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Zugunglück: Stellungnahme

Purkersdorf

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Pressemitteilung Verkehrsstadtrat Mag. Josef Baum Purkersdorf

Erste Stellungsnahme zum Zugunglück in Purkersdorf

Nur Lokführerfehler entscheidend ? - Umfassende Konsequenzen ziehen!

Zunächst möchte ich allen, denen durch das Zugunglück Leid zugefügt wurde und wird, sowie ihren Angehörigen mein Beileid ausdrücken. Weiters gilt es ausdrücklich den Rettungsmannschaften und den vielen spontanen HelferInnen und helfern zu danken.

Als Verkehrsstadtrat der Stadtgmeinde Purkersdorf bin ich nicht für die Sicherheit auf der Eisenbahn zuständig, trotzdem ist klar: Das Zugunglück in Purkersdorf bedeutet ohne Zweifel einen mentalen Rückschlag für den öffentlichen Regionalverkehr und den Bemühungen um dessen Verbesserung. Gleichzeitig muss doch daran erinnert werden, dass es nach wie vor in Österreich TÄGLICH im Durchschnitt etwa drei Tote im Straßenverkehr - wie auch an diesem Wochenende - gibt, obwohl eine Aufrechnung von Leid und Opfern natürlich nur begrenzt zweckmäßig ist. Wenn aus Fehlern gelernt wird, kann dieses Unglück Anlass für Sicherheits- und Qualitätsverbesserungen sein:

Für Dienstag ist ein Untersuchungsbericht angekündigt. Erst dann werden wahrscheinlich klarere Konsequenzen gezogen werden. Aus bisherigen offiziellen Stellungsnahmen geht allerdings hervor, dass ähnlich wie bei vergleichbaren Eisenbahnkatastrophen die "Schuld" schnell bei einem einzelnen gefunden werden kann, ohne dass Änderungen im System vorgenommen werden.

  • Faktum ist, dass bei der ÖBB von oben und politisch diktiert bei Sicherheitsmaßnahmen immer mehr "gespart" wird.
  • Faktum ist, dass im betroffenen Baustellenbereich HL-Tunnel bessere Sicherungsmaßnahmen wie ein ständiger Lotse möglich gewesen wären
  • Faktum ist, dass die Uraltgarnitur 4030 wesentlich mehr Schäden aufwies (praktisch zusammengeschoben auf die Hälfte) als die relativ neuere Garnitur 8075
  • Faktum ist, dass die Strecke Wien-St.Pölten keinen Vorrang beim Ersatz der 4030-Garnituren hatte, obwohl sie eine der dichtest befahrenen Eisenbahnstrecken Österreichs ist.
  • Faktum ist, dass die Konzentration auf die Doppelstockzüge nach Meinung vieler Verkehrsexperten nicht optimal ist
  • Faktum ist, dass die Investitionsstrategie der ÖBB bezüglich Priorität nicht auf den Nahverkehr ausgerichtet ist.

Daraus ergeben sich klare Konsequenzen für für Sicherheits- und Qualitätsverbesserungen

  • Bei der Sicherheit darf es auch unter einer im Privatisierungswahn befindlichen Regierung keine Verschlechterungen geben
  • Die Investitionsstrategie der ÖBB muss hinsichtlich der Priorität auf den Nahverkehr ausgerichtet werden, da jahrzehntelange Investitionserfordernisse aufzuholen sind
  • Den Opfern und Betroffenen des jetzigen Zugunsglüchs ist eine mehrjährige psychologische Begleitung anzubieten

Rückruf Mag. Josef Baum
0664 114 2298
baum.josef@utanet.at


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Letzte Änderung: 2001-08-29