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Jelinek: „20 Prozent sind nicht überzeugend“
GABLITZ / Schwer enttäuscht ist Bürgermeister Andreas Jelinek von seinem Parteikollegen und Altbürgermeister Gerhard Jonas.
NÖN 19.08.2009 VON DORIS PFEIFFER
Nach dem Bekanntwerden der internen Turbulenzen innerhalb der Gablitzer Volkspartei (die NÖN berichtete in der Vorwoche über den Wunsch der VP, Jelinek solle zurücktreten), schildert nun Bürgermeister Andreas Jelinek die Angelegenheit aus seiner Sicht.
„Vier Mitglieder der Fraktion sind Ende März an mich herangetreten und haben mir erklärt, dass man mich bei den nächsten Wahlen durch Franz Gruber ersetzen will. Von Gerhard Jonas war damals überhaupt keine Rede“, zeigt sich Andreas Jelinek ziemlich verärgert über den wie er sagt „Putsch“ seiner eigenen Partei.
Am 9. Juli wurde schließlich zur Mitgliederversammlung geladen: Hier sollte entschieden werden, wer bei den Gemeinderatswahlen als Spitzenkandidat ins Rennen geht. Die Entscheidung zwischen Gruber und Jelinek sollte getroffen werden - dachte zumindest Jelinek im Vorfeld.
Statt Franz Gruber war Gerhard Jonas Kandidat
Groß war daher die Überraschung, als er einen Tag vorher - am 8. Juli - von Altbürgermeister Gerhard Jonas verständigt wurde, dass er als Kandidat antreten werde.
„Jonas hat vom Land den Auftrag bekommen, als Vermittler innerhalb der Partei zu agieren“, ärgert sich das Gemeindeoberhaupt über die Vorgehensweise seines Vorgängers und „Erfinders“, denn Jelinek war vor zwei Jahren der Wunschkandidat als Nachfolger im Bürgermeisteramt. Jelinek: „Ich habe mich nie in diese Ämter hineingedrängt und erst nach reiflicher Überlegung zugesagt, für das Bürgermeisteramt zu kandidieren. Mit über 90 Prozent wurde ich gewählt und die von meiner Partei bisher angeführten Gründe gegen mich verstehe ich nicht.“
Er hat die Wünsche seiner Parteikollegen mittlerweile „zur Kenntnis“ genommen - klein beigeben will er allerdings nicht: „Nur der Gemeinderat kann einen Bürgermeister abwählen und da braucht es schon einen Misstrauensantrag.“
Auch die Zahl der Parteimitglieder, die gegen ihn gestimmt haben, überzeugt ihn nicht: Die Volkspartei, der Jelinek auch als Parteiobmann vorsteht, zählt 300 Mitglieder. Nur rund 30 Prozent waren bei besagter Mitgliederversammlung anwesend. Von diesen 30 Prozent haben sich zwei Drittel für Jonas ausgesprochen. Jelinek: „Nur etwa 20 Prozent sind demnach gegen mich und das ist nicht überzeugend.“
Über die Funktion des Parteiobmanns könne man reden - meint Jelinek - ein Bürgermeister sei aber für alle Gablitzer da und nicht nur für seine eigene Partei.
„Als Bürgermeister bin ich gewählt bis zu konstituierenden Sitzung des neuen Gemeinderates. Ob ich diese Funktion abgebe, werde ich bei der Vorstandssitzung Anfang September bekannt geben “, erklärt Jelinek.
„Jonas kandidiert nur, wenn er sofort Amt hat“
Auch wenn sich das Gemeindeoberhaupt kampfbereit zeigt, eine Entscheidung muss bald getroffen werden, denn Kandidat Jonas hat ein Ultimatum gestellt: Er stehe - laut Jelinek - nur zur Verfügung, wenn er sofort das Bürgermeisteramt übernehmen könne. Dazu konnte Altbürgermeister Gerhard Jonas nicht mehr erreicht würden.
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