „Bevölkerungsexplosion“ gekommen, so der Wissenschaftler: „Die Bevölkerung ist eher in den Norden, Osten und Süden von Wien ausgewichen, wo es ein noch größeres Wachstum von über 30 Prozent gegeben hat.“

Trotzdem wurde im Wienerwald sehr viel gebaut. 35.786 neue Wohnungen entstanden zwischen 1981 und 2002, das entspricht fast einem Viertel des Gesamtbestandes. Eine starke „bauliche Überprägung der historischen Siedlungsstrukturen“ war die Folge, so Musil.

Baulandreserven in den  Wienerwaldgemeinden

Für die Zukunft hat der Wienerwald noch viele Baureserven offen, auch ohne Neuwidmungen von Bauland. Die detaillierte Analyse von 154.467 Grundstücksparzellen ergab einen Reserveflächenanteil von 24,1 Prozent in allen 51 Wienerwaldgemeinden. Allein im Biosphärenpark entspricht dies einer Baulandreserve von 1,637,7 Hektar oder umgerechnet 80.572 Personen. Allerdings: Je kleiner die Distanz zu Wien, desto niedriger ist der relative Anteil der Baulandreserven.

Insgesamt zeigte sich ein paradoxes Phänomen, erklärte Musil: „Je stärker das Wachstum in der Vergangenheit war, desto größer sind die Baulandreserven. Wo viel Zuzug ist, wird auch viel gewidmet. Die Bürgermeister haben hier eine große Steuerungsmacht.“

Vizebürgermeister Dr. Christian Matzka bestätigte dieses Forschungsergebnis: „Seit den 70er Jahren waren 10.000 Einwohner das politische Ziel in Purkersdorf, unabhängig davon, welche Partei gerade die Mehrheit im Gemeinderat hatte.“

 

Weiterführende Informationen auf der Homepage der "Wienerwald-Konferenz"

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Letzte Änderung: 2010-11-22 - Stichwort - Sitemap

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