GABLITZ / Knalleffekt bei der ÖVP Gablitz: Nach dem Rücktritt von Altbürgermeister Andreas Jelinek als VP-Gemeindeparteiobmann im Juni ist die Hoffnung auf eine Überbrückung der parteiinternen Gräben nun endgültig dahin. In einer Presseaussendung hat Obmann-Stellvertreterin Karin Sobotka am Montag den Rücktritt des gesamten Parteivorstandes bekannt gegeben.
„Es ist schon so viel zerbrochen worden“
„Es ist schon so viel zerbrochen, es geht nicht mehr miteinander“, kommentiert Sobotka die politischen Entwicklungen gegenüber der NÖN. „Es wurde nicht mehr mit uns kommuniziert, man hat den Vorstand zu keinem einzigen Projekt eingeladen. Ich habe daher den Vorschlag gemacht, dass wir alle das Feld räumen, weil die Arbeit sonst blockiert wird - und das wollen wir nicht. Eine konstruktive Zusammenarbeit war leider nicht möglich. Wir haben das eingesehen und ziehen den Schlussstrich.“
Bürgermeister Michael Cech, der über den Rücktritt von der Bezirkspartei informiert wurde, bezeichnet diese Vorwürfe im NÖN-Gespräch als „absurd“: „Ich habe die Hand ausgestreckt, um eine konstruktive Lösung für die ÖVP zu finden. Ich wurde aber nur boykottiert und sabotiert.“ Der Vorstand habe „keinerlei Aktivität“ gezeigt, so Cech. Vor zwei Wochen gab es ein Vier-Augen-Gespräch zwischen Cech und der stellvertretenden Gemeindeparteiobfrau. In einer Aussendung erklärt Cech, er habe in dem Gespräch mehrmals darauf bestanden, dass man „an einer gemeinsamen Lösung arbeiten“ solle.
Karin Sobotka bezeichnet das Treffen gegenüber der NÖN jedoch als „nicht konstruktiv“. Es sei darin um die Wahl des Bürgermeisters zum Parteiobmann und die Erstellung eines neuen Vorstandes gegangen. Jetzt hofft die Wirtschaftsbund-Obfrau, dass „endlich wieder Frieden einkehrt“.
Für VP-Bezirksgeschäftsführer Michael Kohlmann bleibt es „ein Rätsel, warum der Vorstand zurückgetreten ist“. Die Vorwürfe Sobotkas, aus der Arbeit ausgeschlossen worden zu sein, seien „nicht rational begründbar“. Kohlmann tippt auf die „Enttäuschung, dass das Team Jelinek dem Team Cech unterlegen war“.
Der Termin für die parteiinterne Neustrukturierung steht jedenfalls schon fest: Am 14. Oktober wird bei einem außerordentlichen Parteitag ein neuer Parteivorstand gewählt.
