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Frisch im Amt mit hohen Zielen
GABLITZ / Modernisierung und Transparenz, aber auch strikte Einsparungen stehen auf dem Programm des neu gewählten VP-Bürgermeisters Michael Cech.
VON JACQUELINE KACETL
Bürgermeister Michael Cech startet mit neuen Initiativen wie „Offene Augen für Gablitz“ und der Vision eines „Familienparadies Gablitz“ in die nächsten fünf Jahre. Ein neues Hortgebührenmodell und Gehaltskürzungen bei allen Gemeinderatsmitgliedern sollen noch 2010 umgesetzt werden.
NÖN: Die ÖVP hat in den letzten Monaten starke interne Erschütterungen und Kontroversen durchlebt. Wie ist das momentane Arbeitsklima?
Cech: Absolut gut. Das neue Gemeinderatsteam besteht ja zu 50 Prozent aus neuen Leuten. Das sind Menschen, die mit dem Gemeindegeschehen noch nicht so vertraut sind, aber man merkt den großen Schwung und ein irrsinniges Engagement.
NÖN: Woran arbeiten Sie gerade?
Cech: Ich werde die Initiative „Offene Augen für Gablitz“ starten. Wir wollen damit das Zusammengehörigkeitsgefühl in Gablitz verstärken. Das bedeutet, dass man die Menschen ermuntert, Fahrgemeinschaften zu bilden oder, dass man schaut, was los ist, wenn man die betagte Nachbarin schon einige Tage nicht mehr gesehen hat. Wir werden diese Initiative bei einem Treffen am 14. Juni auch in die Vereine tragen.
NÖN: Möchten Sie auch die neu Zugezogenen stärker in das Gemeindeleben einbinden?
Cech: Das ist ein absolut wichtiger Punkt. Ich werde in Zukunft allen neuen Gemeindebürgern persönlich das Hausnummernschild oder bei einer Geburt das Baby-Paket an die Familie übergeben. Außerdem planen wir einen Kinderwald. Für jedes Neugeborene - in Gablitz kommen jährlich 30 bis 40 Kinder zur Welt - wollen wir einen Baum pflanzen. Nur der Ort ist noch nicht ganz klar. In Frage kommt das Grundstück neben dem Robinson-Spielplatz oder der abgeholzte Streifen neben der Hauersteigstraße.
NÖN: Gibt es Bewegung in Sachen Hortgebühren?
Cech: Wir werden noch vor dem Sommer Gespräche mit den Eltern führen und werden gemeinsam ein neues Modell erarbeiten. Im Herbst soll das neue Gebührenmodell stehen.
NÖN: Was ist das nächste größere Projekt?
Cech: Ein großes Projekt ist der Wohnbau mit 20 Wohnungen hinter dem Gewerbehof. Jetzt geht es um die Detailplanung - ich möchte, dass es dort auch eine Arztpraxis gibt. Der Spatenstich soll im Herbst erfolgen und ich hoffe, dass wir im Herbst 2011 fertig sind.
NÖN: Bei der konstituierenden Gemeinderatssitzung haben Sie eine Gehaltskürzung bei den Gemeindevertretern angekündigt. Wie weit sind diese Pläne?
Cech: In der nächsten Gemeinderatssitzung wird eine Gehaltsreduktion aller Gemeinderatsmitglieder um fünf Prozent beschlossen. Gespart wird beim gesamten Team - also vom Bürgermeister über die Vizebürgermeister bis zu den Gemeinderäten.
NÖN: Was passiert mit den Ersparnissen?
Cech: Es soll nicht irgendwo im Gemeindebudget versickern, sondern kommt alles auf ein eigenes Konto. Wir werden das ganz transparent ausweisen. Jährlich werden in etwa 11.000 Euro zustande kommen. Wir werden dann im Gemeinderat beschließen, wo wir dieses Geld investieren wollen. Es soll damit ein neues Projekt im Jahr umgesetzt werden.
NÖN: Welche Projekte schweben Ihnen vor?
Cech: Ich könnte mir gut vorstellen, dass das wieder in Richtung familienfreundliches Gablitz geht. Man könnte den Kinderspielplatz mit neuen Geräten ausstatten, wir könnten aber auch ein soziales Projekt unterstützen. Wenn eine Gablitzer Familie in Not geraten sollte, können wir ihr mit 11.000 Euro helfen.
NÖN: Was sehen Sie als die größten Herausforderungen in den nächsten fünf Jahren?
Cech: Das sind sicher die Finanzen. Ich will jetzt nicht sagen, wir müssen den Finanzhaushalt sanieren, denn Gablitz ist nicht überschuldet. Wir sind finanziell gesund, aber es gilt, mit den weniger werdenden Mitteln auch weiterhin Projekte umzusetzen. Ein Brennpunkt ist sicher das Thema Verkehr. Das betrifft das Schnellfahren in den Siedlungen und den Durchzugsverkehr auf der B1. Wir werden Gespräche mit dem Land führen, um die Mautflüchtlinge wegzubekommen. Auch die Themen Sicherheit, Wirtschaft, Tourismus und Senioren werden uns weiterhin beschäftigen. Ein mittelfristiges Projekt für die nächsten zwei bis drei Jahre ist die Umsetzung eines Siedlungstaxis für Senioren.
NÖN: Wenn in 20 Jahren Ihr Name erwähnt wird - wie möchten Sie den Bürgern in Erinnerung bleiben?
Cech: Als der Mensch, der Gablitz offener und moderner gemacht hat.
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