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Frida Kahlo |
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100. Geburtstag von Frida Kahlo
„Ich war sieben Jahre alt, als die Decena Tragica stattfand, und sah mit meinen eigenen Augen den Kampf zwischen Zapatas Bauern und den Carrancisten.“ Diese Tagebucheintragung aus den 40er Jahren über die mexikanische Revolution sagt mehr über Frieda Kahlos künstlerische Inspiration und politische Biographie aus als die Vielzahl der Artikel, die anlässlich ihres 100. Geburtstages bereits erschienen und noch zu erwarten sind. Kahlo wurde am 6. Juli 1907 in Coyoacan, Mexiko Stadt, geboren (sie selbst, heißt es, habe ihren Geburtstag später auf das Jahr 1910 , dem Jahr der Mexikanischen Revolution, verschoben). Für sie galt die Revolution als Inbegriff der Veränderung, womit sie sich auch während ihres Lebens und Schaffens identifizierte und solidarisierte. Ihr künstlerisches und politisches Engagement als Revolutionärin und Vorkämpferin der Emanzipation entrollt sich dialektisch aus ihrer anrührenden, leidvollen Biographie: Kinderlähmung mit sechs Jahren, eine lebensgefährliche Verletzung bei einem Busunfall mit 18 Jahren, in dessen Folge sie zeit ihres Lebens Widerstand gegen das Sterbenwollen ihres siechen und versehrten Körpers leisten musste, mehrere Abtreibungen, ihre Beziehung zu dem berühmten Maler Diego Rivera, den sie 1929 und, nach einer Scheidung, 1940 abermals heiratet, seine Untreue, seine Affären, ihre immer wiederkehrende Flucht in Alkohol, ihr gleichermaßen kompromissloses wie aufreibendes Engagement für die Kommunistische Partei, deren Mitglied sie – mit Unterbrechungen – war, ihre konsequente Unterstützung Leo Trotzkis, sein gewaltsamer Tod 1940…. Die Verehrung Trotzkis hält sie übrigens nicht davon ab, später auch Stalin ihre Referenz zu erweisen, wie zwei Porträts des Vorsitzendes des ZKs zeigen, die sich im Museo Frida Kahlo finden. Dieses Leben, die traumatischen Verletzungen, die es der Marxistin zufügt, übersetzt sie in ihre Bilder, die nicht selten sie und ihr Leiden passionshaft inszenieren. Hinter ihren Bilderfindungen tritt das Wissen um die – zuweilen surrealistische – Moderne, die das Folkloristische und das Naive, das Primitive wie das Spiel mit dem Unbewussten bewusst ins Kalkül zieht, in reicher und neuer Inspirationskraft zutage, die von revolutionärem Eifer und nationaler, indigen-affiner Inbrunst geprägt ist. Vor allem in den Jahren, die sie gemeinsam mit ihrem Mann Diego Rivera in Detroit und New York verbringt, spürt sie mit geradezu seismographischer Präzision die Spuren dieser europäischen Moderne auf, die sie in ihrem Bilderkosmos mit ihrem unverwechselbaren, zwischen indianischer Folklore und psychologischer Selbstbefragung changierenden Stil verknüpft.
Dabei präsentiert und inszeniert sie sich in all ihrer Schönheit und Hässlichkeit, sie stellt ihre Behinderung als verkrüppelter Mensch, der über weite Strecken des Lebens im Gipskorsett liegend malen muss, ebenso zur Schau wie ihre Sexualität und ihr indigenes Frausein. Ihre Bedeutung als Künstlerin, die nach ihrem Tod am 13. Juli 1954 vom bürgerlichen Kunst- und Kulturmarkt zum Objekt von Mythos und Merchandising hochstilisiert wird, gewinnt Kahlo nicht zuletzt aus der universalen Dialektik, in der sich das Persönliche mit dem Politischen, das Private mit dem Öffentlichen, die Suche nach der eigenen Identität als Frau und Künstlerin mit der gesellschaftlichen, indigenen Alltagskultur nach der Revolution verbindet.
Die bis jetzt letzte Verfilmung des Lebens Frida Kahlos stammt aus dem Jahre 2002: Frida mit Salma Hayek als Hauptdarstellerin. Der Film basiert auf der von Hayden Herrera veröffentlichten Biographie Frida Kahlos. Diese Hollywood-Produktion machte Frida Kahlo einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Diese DVD ist ab sofort in der Stadtbibliothek Purkersdorf, Linzerstraße 14, erhältlich.
Manfred Bauer/Stadtbibliothek Purkersdorf
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| Letzte Änderung: 2007-07-06 - Stichwort - Sitemap | |||